MakeICTfair und die Apple Store Eröffnung

Am 24. Februar 2018 um 09:30 öffnete der erste Apple-Store in Österreich in der Kärntnerstraße in Wien seine Tore. Mit lautem Gejubel wurden die KundInnen von den MitarbeiterInnen begrüßt. In Schlange standen sie davor schon lange in der Kälte, um zu den ersten zu gehören, die den Shop betreten können. Das Medienaufgebot war groß, einige Tage davor durften JournalistInnen bereits einen Blick hinein werfen.

Und was hat das alles mit Südwind und den AktivistInnen zu tun?

Sehr viel, denn wir waren mittendrin dabei!
Durch eine Protestaktion wollten wir darauf aufmerksam machen, dass in der Produktion der von vielen genutzten Elektronikprodukte wie Handys, Computer, Laptops und Tablets oft ArbeiterInnen unter menschenunwürdigen Zuständen arbeiten müssen.

Die Akkord-Arbeit und die daraus resultierenden Opfer haben wir ebenso dargestellt wie wir auch mit Schilder versucht haben die Aufmerksamkeit der „feiernden“ KundInnen auf die Situation der ArbeiterInnen zu lenken.

Durch Shopkarten, die wir verteilt haben, sind wir auch in direkten Kontakt mit den Menschen gekommen, indem wir sie aufgefordert haben, an Apple heranzutreten und kritische Blicke auf die Zulieferfirmen zu werfen, um so die Produktionsbedingungen zu ändern.
Es ergaben sich einige tolle Gespräche und es bestand neben dem Interesse an Apple auch reges Interesse an unserer Aktion, auch von Seiten der Medien wurde neben der Blick auf Apple auch ein Blick auf uns geworfen, zB. von derStandard und Futurezone

Der Fokus der #makeICTfair-Kampagne von Südwind ist nicht nur Apple, sondern liegt auf der gesamten ICT-Industrie und soll Hersteller anregen, darauf zu achten, dass in ihren Zulieferbetrieben faire Arbeitsbedingungen herrschen bzw. diese einzufordern.

hier findet ihr noch mehr Infos zur Südwind-Kampagne: #makeICTfair IMG_1011.JPG

PS: Auch Attac war durch eine Aktion vor Ort, um die geringen Steuerzahlungen von Apple anzukreiden! genaueres dazu könnt ihr hier nachlesen.

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Aktion für CleanIT: Photoaktion vor dem Hauptgebäude der Universität Wien

Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie

Am Mittwoch, den 7. Oktober 2015, war der Welttag für menschenwürdige Arbeit. Wir haben vor dem Hauptgebäude der Universität Wien auf die unfaire Beschaffung an der Wiener Universität aufmerksam gemacht.

Mit uns sind europaweit viele AktivistInnen in die Öffentichkeit gegangen und haben klar gemacht, dass faire Beschaffung erwartet wird, sie möglich ist und es Organisationen gibt, die beim Umstieg auf faire Beschaffung behilflich sind (z.B. http://electronicswatch.org/de/, https://twitter.com/search?src=typd&q=%23electronicswatch).

Es geht auch, nein, es geht nur fair! Wir haben auch die Chance ergriffen Universitäten und Städte vorzustellen, die sich bereits für faire IT einsetzen und ihre Beschaffung auf gesunde Beine gestellt haben.

Wie geht es in Wien weiter? Wir halten euch hier am Laufenden. Wenn ihr auf einer Universtität studiert oder dort arbeitet und forscht, dann erkundigt euch auch selbst, wie es denn um die Beschaffung bei euch aussieht. Erzählt auch gerne auf diesem Blog darüber.

Hashtags:

Weitere interessante Links:
http://www.clean-it.at/ueber-clean-it/
https://twitter.com/ituc
http://www.univie.ac.at/

Clean IT. Vorbereitungstreffen zur Photo-Aktion vor der Wiener Universität

Rechtsverletzungen, Zwangspraktika, Ausbeutung … sollen zukünftig nicht mehr in der IT stecken, die an österreichischen Universitäten eingesetzt wird. So der Wunsch – der aktuelle Status ist leider unerfreulich. Studentische Serversklaven arbeiten am Fließband, damit z.B. in Wien auf diesen Servern Studierende arbeiten können.

Die Organisation DanWatch hat die Lieferkette von Servern untersucht, die an europäischen Universitäten eingesetzt werden. DanWatch hat organisierte Ausbeutung (z.B. 3-5 Monate lang 6 Tage die Woche und 10-12 Stunden täglich) nachgewiesen und mehrere Verletzungen der Rechte von PraktikantInnen, des chinesischen Arbeitsrechts und der Konvention gegen Zwangsarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO; http://www.ilo.org/global/lang–en/index.htm) dokumentiert.

Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie

Um wieviel Geld geht es hier eigentlich jährlich?
Jedes Jahr werden von europäischen Universitäten rd. 4,27 Milliarden Euro in die IT-Infrastruktur investiert. Dieses Geld soll zukünftig nur mehr in fair produzierte Hardware investiert werden.

4,27 Milliarden Euro, das sind …

  • 4,27 Millionen 1000 Euro Laptops
  • 213 Millionen 20 Euro Computer-Mäuse
  • 10,675 Millionen 400 Euro Monitore
  • … und das Jahr für Jahr für Jahr für Jahr …

Was kann eine Universität tun, um ihr IT-Budget nachhaltig und fair einzusetzen?
Öffentliche Einrichtugen können zum Beispiel bei Electronics Watch (http://electronicswatch.org/de/) mitmachen und erhalten laufend aktuelle Informationen über Zulieferer. Arbeitsbedinungen in IT-Fabriken werden vor Ort überprüft und strukturierte Verfahren verbessern die Arbeitsbedingungen vor Ort.

Ist die Wiener Universität bereits Teil von Electronics Watch?
Nein, aber wir wollen die Wiener Universität wachrütteln und sie daran erinnern, dass sie als öffentliche Institution Verantwortung zu zeigen hat. Es geht um viel Geld – und es geht um viele Menschen, die in der Produktion von IT ihr Auskommen finden müssen. In vielen Fällen werden Menschen zur Arbeit gezwungen und das soll sich ändern.

Wer ist der Organisation Electronics Watch schon beigetreten?
Die Universtitäten Aberdeen, Edinburgh, Leeds und zum Beispiel auch die Universität Durham setzen sich bereits für faire Produktionsbedingungen ein. Um ein weiteres Beispiel des öffentlichen Sektors zu nennen, die Stadt Utrecht. Auf Initiative einer Partei hat sich der Gemeinderat für einen Beitritt zu Electronics Watch entschieden und mit diesem Schritt ist Utrecht die erste Electronics Watch – Stadt geworden. Wir finden das sehr gut.

Jeroen Kreijkamp, Mitglied des Stadtrats, berichtet: „Electronics Watch hat einen Verhaltenskodex entwickelt und setzt Monitoring-Aktivitäten um. Die Organisation liefert sehr wertvolle und objektive Informationen über die Zulieferketten von Elektronikprodukten, die uns im Dialog mit unseren eigenen Zulieferern unterstützen.“ Pauline Overeem von SOMO, einer der Organisationen hinter Electronics Watch, erklärt: „Die gebündelte Kaufkraft von öffentlichen Institutionen ist beträchtlich. Durch einen Zusammenschluss können sie Einfluss auf Marktakteure ausüben und weltweit strukturelle Verbesserungen von Arbeitsbedingungen im Elektroniksektor erreichen. Wir sind daher sehr erfreut, dass die Stadt Utrecht diesen Schritt setzt.“ (Quelle: http://electronicswatch.org/de/utrecht-geht-mit-gutem-beispiel-voran-und-wird-als-erste-europ%C3%A4ische-stadt-mitglied-bei-electronics-watch_1490714).

Und, übrigends, das Universitätskrankenhaus der Stadt ist auch beigetreten.

Zurück nach Österreich, wann soll nun die Wiener Universität an ihre Verantwortung erinnert werden?
Am Mittwoch Vormittag, 7. Oktober 2015, werden die Südwind AktivistInnen in Wien die MitarbeiterInnen der Clean IT Kampagne von Südwind bei ihrer Photoaktion vor dem Hauptgebäude der Wiener Universität unterstützen. Wenn du Lust hast, schau vorbei und fordere mit uns die Wiener Universität auf, zukünftig nur noch fair zu beschaffen. Ausbeutung darf nicht mit unserem Steuergeld finanziert werden.

 

Treffpunkt: 10 Uhr, Laudongasse 40, 1080 Wien
Clean IT Kampagne: http://www.clean-it.at/
hashtags: #DecentWork, #ElectronicsWatch

Exportiertes Gift – Was passiert mit unserem Elektroschrott?

Am 27. April 2013 machten die Südwind AktivistInnen mit einer aktionistischen Straßenkunstaktion zwischen 10:00 und 12:00 Uhr in der Maria-Theresien-Straße (beim Brunnen) in Innsbruck auf die Problematik vieler Tonnen europäischem Elektroschrott in Afrika aufmerksam. Unter dem Motto „Exportiertes Gift – Was passiert mit unserem Elektroschrott?“ thematisierten die AktivistInnen die Problematik von europäischem Elektromüll, der sich trotz Exportverbot auf afrikanischen Deponien wiederfindet und dort die Gesundheit, der ansässigen Bevölkerung gefährdet.

Ein paar Photos von der Aktion findet ihr hier:

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Wenn du aktiv werden willst, Ideen für öffentliche Aktionen hast, Kommunikationsideen ausprobieren willst oder einfach nur ein bisschen näher drann sein willst an heißen, globalen Themen, schau beim Innsbrucker Netzwerkabend vorbei. Du erreichst uns auch unter aktivismus.tirol(ät)suedwind.at.

Auf bald!
Südwind Aktivist_innen