Bericht zum Themenabend Palmöl

In beinahe jedem zweiten Lebensmittel findet man es, auf einem großen Teil der Erde wird es angebaut. Sehr viele Menschen sind davon betroffen. Ob es der Lebensraum, die Arbeitswelt oder der Verzehr ist. Palmöl trifft die Erde wie ein Krater. Von der Dimension etwas galaktisch und trotzdem nicht weit verfehlt.

Es beginnt beim Kleinsten 

Wie überall wird beim schwächsten Glied begonnen. Wenn wir von Palmöl sprechen, sind das schwächste Glied die Kleinbauern. Dabei ist es wichtig die Bedeutung des Wortes zu verstehen. Unter Kleinbauern versteht man Menschen, die oft im Zuge der Familie ihr Handwerk von klein auf lernen und später dann auch zum Beruf machen. Durch dieses Erlenen eines solchen Handwerks ist meistens wenig Platz für anderes. Schule? Bildung? Worte ohne persönlichen Bezug. Die Folge dessen ist, dass ohne Bildung, der Horizont kleinkariert bleibt. Keine Weitsicht und auch keinen Einblick. Das Ergebnis kann nur sein, Gutmenschen, die arbeiten um zu leben und das tun was verlangt wird.

Der Staat bin ich

Wenn etwas groß wirkt, reicht es oftmals. Beim Thema Palmöl ist das der Fall. Das Ackerland in Süd-Ost Asien, ist ein Paradebeispiel. Große Investoren aus Riesenkonzernen machen sich beim Staat interessant und hebeln das Gesetz aus in dem sie den Gesetzgeber kaufen. Das ist nicht nur ein moralischer Handschlag mit dem Teufel, sondern auch ein Spiel mit der Existenz vieler Menschen. Und dabei geht es noch nicht einmal um das Eigentliche.

Unser tägliches Öl gib uns Palmen

Große Konzerne bedeutet große Anbauflächen. Große Flächen ziehen auch viele ArbeiterInnen mit sich. Und dazu passt dann auch das altbekannte Sprichwort: Hohe Quantität, wenig Qualität. Aus Natürlicher Vielfalt und Urwald  entsteht eine durchstrukturierte Monokultur, bei der nicht die Natur im Vordergrund steht, sondern das Geld. Unter dem Motto, „Mehr Pflanzen, mehr Geld“, wird das Konzept verfasst und Aufgaben verteilt. Wenn man so eine Aufgabenliste betrachten würde, wird man auf die Punkte Rodungen und Vertreibung nicht herumlesen können. Die Bäume verlassen ihren Ursprung und die Bewohner ihr Haus. Das alles wird mit Feuer verewigt und somit beginnt der Hexenkessel zu brodeln.

Das Spektral als Treffpunkt

Diese komplexe Angelegenheit wurde am 15.März im Spektral in Graz zum Thema gemacht. Durch eine Filmvorführung von Landraub und einer anschließender Diskussion mit dem erfahrenen Ansprechpartner David Horvath von Südwind Steiermark, wurde ein breites Spektrum geboten. Eine Sicht auf ein Thema, das die Welt verändert, die Zukunft gestaltet und jeden einzelnen betrifft. Diese Wichtigkeit wurde von vielen erkannt. Dafür ist man auch gerne zusammengerückt und hat jeden freien Stuhl genutzt. Für des Leibes Wohl sorgten einige AktivistInnen mit einer Dumpster Aktion, aber auch Food-Sharing blieb nicht ungenutzt und so wurden alle Interessierten kulinarisch bestens versorgt und haben zu dem auch noch Lebensmittel gerettet. Doppelt hält besser! Doch das war nicht das einzig positive an diesem Abend, den während der Filmpräsentation wurden auch Unterschriftenlisten für Gerechtigkeit von Keksen durchgereicht und diese sind auch zahlreich unterschrieben worden. Damit die Ausbeutung der von der Umwelt angefangen bis hin zu einem Kleinbauern nicht länger unterstützt und die Welt wieder ein Stück gerechter gemacht wird!
Insgesamt muss man ein großes Lob an alle Teilnehmer für die lange Konzentrationsausdauer aussprechen, dabei sollte man nicht vergessen wer diesen Abend möglich gemacht hat. Angefangen bei der neuen Südwind-AktivistInnenkoordinatorin Lisa Weichsler, dem erfahrenen Diskussionspartner David Horvath, so wie auch den vielen KooperationspartnerInnen, Supply Change, Grüne Akademie Steiermark, System Change not Climate Change, ÖH-Uni Graz, Greenpeace und zuletzt noch Attac Graz.

Danke für diesen sehr gelungenen Abend!

Ein letztes Fazit: „Besonders wird etwas nicht durch den Gebrauch in jedem Moment, sondern durch den Moment im Gebrauch!“

 


Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier der Link zur Petition:
http://www.supplychainge.org/mach-mit-at1/petition-palmoel-gerechtigkeit-fuer-meine-kekse/

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ÜRAT 2017 in Vöcklabruck – gegessen wird um 18:00 Uhr!

Meine erste wirkliche Berührung mit den Südwind AktivistInnen fand gleich sehr intensiv am heurigen ÜRAT (Überregionalen AktivistInnen Treffen) in Vöcklabruck statt. Über eine Freundin habe ich von dem Wochenende erfahren und wollte es mir nicht entgehen lassen. Am Programm standen die Aktionswerkstatt, Vernetzung und Erfahrungsaustausch, ein fundierter Input zu der Make Fruits Fair Kampagne von Südwind und ein Reisebericht zum Thema Palmöl.

Freitag zu Mittag kamen wir im Seminarhaus an und aßen zugleich alle gemeinsam erst einmal Mittag. Sehr schnell wurde uns bewusst, dass die Essenszeiten für die Angestellten sehr sehr wichtig waren und sehr sehr genau eingehalten werden mussten – eine irritierendes und doch verbindendes Nebenthema, das uns die nächsten zwei Tage begleiten sollte. Wichtiger als die Essenszeiten, obgleich auch die Pausen und die tollen Gespräche am Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch für uns eine Bereicherung waren, war uns als ÜRAT TeilnehmerInnen jedoch der Inhalt des Treffens an sich. Am Freitag starteten wir gleich noch mit dem Kennenlernen durch, bekamen einen Einblick in die Machenschaften der AktivistInnengruppen in Wien, der Steiermark und Oberösterreich und Vertieften uns in unseren eigenen Erfahrungen mit dem Südwind Aktivismus. Die TeilnehmerInnengruppe war ein bunter Haufen aus langjährigen AktivistInnen, hauptamtlichen Südwind Angestellten, Neu-AktivistInnen und Interessierten. Jede/r war willkommen und jede/r brachte seinen ganz besonderen Input für das arbeitsreiche Wochenende mit.

In den folgenden zwei Tagen (Samstag und Sonntag) wurde getüftelt wie man neue Leute für Aktivismus begeistern kann, es wurden Aktionsthemen gesucht die uns fesseln, Aktionen geplant, Planungen ausgearbeitet, es wurde über Faire Früchte und Fair Trade diskutiert, Palmöl durch die verbale Presse genommen, es wurde gelacht und gequatscht, Kaffee getrunken und – nicht zu vergessen – um 18 Uhr wurde gegessen! (Außerdem wurden Kärtchen aussortiert … aber das nur so am Rande). Kurz gesagt, wir waren produktiv, tauschten uns aus, bereicherten uns gegenseitig und lernten dazu.

Die Abende verbrachten wir in einer angenehmen Runde miteinander, für den Samstag reservierten wir uns einen Tisch im Ort, um gemeinsam, abseits des Arbeitsklima, miteinander zu feiern.

Es war mein erstes Wochenende, an dem ich mich so richtig mit der Arbeit und den Aktionen der Südwind AktivistInnen auseinandergesetzt habe und ich denke, es hätte nicht besser sein können. Abgesehen von den Essenszeiten, wofür von uns keiner was konnte, waren die knappen drei Tage super durchgeplant, sehr offen gestalten, demokratisch umgesetzt, frei verlebt. Und der Spaß kam nicht zu kurz! Danke an dieser Stelle auch an David, der mit seiner scheinbar unerschütterlichen Ruhe und strukturierten Gelassenheit  für uns alle einen Rahmen geschaffen und organisiert hat, in dem das heurige ÜRAT zum Erfolg für uns alle werden konnte.