Die Aktion war voi fürn Hugo!!!

Die erste Aktion der neuen AktivistInnengruppe in Salzburg:

IMG_1674

Am 12. März veröffentlichte Hugo Boss seinen Unternehmenserfolg. In vielen Fabriken (in Bulgarien, Rumänien und Türkei) in denen Hugo Boss seine Kleidung fertigen lässt und in denen vorwiegend Frauen arbeiten, reichen die Löhne meist kaum für das Überleben aus. Die ArbeiterInnen arbeiten den ganzen Tag und haben doch nicht genug Geld für das Notwendigste.

Im Zuge der Clean Clothes Kampagne haben wir in Salzburg vor dem Hugo Boss Store in der Innenstadt erfolgreich unsere erste Aktion durchgeführt :-)
HURRA !!!!!

Die Salzburger Nachrichten berichtete auf ihrer Website.

IMG_1739

Rund die Hälfte der gesamten Hugo Boss Produkte werden in osteuropäischen und türkischen Fabriken hergestellt. Der CCK-Bericht „Im Stich gelassen“ (2014) zeigt, dass in der gesamten Region die Differenz zwischen dem ausbezahlten Lohn und einem Existenzlohn extrem groß ist. Auch bei Hugo Boss Lieferanten wurde diese Rechercheanalyse bestätigt. Die meisten ArbeiterInnen verdienen Löhne unter der nationalen Armutsgrenze. Für den Bericht wurden TextilarbeiterInnen bei einem Hugo Boss Lieferanten in der Türkei interviewt. Sie verdienten zum Zeitpunkt der Recherche durchschnittlich 326 Euro pro Monat – Überstunden und Zuschläge inbegriffen. Die nationale Armutsgrenze lag zu diesem Zeitpunkt bei 401 Euro pro Monat, ein minimaler Existenzlohn bei 890 Euro pro Monat.

Bettina Musiolek von der Clean Clothes Campaign Deutschland betont: „‚Made in Europe‘ sollte dafür stehen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter der Armut entkommen können und keine Angst haben müssen, einer Gewerkschaft beizutreten. Doch das Gegenteil ist der Fall“, und sie fordert weiter: „Vom ‚Erfolgskurs‘ von Hugo Boss sollen auch die Arbeiterinnen und Arbeiter profitieren, immerhin ist existenzsichernder Lohn ein Menschenrecht, das den Näherinnen und Nähern von Hugo Boss-Bekleidung verwehrt wird.“

Hintergrundinformationen:

 

Weitere Fotos von der Aktion:

Aktion_Sbg_12032015_2

Aktion_Sbg_12032015_1

IMG_1748
Aktion_Sbg_12032015_5

Advertisements

Aktionstraining in Salzburg, oder: Wie basteln wir ein grünes Zebra?

Im Rahmen des Jungk-Jahres (http://robertjungk100.org) haben Südwind Salzburg und KommEnt ein Seminar zu kreativen politischen Aktionsformen organisiert. Wir waren natürlich auch dabei und haben in der Methodenkiste gegraben.

Marc Amann ist den TeilnehmerInnen der Südwind-Academy 2011 ja schon bekannt – schon damals hatten wir die Gelegenheit, von seinen sehr vielfältigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Protestformen zu lernen. Diesmal stand dafür noch mehr Zeit zur Verfügung und so wurden zum Beispiel unterschiedliche Spiele und Übungen aus dem Theater der Unterdrücken gleich ausprobiert. Gemeinsam haben wir auch viel nachgedacht und gebrainstormt, was die Ziele unserer Aktionen sein können (Sensibilisierung, Gesetzesänderung, Aneignung, …) und was bei der Planung zu berücksichtigen ist (Wirkung auf Außenstehende, Ressourcen, Ablauf, Location, Verbündete, …). Rechtliche Aspekte und die strategische Einbettung von einzelnen Aktionen in größere Kampagnen wurden behandelt.

Genug Input, um praktischer zu werden: In Kleingruppen haben wir Theaterstücke entwickelt (Maschinentheater, Zeitungsaktion) und für die „öko&fair ernährt mehr“-Kampagne der Weltläden kreative Wege gesucht, um auf die Bedeutung der Artenvielfalt hinzuweisen. Bunte Schafnasen und Herden von grünen Zebras sollen doch auch weiterhin in Freiheit leben dürfen, oder?

Am nächsten Tag haben überlegt, an welchen Prinzipien wir uns orientieren sollten (Gewaltfreiheit, Themenfokussierung, Grenzen respektieren, …) und wo wir uns Inspiration holen. Genau dafür sind aber nicht nur Marc Amanns eindrückliche Präsentationen und Praxisbeispiele (siehe Link zu kreativen Prostestformen unten) sehr hilfreich, sondern auch der Austausch und die Vernetzung untereinander. Auch in diesem Sinn war es ein sehr bereicherndes Treffen, das wieder Mut macht, sich gemeinsam mit anderen für eine gerechtere und ökologischere Welt zu engagieren. Vielen Dank an die OrganisatorInnen aus Salzburg!

Weitere Links: