Das war die Südwind Academy 2018

Was glaubst du? Wie hängen diese Zahlen zusammen:

1 300 000 Arbeiter bei Foxconn in China
23 879 Einwohner in Traun (Stadt in Oberösterreich)
15 000 Besucher bei der Wear Fair
17 globale Nachhaltigkeitsziele
4  Tage in Linz

Im Grunde sind diese Zahlen ein Resümee der Südwind Academy 2018. Eine kleine, feine Gruppe hat sich dieses Jahr im Jugendgästehaus Linz zusammengefunden, mit der Intention, Wissen zu globalen Themen zu erweitern. Im Zentrum der 4 Tage standen die 17  UN- Ziele, die Sustainable Development Goals. Kennenlernen, Theoretischer Input, die Idee zu einem eigenen Projekt um die Welt zu verändern sowie diverse Spiele zu den SDG’s waren Programmpunkte der knapp ersten 2 Tage.

Inputs…

Am Samstag gab es sehr viel Besuch. Nach dem Frühstück gesellte sich Michaela Meindl von der Stadt Traun, mit 23 879 Einwohnern und knapp 11.000 Haushalten, zu uns. Sie ist dort für die öffentliche Beschaffung zuständig  und hat die Stadt  mit ihrem Engagement zu einem europaweiten Vorbild gemacht. Mit dem Fair-Cotton Award wurde die Stadt 2014 ausgezeichnet, was die Motivation für weitere Schritte noch steigerte. Lokal, saisonal und fair, ist das Motto in Traun. Der Durchbruch gelang mit der Umstellung auf fair hergestellte Arbeitsbekleidung im öffentlichen Raum und der Auszeichnung als FAITRADE-Stadt. Mittlerweile sind fairer Kaffee und Getränkeautomaten mit regionalen Säften sowie Obst aus der Region kein Thema mehr, sondern Selbstverständlichkeit. Ein beeindruckendes Beispiel, was alles möglich ist, wenn es Menschen als wichtig erachten, woher und unter welchen Umständen Produkte kommen und produziert werden….

Einen schockierenden Einblick in die Realität von 1 300 000 Arbeitern bei Foxconn und weiteren Fabriken in China verschaffte uns Kin Wan. Er arbeitet bei LESN (Labour Education & Service Network) in Hong Kong und führte uns in die vielschichtige Welt Südchinas. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Suizide und Landflucht sind verheerende Auswirkungen von Verzweiflung und Armut die unter anderem in Teilen Chinas herrscht. Nach dem Mittagessen, wurde die Gruppe geteilt und in Teams eine Recherche zur Vertiefung des bereits vorhandenen Wissens durchgeführt.

Und was motiviert dich?

Diese Frage eröffnete das Sammeln von Ideen zum Thema Aktivismus. Ungerechtigkeit, Verschmutzung der Umwelt und Klimawandel resultierten aus einer Brainstorming-Runde zur Findung der Motivation aktiv zu werden. Was Kampagnen sind und wie eine Aktion vorbereitet werden kann, wurde theoretisch durchgearbeitet und gab uns konkrete Hilfsmittel und Antrieb für eigene Planungen in den verschiedenen Regionalgruppen.

Aber auch das Abendprogramm ist nicht zu kurz gekommen, sondern war bestückt mit global relevanten Themen. Als Highlight zählt hierzu der Kinobesuch zur Premiere „Unser Saatgut“ mit anschließender Diskussion.

Die Wear Fair und mehr mit 200 Austellern und rund 15 000 Besuchern war der krönende Abschluss der Academy. Gemeinsam wurden alte Handys, bei einem „Urban Mining“-Workshop von Fairphone Vienna auseinandergenommen und inspiziert. Woher Ressourcen zur Herstellung kommen und welche Intransparenz auf dem Markt vorherrscht, wie Bürgerkriege gefördert werden und Menschen ausgebeutet, stand unter anderem im Fokus unserer 4 Tage in Linz.

Aha- Momente und die Weitergabe von Wissen bzw. die nationalen sowie internationalen Akteure, die bereits aktiv an einer Veränderung im Feld der Ungerechtigkeit und Umweltschutz arbeiten, dürfen als Inspiration mitgenommen werden. Mehr zum Themenschwerpunkt Elektronik finden sich auf der Seite www.suedwind.at/elektronik. Die nächste Südwind Academy kommt bestimmt und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen – in den regionalen Gruppen in Wien, Graz, Salzburg und anderswo oder bei Aktionen, Demos und Treffen in ganz Österreich!

Die Südwind Academy 2018 fand im Rahmen des EU-Projekts „Make ICT Fair“ statt.

Make ICT Fair

 

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MakeICTfair und die Apple Store Eröffnung

Am 24. Februar 2018 um 09:30 öffnete der erste Apple-Store in Österreich in der Kärntnerstraße in Wien seine Tore. Mit lautem Gejubel wurden die KundInnen von den MitarbeiterInnen begrüßt. In Schlange standen sie davor schon lange in der Kälte, um zu den ersten zu gehören, die den Shop betreten können. Das Medienaufgebot war groß, einige Tage davor durften JournalistInnen bereits einen Blick hinein werfen.

Und was hat das alles mit Südwind und den AktivistInnen zu tun?

Sehr viel, denn wir waren mittendrin dabei!
Durch eine Protestaktion wollten wir darauf aufmerksam machen, dass in der Produktion der von vielen genutzten Elektronikprodukte wie Handys, Computer, Laptops und Tablets oft ArbeiterInnen unter menschenunwürdigen Zuständen arbeiten müssen.

Die Akkord-Arbeit und die daraus resultierenden Opfer haben wir ebenso dargestellt wie wir auch mit Schilder versucht haben die Aufmerksamkeit der „feiernden“ KundInnen auf die Situation der ArbeiterInnen zu lenken.

Durch Shopkarten, die wir verteilt haben, sind wir auch in direkten Kontakt mit den Menschen gekommen, indem wir sie aufgefordert haben, an Apple heranzutreten und kritische Blicke auf die Zulieferfirmen zu werfen, um so die Produktionsbedingungen zu ändern.
Es ergaben sich einige tolle Gespräche und es bestand neben dem Interesse an Apple auch reges Interesse an unserer Aktion, auch von Seiten der Medien wurde neben der Blick auf Apple auch ein Blick auf uns geworfen, zB. von derStandard und Futurezone

Der Fokus der #makeICTfair-Kampagne von Südwind ist nicht nur Apple, sondern liegt auf der gesamten ICT-Industrie und soll Hersteller anregen, darauf zu achten, dass in ihren Zulieferbetrieben faire Arbeitsbedingungen herrschen bzw. diese einzufordern.

hier findet ihr noch mehr Infos zur Südwind-Kampagne: #makeICTfair IMG_1011.JPG

PS: Auch Attac war durch eine Aktion vor Ort, um die geringen Steuerzahlungen von Apple anzukreiden! genaueres dazu könnt ihr hier nachlesen.

Make my mobile fair!

Handy Aktion in Innsbrucks Zentrum: Südwind Aktivistinnen und Aktivsten informierten über die Schattenseiten der Handyindustrie

Am Samstag Vormittag (13.10. 2012) haben Südwind AktivistInnen öffentlichkeitswirksam auf die Missstände in der Handyindustrie aufmerksam gemacht.

Aus welchen Rohstoffen besteht mein Handy? Aus welchen Erdteilen stammen die Einzelteile? Wer baut unser Handy zusammen? Auf Fragen wie diese bekamen Interessierte Antworten und Informationsmaterial in der Innsbrucker Innenstadt.

Tagtäglich schuften ArbeiterInnen an den Fließbändern der Zulieferbetriebe Foxconn und Wintek für Nokia, Apple und andere Hersteller. Niedrige Löhne, unzumutbare sanitäre Anlagen, geteilte Schlafplätze auf Strohmatten sind Normalität in den Produktionsstätten in Indien und China. Die besorgniserregenden Produktionsbedingungen in der Handyindustrie bewegten Passanten dazu, mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen zu setzten. „Wir fordern faire Arbeitsbedingungen, welche den Arbeitern und Arbeiterinnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen“, so die Südwind Aktivistin Sandra Schildhauer.

Auf der Homepage von Südwind besteht die Möglichkeit, sich an einer E-Mail-Petition (http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=248885) zu beteiligen.

Umfangreiches Hintergrund- sowie Bildmaterial gibt es unter www.suedwind-agentur.at

Make my mobil fair! - Make IT fair!

Make my mobil fair! - Make IT fair!

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