Veranstaltungstipp | Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Lecture Performance am 3. April um 18:30 in Wien: Ein Abend mit Vortrag, gespielten Szenen, Lesung, Kabarett und Musik um mehr über SEZIONIERI zu erfahren.

Sezionieri ist eine gemeinsame Aufklärungskampagne der Produktionsgewerkschaft PRO-GE im ÖGB, NGO´s und Aktivist_innen für die Rechte von Erntehefer_innen in Österreich. Die SEZONIERI Kampagne (www.sezonieri.at) verfolgt das Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntearbeiter_innen in Österreich nachhaltig zu verbessern. Einer ihrer Ausgangspunkte war der selbstorganisierte Protest von 70 Erntearbeiter_innen des größten Gemüsebauern Tirols im Oktober 2013. Seit 2014 sind Kampagnen-Mitarbeiter_innen in vier Bundesländern Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Burgendland aktiv, bereiten arbeitsrechtliche Informationen auf (BKS, Deutsch, Rumänisch, Slowenisch, Ukrainisch, Ungarisch) und teilen Info-Folder bei Feldaktionen an die Arbeiter_innen aus. Es wird auch ein Telefondienst für den Erstkontakt angeboten. Die PRO-GE unterstützt unter Wahrung der Anonymität der Anrufenden kostenlos und übernimmt im Bedarfsfall auch die rechtliche Vertretung vor Gericht.

http://www.sezonieri.at – Das Informationsportal für SaisonarbeiterInnen

Wenn du mehr über SEZIONIERI erfahren willst, so schau vorbei zur nächsten Veranstaltung am Montag, den 3. April 2017, oder wirf einen Blick auf ihre Website http://www.sezonieri.at. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

3. April 2017 – Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Ort: BOKU Augasse – Augasse 2-6, 1090 Vienna, Austria
Eintritt frei

Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

Text und Regie: Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann
Mit: Lia Sudermann, Franz-Xaver Franz
Musik: Lissie Rettenwander
Recherche: Sónia Melo

Links zur Veranstaltung:

Die studentische Initiative BOKUs KriStus hat die Veranstaltung mit Unterstützung der ÖH BOKU, den Studienvertretungen AW und UBRM organisiert.

 


Informationen von SEZIONIERI über ihre Arbeit

Die österreichischen Staatsbürger_innen, die in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit tätig sind, kann man an einer Hand abzählen. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn man sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Nur wer es aufgrund des beschränkten Arbeitsmarktzugangs und/oder mangelnder Erwerbsmöglichkeiten im Herkunftsland nötig hat, lässt sich auf dieses Arbeitsverhältnis ein.

Foto: Wilfried Hanser

Erntehelfer_innen verrichten bis zu sieben Tage Woche, bis zu fünfzehn Stunden am Tag eine körperlich sehr anstrengende Arbeit für einen sehr niedrigen Lohn. Für Erntehelfer_innen gibt es ausverhandelte Kollektivverträge, die von Bundesland zu Bundesland differieren; der darin festgelegte Stundenlohn gilt gesetzlich als Mindestlohn, auch wenn nach Akkord (etwa pro gefüllter Kiste Erdbeeren) bezahlt wird. Dieser Stundenlohn überschreitet nirgendwo in Österreich 7 Euro netto und wird überdies selten voll ausbezahlt.

Zu den häufigsten Missständen zählen:

  • unbezahlte Überstunden
  • unbezahlte Sonderzuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit
  • die gesetzliche Regelung überschreitende Lohnabzüge für Kost, Logis und Arbeitswerkzeug
  • inadäquate Unterkünfte

Die Supermarktketten ordern mehrmals täglich frische Ware, die innerhalb weniger Stunden angeliefert werden muss. Der Handel drückt die Preise nach unten, folglich haben die Produzent_innen, die die Produktionskosten senken können, die Nase vorne. Im landwirtschaftlichen Sektor spielen die Lohnkosten eine entscheidende Rolle, da die Erntearbeit großteils händisch erfolgt. Ohne „billige“ ausländische Arbeiter_innen, die während der Arbeitsspitzen angestellt werden, können viele Bauern und Bäuerinnen mit diesem Wettlauf nach unten nicht mithalten. So bleiben die Arbeitsrechte der Erntehelfer_innen auf der Strecke.

Die Beschäftigten in der Landwirtschaft brauchen klare Verhältnisse und auch Informationen zur Durchsetzung ihrer Arbeits- und Menschenrechte. SEZIONIERI gibt Informationen und gleichzeitig Hilfestellung zur Rechtsdurchsetzung. (Quelle: http://www.sezionieri.at, Foto Sónia Melo)

Mit SEZONIERI wollen wir der Ausbeutung von Erntehelfer_innen in Österreich entgegenwirken, indem wir sie auf ihre grundlegenden Rechte laut Kollektivvertrag aufmerksam machen und sie im Arbeitskampf unterstützen.

Die SEZONIERI Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in Österreich ist eine gemeinsame Initiative von unabhängigen Aktivist_innen, PRO-GE – die Produktionsgewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, Nyéléni – Forum für Ernährungssouveränität, UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender, MEN-VIA – Unterstützung für männliche Betroffene von Menschenhandel und LEFÖ – Bildung und Beratung für Migrantinnen.

SEZONIERI
sezonieri@gmx.at
http://www.sezonieri.at
http://www.facebook.com/sezonieri

 

 

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Zum Ende der Klimakonferenz in Paris gabs eine flashige Aktion von System Change, not Climate Change in Graz!

Weils uns alle betrifft und der eine oder die andere SüdwindIn Teil des kreativen Flashmobs zum Ender des UNO Klimagipfels war, bekommt die System Change, not Climate Change Aktion vom 12.12.15 wieder einen Platz auf dem AktivistInnen Blog.

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„The Paris Agreement is a death sentence for many people. A world with temperature increases more than 3 degrees Celsius is a world where not everyone will survive.“ – Pablo Solón (Ehemaliger Bolivianischer UN Botschafter und Umwelt-Aktivist)

So sehen es auch die Grazer AktivistInnen und haben Merkel, Obama, Faymann und Xi Jinping zu uns geholt, um der Welt das „Geschenk“ Klimaabkommen zu überreichen. Sobald dieses die Erde berührt, brechen viele Aktivisten wie tot zusammen.

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12316358_10204486453392311_8753862426620208811_nFotos © Richard Griletz

 

Das von allen Staaten unterzeichnete Abkommen beinhaltet die Klimaerwärmung auf 2 Grad zu minimieren (1.5 Grad anzustreben), der Plan das zu hinzubekommen ist NICHT EXISTENT, der Weg zum Plan ist ZU LANGSAM, die REDUKTION von KOHLEKRAFT zu WENIG, und die MENSCHENRECHTE von indigenen Bevölkerungen weder vollends geschützt noch unterstützt.

 1.5 to stay alive

 

Um dort hin zu gelangen, müssen wir aufstehen! Vernetzt auch mit der Initiative System Change, not Climate Change in eurer Stadt: http://systemchange-not-climatechange.at

Und zu gut der Letzt noch ein tolles Video zur Aktion in Graz:

Abschlussaktion in Graz – Make Chocolate Fair

Liebe Aktivistinnen und Aktivisten :)

Es ist soweit, die Abschlussaktion zur „Make Chocolate Fair“-Kampagne findet noch dieses Wochenende statt.

„Am Samstag, 7.11. werden wir wieder eine Schokoaktion mit Riesenzeitungen in Graz machen. Die Kampagne ist in der Zielgerade und die Unterschriften werden bald an die ProduzentInnen übergeben – wir möchten zum Abschluss noch einmal viele Menschen in Graz erreichen und laden Euch alle ein mitzumachen!“

Link: http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=261234

Nachdem beim vorherigen Stammtisch aus der Idee einer letzten Schokoaktion eine fixierte Aktion wurde, haben sich gestern noch ein paar AktivistInnen zusammengesetzt, um alles vorzubereiten; es wurde noch mal fleißig gebrainstormt, Facts zur Kakao-Produktion besprochen und die wichtigste Aufgaben  für den Aktionstag aufgeteilt.

Planung_Schoko

Subtext: KOMMT DOCH AM SAMSTAG VORBEI :) Ab 14 Uhr werden wir am Färberplatz in Graz sein. Jede/r ist Willkommen!

 

Impulstag Soziokratie – AktionsAkademie 2014

Die AktionsAkademie 2014 in Steyr ist vorbei, doch die Eindrücke und Gedanken halten noch an.

Bei den spannenden und umfangreichen Seminaren und Workshops, welche geboten wurden, mussten dennoch Entscheidungen getroffen werden und so fiel meine Wahl auf den „Impulstag Soziokratie“  mit Barbara Strauch vom Soziokratie Zentrum Österreich.

Soziokratie ist ein partizipatives Organisationsmodell und basisdemoraktisches Entscheidungsfindungstool. Es bietet interessante Möglichkeiten für Organisationen, für gemeinsame Entscheidungsfindung und eventuell auch für AktivistInnen-Gruppen.

Neben einer sehr respektvollen und gleichberechtigten Gesprächsführung zählte für mich auch die offene Wahl zu den spannendsten Bereicherungen dieses Seminares.

Hier nun ein paar Links und die Mitschrift dieses Impulstages:

Aktionstraining in Salzburg, oder: Wie basteln wir ein grünes Zebra?

Im Rahmen des Jungk-Jahres (http://robertjungk100.org) haben Südwind Salzburg und KommEnt ein Seminar zu kreativen politischen Aktionsformen organisiert. Wir waren natürlich auch dabei und haben in der Methodenkiste gegraben.

Marc Amann ist den TeilnehmerInnen der Südwind-Academy 2011 ja schon bekannt – schon damals hatten wir die Gelegenheit, von seinen sehr vielfältigen Erfahrungen mit unterschiedlichen Protestformen zu lernen. Diesmal stand dafür noch mehr Zeit zur Verfügung und so wurden zum Beispiel unterschiedliche Spiele und Übungen aus dem Theater der Unterdrücken gleich ausprobiert. Gemeinsam haben wir auch viel nachgedacht und gebrainstormt, was die Ziele unserer Aktionen sein können (Sensibilisierung, Gesetzesänderung, Aneignung, …) und was bei der Planung zu berücksichtigen ist (Wirkung auf Außenstehende, Ressourcen, Ablauf, Location, Verbündete, …). Rechtliche Aspekte und die strategische Einbettung von einzelnen Aktionen in größere Kampagnen wurden behandelt.

Genug Input, um praktischer zu werden: In Kleingruppen haben wir Theaterstücke entwickelt (Maschinentheater, Zeitungsaktion) und für die „öko&fair ernährt mehr“-Kampagne der Weltläden kreative Wege gesucht, um auf die Bedeutung der Artenvielfalt hinzuweisen. Bunte Schafnasen und Herden von grünen Zebras sollen doch auch weiterhin in Freiheit leben dürfen, oder?

Am nächsten Tag haben überlegt, an welchen Prinzipien wir uns orientieren sollten (Gewaltfreiheit, Themenfokussierung, Grenzen respektieren, …) und wo wir uns Inspiration holen. Genau dafür sind aber nicht nur Marc Amanns eindrückliche Präsentationen und Praxisbeispiele (siehe Link zu kreativen Prostestformen unten) sehr hilfreich, sondern auch der Austausch und die Vernetzung untereinander. Auch in diesem Sinn war es ein sehr bereicherndes Treffen, das wieder Mut macht, sich gemeinsam mit anderen für eine gerechtere und ökologischere Welt zu engagieren. Vielen Dank an die OrganisatorInnen aus Salzburg!

Weitere Links: