Südwind Academy 2017 – der Abschluss

 

Mutige vor! Der dritte Tag der Südwind Academy stand ganz im Zeichen des Aktivismus – und dafür mussten einige TeilnehmerInnen schon gleich am morgen so manche Grenze überwinden. Nach dem Frühstück ging es direkt nach draußen in den Klettergarten. Nach der Sicherheitseinführung konnten sich die TeilnehmerInnen im Aufstieg, Balancieren, Abseilen und Klettern erproben – und dabei im wahrsten Sinne des Wortes so manche Hürde überwinden.

Aber was hat diese Outdoor-Aktion mit Aktivismus zu tun? Diese Frage wurde anschließend gemeinsam im Seminarraum besprochen. Und nach einer kurzen Verschnaufpause war allen der Zusammenhang ziemlich schnell klar: Auf dem Kletterparcour ging es darum Mut zu zeigen, eigene Grenzen zu überwinden, im Team zu arbeiten, einander zu vertrauen und überlegt anstatt überstürzt an neue Aufgaben heranzugehen – genau wie bei der Planung und Umsetzung einer Aktion.

Nach einem Brainstorming diskutierten die TeilnehmerInnen dann, welche unterschiedlichen Formen der Aktion möglich sind, welche Rollen und Funktionen dafür benötigt werden und was dazu führt, dass eine Aktion gelingt oder eben nicht. Um die zahlreichen Möglichkeiten nicht nur in der Theorie zu besprechen, sondern auch praktisch zu erproben, sollten die TeilnehmerInnen dann in kleinen Gruppen zu einem ausgewähltem Thema ihre eigene Aktion planen und anschließend präsentieren. Das Fazit: Wer eine gute Idee hat, kann in relativ kurzer Zeit mit wenig Mitteln wirksam auf ein Thema Aufmerksam machen.

Am Nachmittag ging es dann entspannter zu – die Teilnehmer schauten sich in gemütlicher Atmosphäre die Dokumentation Die Zukunft ist besser als ihr Ruf an. Der Film portraitiert sechs Menschen, die sich auf unterschiedlichste Weise engagieren, um etwas zu bewegen.

Nach dem Abendessen gab es dann ein “Speed-Dating“, bei dem die TeilnehmerInnen in kurzen routierenden Zweier-Interviews die Chance hatten, die vielen Initiativen kennenzulernen, in denen sich die anderen TeilnehmerInnen engagieren. Am Ende stand eine lange Liste mit spannenden Projekten, die die vielfältigen Möglichkeiten für das eigene Engagement aufzeigt und Lust auf neue Projekte macht.

Am Abend ließen die TeilnehmerInnen den spannenden Tag mit einem gemütlichen Lagerfeuer und Stockbrot ausklingen.

 


 

Am Samstag und letzten Tag der Academy ging es gemeinsam im Zug nach Graz.
Nach einem konsumkritischen Stadtspaziergang haben wir im Spektral die Academy offiziell ausklingen lassen und gemeinsam gegessen, danach besuchten wir noch einen spannenden Workshop beim Nyéléni Herbsttreffen, zum Beispiel zum DIY – Demokratie Repaircafé.

So fand ein informatives, lustiges, lehrreiches, buntes Wochenende seinen Ausklang und voller Energie, Motivation und Ideen zerstreuten sich die AktivistInnen wieder in alle Himmelsrichtungen.

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Südwind Academy 2017 – der erste Tag

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Während die einen am Staatsfeiertag die Fahnen geschwungen haben, haben wir uns am ersten Tag der Südwind Academy mit anderen Themen befasst. Facts rund um Südwind, die Säulen (Informieren – Bilden – Handeln), Ziele bzw. Themen von Südwind (gerechte Globalisierung – faire Arbeitsbedingungen weltweit – Menschenrechte) und die unverzichtbare Rolle der AktivistInnen waren der Einstieg in diesen Feiertag.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns dann beim Welthandelsspiel mit den Mechanismen der Wirtschaft auseinander gesetzt. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto sind wir ins aktuelle Kampagnenthema eingestiegen: Fairer  Kaffee. Mit Quiz,  Ausstellung und  Kaffee-Sackhüpfen haben wir neue Einblicke in die Herkunft, den Handel und den Konsum der „bittersüßen Bohne“ gewonnen.

Nach einem kurzen Input zum Thema „Fairer Handel und Migration“ stand das Kamingespräch mit  Florian Ablöscher von Fairtrade auf dem Programm. Themen, die wir vorab schon beim Thema „Kaffee“ gestreift haben, konnten wir jetzt vertiefen und einen Einblick in die Vorteile, aber auch die Herausforderungen des fairen Handels gewinnen.

Nachdem wir den ganzen Tag viel geredet, gelacht und diskutiert haben, stand zum Abschluss dieses ersten Tages noch ein musikalischer Ausflug in den Irak am Plan. Hedi vom Verein KAMA hat uns mit viel Geduld und Enthusiasmus Tänze aus dem kurdischen Norden näher gebracht und unser Rhythmusgefühl auf die Probe gestellt.

Als Einstimmung auf den zweiten Tag haben wir uns Videos von vergangenen Südwind-Aktionen angesehen und den Tag in der Taverne bei ein paar Gläschen und Gitarrenklängen ausklingen lassen.

Hier gibts noch ein kurzes Video mit den Impressionen des ersten Tages!

Südwind Tirol – AktivistInnentreffen November/Dezember 2017

Die neue „Saison“ hat erfolgreich und aktiv mit einem Informations- sowie einem Bastelabend begonnen. Beim letzteren wurde angeregt und kreativ am Equipment (Plakate, Justitia, Informationsrute u. Ä.) für die Nikoloaktion, am 2. Dezember, gebastelt. Die Kampagne „Make Chocolate Fair!“ ist ausgelaufen, dennoch möchten wir auch heuer wieder durch die Innsbrucker Innenstadt als Nikoläuse ziehen und auf die sozialen und ökologischen Aspekte bei der Schokoladenproduktion aufmerksam machen. Dafür wurden uns vom „EZA Fairer Handel“ Schokoladen gesponstert, welche wir mit Informationsmaterialien verteilen werden. Treffpunkt für diese Aktion ist der 2. Dezember 2017, um 14: 30, bei der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol.

Am 8. November, um 18: 30, dürfen wir zu einem spannenden Vortrag über  „Sozialstandards in Lieferketten“ in der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol einladen. Dr. Wilhelm Kuntner (Arbeits- und Organisationspsychologe) wird uns seine Forschungsergebnisse  über das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ethik transnationaler Lieferketten vorstellen.

Zu diesem Vortrag und zur Nikoloaktion ist jeder herzlich eingeladen und kann ohne Voranmeldung einfach kommen.

 

Südwind Academy 2017…ein erster Abend

 

Zusammenkommen. Ein Zusammenkommen von Menschen aus Österreich. Aus Deutschland. Aus der Welt. Und ein Ankommen. Miteinander sind wir angekommen. Mit der Bahn. Mit einem Taxi. Mit dem Auto. Zum Essen sind wir zusammen gekommen und in den Zimmern sind wir zusammen angekommen. Wir sind angekommen und aufgenommen. Wir haben auch viel aufgenommen. Viele neue Gesichter, viele neue Namen und die ersten Blicke auf die Welt. Die Weltkarte und das Weltspiel. Viele Informationen haben wir aufgenommen am ersten Tag. Beim ersten Aufeinandertreffen. Beim ersten gemeinsamen Blick auf die unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Welt.

Short facts

60% der Weltbevölkerung lebt in Asien (davon in Russland 2%)

jeweils ca. 30% des BIP wird in der EU, in Nordamerika und in Asien produziert

5% haben Zugang zu Internet (Tendenz steigend)

24% zu Fernsehen

52% sind weiblich

48% männlich

1% hat einen Hochschulabschluss

Zahlen der Welt. Zahlen der Weltbevölkerung. Zahlen von Menschen über Menschen. Zahlen und Kategorien und wie grenzen wir die Kategorien ab? Über welche sprechen wir und über welche nicht? Über Geschlecht sprechen wir, über Hautfarbe nicht. Beides äußert sich in Erscheinungsformen, beide sind genetisch veranlagt. Beide ohne eindeutige Grenzen, beides Eigenschaften der Menschen. Nur lassen sie sich unterschiedlich leicht in Zahlen übertragen. Einfach erzählbar wie die Bevölkerungszahl sind sie nicht.

 

Der trojanische Schuh ist auf Reisen…

und es ging nach Linz!

Von 6. bis 8. Oktober fand in Linz in der Tabakfabrik die Wear Fair +mehr statt. Natürlich waren sowohl Südwind als auch das Südwind-Magazin vor Ort anzutreffen.

und wo Südwind ist, dürfen auch AktivistInnen nicht fehlen!

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Change your Shoes-Kampagne beschäftigt. Diese fordert in der aktuellen Petition Schuhmarken und -ketten zu mehr Transparenz in der Produktion auf, um so auch bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nähere Infos findet ihr auf der Change your Shoes-Homepage.

Recht spontan schafften wir es eine überregionale Aktion zu organisieren:

Die Wiener AktivistInnen haben Schuhschachteln gestaltet, die Informationen zur Kampagne enthielten, Tipps zum Reparieren der Schuhe oder auch Ratschläge für den Schuhkauf.

Die AktivistInnen aus Graz haben den Trojanischen Schuh gebastelt, in dem sich so manches versteckt hat – Schuhe, Schuhschachteln, Petitionslisten…vielleicht sogar eine Arbeiterin?? wer weiß…

Mit Unterstützung aus Salzburg sind wir dann gemeinsam vom Linzer Hauptbahnhof über die Landstraße zur Tabakfabrik gewandert – durch den Schuh haben wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Zwischen den verschiedensten WahlkämpferInnen haben wir die PassantInnen auf die WearFair eingeladen und sie über die Schuhproduktion informiert.

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Im Anschluss haben wir in der Tabakfabrik weitere Südwinde getroffen und gemeinsam einen netten Nachmittag auf der WearFair verbracht.

Eine Aktion mit AktivistInnen aus mehreren Regionen an einem Ort war ein sehr schönes Erlebnis und werden wir sicherlich wiederholen.
(An der Aktionsvorbereitung waren außerdem viel mehr beteiligt, als auf den Fotos zu sehen sind, jedoch hat eine Krankheitswelle um sich geschlagen – sonst wäre ein noch stärkerer Südwind durch Linz geweht!)

Falls wir euch nicht auf der WearFair oder auf der Landstraße angesprochen haben und ihr trotzdem gerne unterschreiben möchtet, könnt ihr das – hier –  auch online tun.
Helft mit, damit es in eine gute Richtung geht!22256796_1535207963225187_1668409458343457303_o.jpg

Das war die ESU2017 in Toulouse…

Von 23. bis 27. August fand in Toulouse in Südfrankreich die European Summer University for Social Movements, vom europäischen Netzwerk Attac organisiert, statt. Mittendrin trafen sich auch einige Südwind-AktivistInnen wieder….

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Die Workshops und Seminare der Universität waren sehr vielfältig – zum einen die politischen Verbindungen und Strukturen von sozialen Bewegungen betreffend, zum anderen Flucht und Migration aber ebenso Wirtschaftsthemen oder Klimawandel. So kamen sowohl Vertreter_innen von Podemos aus Spanien und Syriza aus Griechenland, aber auch von System Change not Climate Change aus Österreich, verschiedene Gewerkschaften und viele weitere zu Wort. Nebenbei war Aktivismus im Allgemeinen ebenso ein Thema in einigen Workshops.

Auch bekannte Gesichter hat es nach Toulouse gezogen – Jorge Acosta von der ecuadorianischen Bananen-ArbeiterInnen-Gewerkschaft Astac, den wir schon im Rahmen von der Make Fruit Fair! – Kampagne kennen lernen durften. Gemeinsam mit Konrad Rehling von Südwind und vielen Partnerorganisationen der Make Fruit Fair! – Kampagne nahm dieser an einem Seminar mit dem Titel „Schnäppchenpreise, Rechtsverletzungen? Der Kampf gegen die Macht des Einzelhandels“ teil, war aber auch an dem Seminar „Transnationale Unternehmen (TNUs), Menschen und die Umwelt: Gesetze zum Abbau unternehmerischer Macht“ beteiligt.
Dabei haben nicht nur Gewerkschaften aus dem globalen Süden gesprochen, sondern unter anderem auch VertreterInnen der ArbeiterInnen-Gewerkschaft von Lidl in Frankreich.

Es haben sich viele interessante Begegnungen, Gespräche und Vernetzungen in Südfrankreich ergeben, trotz der doch nicht geringen Hitze, die die Konzentrationsfähigkeit vor so manche Herausforderung stellte :)

Danke an die verschiedenen Attac-Gruppen für die Organisation – es war ein tolles Erlebnis, das viel Energie zum Weltverändern mitgegeben hat.

À bientôt!

 

Veranstaltungstipp | Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Lecture Performance am 3. April um 18:30 in Wien: Ein Abend mit Vortrag, gespielten Szenen, Lesung, Kabarett und Musik um mehr über SEZIONIERI zu erfahren.

Sezionieri ist eine gemeinsame Aufklärungskampagne der Produktionsgewerkschaft PRO-GE im ÖGB, NGO´s und Aktivist_innen für die Rechte von Erntehefer_innen in Österreich. Die SEZONIERI Kampagne (www.sezonieri.at) verfolgt das Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntearbeiter_innen in Österreich nachhaltig zu verbessern. Einer ihrer Ausgangspunkte war der selbstorganisierte Protest von 70 Erntearbeiter_innen des größten Gemüsebauern Tirols im Oktober 2013. Seit 2014 sind Kampagnen-Mitarbeiter_innen in vier Bundesländern Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Burgendland aktiv, bereiten arbeitsrechtliche Informationen auf (BKS, Deutsch, Rumänisch, Slowenisch, Ukrainisch, Ungarisch) und teilen Info-Folder bei Feldaktionen an die Arbeiter_innen aus. Es wird auch ein Telefondienst für den Erstkontakt angeboten. Die PRO-GE unterstützt unter Wahrung der Anonymität der Anrufenden kostenlos und übernimmt im Bedarfsfall auch die rechtliche Vertretung vor Gericht.

http://www.sezonieri.at – Das Informationsportal für SaisonarbeiterInnen

Wenn du mehr über SEZIONIERI erfahren willst, so schau vorbei zur nächsten Veranstaltung am Montag, den 3. April 2017, oder wirf einen Blick auf ihre Website http://www.sezonieri.at. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

3. April 2017 – Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Ort: BOKU Augasse – Augasse 2-6, 1090 Vienna, Austria
Eintritt frei

Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

Text und Regie: Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann
Mit: Lia Sudermann, Franz-Xaver Franz
Musik: Lissie Rettenwander
Recherche: Sónia Melo

Links zur Veranstaltung:

Die studentische Initiative BOKUs KriStus hat die Veranstaltung mit Unterstützung der ÖH BOKU, den Studienvertretungen AW und UBRM organisiert.

 


Informationen von SEZIONIERI über ihre Arbeit

Die österreichischen Staatsbürger_innen, die in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit tätig sind, kann man an einer Hand abzählen. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn man sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Nur wer es aufgrund des beschränkten Arbeitsmarktzugangs und/oder mangelnder Erwerbsmöglichkeiten im Herkunftsland nötig hat, lässt sich auf dieses Arbeitsverhältnis ein.

Foto: Wilfried Hanser

Erntehelfer_innen verrichten bis zu sieben Tage Woche, bis zu fünfzehn Stunden am Tag eine körperlich sehr anstrengende Arbeit für einen sehr niedrigen Lohn. Für Erntehelfer_innen gibt es ausverhandelte Kollektivverträge, die von Bundesland zu Bundesland differieren; der darin festgelegte Stundenlohn gilt gesetzlich als Mindestlohn, auch wenn nach Akkord (etwa pro gefüllter Kiste Erdbeeren) bezahlt wird. Dieser Stundenlohn überschreitet nirgendwo in Österreich 7 Euro netto und wird überdies selten voll ausbezahlt.

Zu den häufigsten Missständen zählen:

  • unbezahlte Überstunden
  • unbezahlte Sonderzuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit
  • die gesetzliche Regelung überschreitende Lohnabzüge für Kost, Logis und Arbeitswerkzeug
  • inadäquate Unterkünfte

Die Supermarktketten ordern mehrmals täglich frische Ware, die innerhalb weniger Stunden angeliefert werden muss. Der Handel drückt die Preise nach unten, folglich haben die Produzent_innen, die die Produktionskosten senken können, die Nase vorne. Im landwirtschaftlichen Sektor spielen die Lohnkosten eine entscheidende Rolle, da die Erntearbeit großteils händisch erfolgt. Ohne „billige“ ausländische Arbeiter_innen, die während der Arbeitsspitzen angestellt werden, können viele Bauern und Bäuerinnen mit diesem Wettlauf nach unten nicht mithalten. So bleiben die Arbeitsrechte der Erntehelfer_innen auf der Strecke.

Die Beschäftigten in der Landwirtschaft brauchen klare Verhältnisse und auch Informationen zur Durchsetzung ihrer Arbeits- und Menschenrechte. SEZIONIERI gibt Informationen und gleichzeitig Hilfestellung zur Rechtsdurchsetzung. (Quelle: http://www.sezionieri.at, Foto Sónia Melo)

Mit SEZONIERI wollen wir der Ausbeutung von Erntehelfer_innen in Österreich entgegenwirken, indem wir sie auf ihre grundlegenden Rechte laut Kollektivvertrag aufmerksam machen und sie im Arbeitskampf unterstützen.

Die SEZONIERI Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in Österreich ist eine gemeinsame Initiative von unabhängigen Aktivist_innen, PRO-GE – die Produktionsgewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, Nyéléni – Forum für Ernährungssouveränität, UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender, MEN-VIA – Unterstützung für männliche Betroffene von Menschenhandel und LEFÖ – Bildung und Beratung für Migrantinnen.

SEZONIERI
sezonieri@gmx.at
http://www.sezonieri.at
http://www.facebook.com/sezonieri

 

 

Südwind-Themenabend „Fair(n)e Früchte“ in Wien

Obst essen ist gesund – doch wie „gesund“ ist das Obst ernten?

Wir haben uns im letzten Jahr immer wieder mit dem Thema „Faire Früchte“ verschäftigt. Im Dezember sind wir auch durch Wiens Innenstadt gezogen und haben Unterschriften für die Kampagne gesammelt (Beitrag: https://suedwindaktivistinnen.org/2016/12/11/1780/). Am 3. April wird es einen Themenabend geben und wir laden euch alle herzlich ein, vorbeizukommen und mitzudiskutieren.

Wieso sind die Früchte aus den fernsten Ländern billiger als aus Österreich?
Wieso gibt es kein Fair Trade Label für Früchte aus Europa?
Könnten wir genügend Früchte produzieren, wenn es keine „illegalen“ MigrantInnen in der Landarbeit geben würde?

  • Konrad Rehling (Südwind) berichtet von seiner aktuellen Recherche-Reise nach Haiti und der Dominikanischen Republik über die Lage der migrantischen Landarbeiterinnen.
  • Cordula Fötsch (www.sezioneri.at) erzählt über die Situation der migrantischen LandarbeiterInnen in Österreich.
  • Elke Schaupp (Fairtrade Österreich) wird die Positionen und Vorhaben zu Landarbeit und Migration darlegen.

Montag, 3. April 2017, 19:30 Uhr
Ort: Südwind, Laudongasse 40, 1080 Wien

Liebe Grüße und auf bald
die Wiener Südwind AktivistInnen

Bericht zum Themenabend Palmöl

In beinahe jedem zweiten Lebensmittel findet man es, auf einem großen Teil der Erde wird es angebaut. Sehr viele Menschen sind davon betroffen. Ob es der Lebensraum, die Arbeitswelt oder der Verzehr ist. Palmöl trifft die Erde wie ein Krater. Von der Dimension etwas galaktisch und trotzdem nicht weit verfehlt.

Es beginnt beim Kleinsten 

Wie überall wird beim schwächsten Glied begonnen. Wenn wir von Palmöl sprechen, sind das schwächste Glied die Kleinbauern. Dabei ist es wichtig die Bedeutung des Wortes zu verstehen. Unter Kleinbauern versteht man Menschen, die oft im Zuge der Familie ihr Handwerk von klein auf lernen und später dann auch zum Beruf machen. Durch dieses Erlenen eines solchen Handwerks ist meistens wenig Platz für anderes. Schule? Bildung? Worte ohne persönlichen Bezug. Die Folge dessen ist, dass ohne Bildung, der Horizont kleinkariert bleibt. Keine Weitsicht und auch keinen Einblick. Das Ergebnis kann nur sein, Gutmenschen, die arbeiten um zu leben und das tun was verlangt wird.

Der Staat bin ich

Wenn etwas groß wirkt, reicht es oftmals. Beim Thema Palmöl ist das der Fall. Das Ackerland in Süd-Ost Asien, ist ein Paradebeispiel. Große Investoren aus Riesenkonzernen machen sich beim Staat interessant und hebeln das Gesetz aus in dem sie den Gesetzgeber kaufen. Das ist nicht nur ein moralischer Handschlag mit dem Teufel, sondern auch ein Spiel mit der Existenz vieler Menschen. Und dabei geht es noch nicht einmal um das Eigentliche.

Unser tägliches Öl gib uns Palmen

Große Konzerne bedeutet große Anbauflächen. Große Flächen ziehen auch viele ArbeiterInnen mit sich. Und dazu passt dann auch das altbekannte Sprichwort: Hohe Quantität, wenig Qualität. Aus Natürlicher Vielfalt und Urwald  entsteht eine durchstrukturierte Monokultur, bei der nicht die Natur im Vordergrund steht, sondern das Geld. Unter dem Motto, „Mehr Pflanzen, mehr Geld“, wird das Konzept verfasst und Aufgaben verteilt. Wenn man so eine Aufgabenliste betrachten würde, wird man auf die Punkte Rodungen und Vertreibung nicht herumlesen können. Die Bäume verlassen ihren Ursprung und die Bewohner ihr Haus. Das alles wird mit Feuer verewigt und somit beginnt der Hexenkessel zu brodeln.

Das Spektral als Treffpunkt

Diese komplexe Angelegenheit wurde am 15.März im Spektral in Graz zum Thema gemacht. Durch eine Filmvorführung von Landraub und einer anschließender Diskussion mit dem erfahrenen Ansprechpartner David Horvath von Südwind Steiermark, wurde ein breites Spektrum geboten. Eine Sicht auf ein Thema, das die Welt verändert, die Zukunft gestaltet und jeden einzelnen betrifft. Diese Wichtigkeit wurde von vielen erkannt. Dafür ist man auch gerne zusammengerückt und hat jeden freien Stuhl genutzt. Für des Leibes Wohl sorgten einige AktivistInnen mit einer Dumpster Aktion, aber auch Food-Sharing blieb nicht ungenutzt und so wurden alle Interessierten kulinarisch bestens versorgt und haben zu dem auch noch Lebensmittel gerettet. Doppelt hält besser! Doch das war nicht das einzig positive an diesem Abend, den während der Filmpräsentation wurden auch Unterschriftenlisten für Gerechtigkeit von Keksen durchgereicht und diese sind auch zahlreich unterschrieben worden. Damit die Ausbeutung der von der Umwelt angefangen bis hin zu einem Kleinbauern nicht länger unterstützt und die Welt wieder ein Stück gerechter gemacht wird!
Insgesamt muss man ein großes Lob an alle Teilnehmer für die lange Konzentrationsausdauer aussprechen, dabei sollte man nicht vergessen wer diesen Abend möglich gemacht hat. Angefangen bei der neuen Südwind-AktivistInnenkoordinatorin Lisa Weichsler, dem erfahrenen Diskussionspartner David Horvath, so wie auch den vielen KooperationspartnerInnen, Supply Change, Grüne Akademie Steiermark, System Change not Climate Change, ÖH-Uni Graz, Greenpeace und zuletzt noch Attac Graz.

Danke für diesen sehr gelungenen Abend!

Ein letztes Fazit: „Besonders wird etwas nicht durch den Gebrauch in jedem Moment, sondern durch den Moment im Gebrauch!“

 


Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier der Link zur Petition:
http://www.supplychainge.org/mach-mit-at1/petition-palmoel-gerechtigkeit-fuer-meine-kekse/

Südwind Themenabend und Aktivismus Stammtisch: wir basteln gemeinsam

Die Wiener Südwind Aktivistinnen und Aktivisten laden zum „Guerilla-Bastel-Abend“ ein.

eine erfolgreiche Straßenaktion :)
Südwind Aktivistinnen und Aktivisten bei einer Straßenaktion im Herbst 2016

 

Südwind AktivistInnen basteln eine gerechte Welt!

Datum: Montag, 13. Februar um 19:30
Ort: im Südwind-Büro, 8. Bezirk, Laudongasse 40, Wien

 

Die Einladung geht an alle, die wissen wollen, was es da draußen alles für guerilla-aktionsmäßige Möglichkeiten gibt und wir wollen gemeinsam ins Tun (Basteln) kommen.

Alle dürfen sich ihre Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Wir werden eine „Spielwiese“ an Materialien (Taschen, ev. T-Shirts, Kartons, Scheren, Stifte, Stofffarben etc.) zur Verfügung stelllen.

Anregung: Nimm dein (altes) T-Shirt mit und gestalte es mit uns neu!

Damit wir uns gut vorbereiten können, bitten wir um kurze Anmeldung „Ich bin dabei!“ an aktivismus.wien@suedwind.at. Für alle Schnellentschlossenen – es wird Platz für alle geben.

Liebe Grüße und auf bald
die Wiener Südwind Aktivistinnen und Aktivisten

Skills for Change: Auf die Rosskastanie kommen.

Letzte Woche fand im Wohnprojekt im 2. Wiener Gemeindebezirk ein Workshop zum Thema „Waschen mit Rosskastanie“ statt. Im Rahmen der Workshopreihe „Skills for Change“ trommelte das Team von Systemchange not Climatechange Interessierte zusammen.

Skills 4 Change
Skills 4 Change: „Es erwarten euch verschiedene praxisnahe Veranstaltungen, die unsere politisch-aktivistische Arbeit unterstützen und bereichern werden. Ziel dieser Workshop-Serie ist es sich Fähigkeiten anzueignen und weiterzugeben, die für die Arbeit in politischen Gruppen und sozialen Bewegungen relevant ist.“ (http://systemchange-not-climatechange.at/skills-4-change/)

 

Es erwarten euch verschiedene praxisnahe Veranstaltungen, die unsere politisch-aktivistische Arbeit unterstützen und bereichern werden. Ziel dieser Workshop-Serie ist es sich Fähigkeiten anzueignen und weiterzugeben, die für die Arbeit in politischen Gruppen und sozialen Bewegungen relevant ist.

 

Die Motive der TeilnehmerInnen waren unterschiedlich und reichten von Geldersparnis über Entgiftung des eigenen Körpers bis zu Umweltschutz. Denn all diese Ansprüche können selbst hergestellte Wasch- und Reinigungsmittel aus Rosskastanie erfüllen. Die Kastanien kann man selbst im Herbst sammeln und braucht kaum andere Zutaten, es wird keine Chemie in den Körper hinein oder den Abfluss hinuntergespült und man kommt vollkommen ohne Palmöl aus!

Die Vorteile gegenüber der allseits bekannten indischen Waschnuss liegen auf der Hand: Kastanien sind kostenlos und regional, zudem können die Menschen in Indien ihre Waschnuss dann wieder selbst verwenden und müssen sie nicht für den Export zur Verfügung stellen.

Das Prinzip ist einfach: Die Kastanien müssen nach dem Sammeln (lasst ein paar für die Tiere liegen!) geschnitten und getrocknet werden. Die braune Schale kann dran bleiben, das Wasser muss aber zumindest mit dem Inneren der Kastanie in Berührung kommen, da dort die Saponine stecken, die uns, unsere Wäsche und unsere Wohnung sauber machen.

Das bedeutet du gibst einfach ca 2 Esslöffel der zerkleinerten Kastanie in eine Socke, verschließt sie und wäschst die Socke in der Waschmaschine mit. Brauchst du die Seifenstoffe in flüssiger Form, so gibst du die geschnippelte Kastanie in Wasser und schüttelst das ganze entweder in einem Schraubglas bis es schäumt oder kochst es auf und gibst nach Belieben Kräuter, Blüten oder Obstschalen dazu. Mix alles mit dem Pürierstab ordentlich durch und gieß die Flüssigkeit durch ein Sieb ab.

Alle Verwendungsmöglichkeiten und Rezepte findest du auf www.rosskastanie.jetzt, wo Huberta Kunkel alle Informationen frei zur Verfügung stellt. Dafür und für diesen großartigen Workshop sei ihr an dieser Stelle natürlich gedankt, ebenso wie dem Team von Systemchange not Climatechange für die Organisation!

Ungeduldige, die jetzt neugierig geworden sind, können die Kastanien bei Huberta Kunkel auch kaufen. Allen anderen sei empfohlen im Herbst fleissig zu sammeln und es im Sinne einer sauberen Zukunft einfach mal auszuprobieren!


Link zu den Workshops:

http://systemchange-not-climatechange.at/skills-4-change/

 

Nyéléni- Europe Movement for Food Sovereignty: Pan-European Forum in Romania

Weihnachtszeit verbinde ich mit Essen. Schon jetzt steht der Menüplan bei meiner Familie fest. Es gibt noch einmal mehr von allem, das beste von allem, die Filetstücke, ein dicker Weihnachtsbraten, Exotisches aus weiter Ferne, vielleicht Fisch? Scampi? Mangocreme? Und natürlich Schokolade. Jede Menge. Es wird kaum hinterfragt, woher die Lebensmittel kommen und wer sie unter welchen Bedingungen produziert. Der Supermarkt stellt all das zur Verfügung, was das Konsumentenherz begehrt bzw. was er begehren soll. Die Aufklärung über die Produktionsbedingungen der Lebensmittel, ist nicht Teil der Vermarktungsstrategien.

Ernährungssouveränität beschreibt ein anderes Modell. Es geht vor allem darum, wie Nahrung produziert wird. Welche Menschen dahinter stehen und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Machtverhältnisse werden beleuchtet und diskutiert.

Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt (…) Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne“ (Deklaration des weltweiten Forums für Ernährungssouveränität, Mali, Februar 2007).

Im Sinne dessen hat sich die Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung,

Ende Oktober in Rumänien getroffen. Zu den insgesamt 500 Teilnehmern aus 40 Ländern zählten Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiterinnen, Gewerkschafter, Forschende, Fischer, Hirtinnen, Indigene, Verbraucher und Menschenrechts-Aktivistinnen. Die Länder Delegationen waren jeweils nach Länder-, Gender-, Alters- und Sektorenquoten zusammengesetzt. Aus Österreich kamen 40 Delegierte.

Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung: Teil der österreichische Delegation in Cluj
Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung: Teil der österreichische Delegation in Cluj

 

Vorrangiges Ziel des Forums war es, die 2011 beim 1. Forum in Krems erarbeitete Deklaration zu Ernährungssouveränität durch konkrete Handlungsvorschläge zu ergänzen.

Zentrale Fragen des Forums in Cluj waren:

  • Wie können wir Ernährungssouveranität in Europa realisieren?

  • Wie können wir den Einfluss der Konzerne auf das Lebensmittel- und Landwirtschaftssystem zurückdrängen?

  • Wie kann es gelingen, wieder die Menschen, nicht die Profite, in den Fokus der Politik zu rücken?

Anhand von 4 thematischen Achsen – Modelle der Lebensmittelproduktion und Konsumverhalten, Lebensmittelverteilung, das Recht auf natürliche Ressourcen und Gemeingüter, Arbeitsbedingungen und Soziales im Lebensmittel- und Agrarsystem – wurde sich über möglich und bereits bestehende Kampagnen und Aktionen ausgetauscht, Erfahrungsberichte geteilt und Gestaltungsmöglichkeiten besprochen. In einer meiner Arbeitsgruppen wurde sich das Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad der bestehende Plattform TransforMap (http://viewer.transformap.co/#6/52.140/17.820) europaweit zu erhöhen, um möglichst alle Initiativen rund um das Thema sichtbarer zu machen und die Vernetzung zu erleichtern.

Gearbeitet wurde während der 5 Tage vorwiegend in Kleingruppen, einige Veranstaltungen wie eine Diskussionsrunde mit einer Repräsentantin der FAO, wurden im großen Plenum abgehalten.

Nyéléni Treffen in Cluj: Aktionsplanung in der Kleingruppe
Nyéléni Treffen in Cluj: Aktionsplanung in der Kleingruppe

 

Nyéléni Treffen in Cluj: Eröffnungsplenum
Nyéléni Treffen in Cluj: Eröffnungsplenum

 

Ein freiwilliges Übersetzerteam der Organisation COATI sorgte dafür, dass auch Minderheiten zu Wort kommen konnten und simultan Übersetzungen in 10 Sprachen möglich waren.

 

Nyéléni Treffen in Cluj: Übersetzerteam
Nyéléni Treffen in Cluj: Übersetzerteam

Eine Begegnung war besonders beeindruckend für mich. Eine Unterhaltung mit einem Aktivist aus Mali. Mir wurde einmal wieder klar in welch privilegierter Situationen wir uns befinden. Als AktivistInnen in Österreich sind wir unserer Freizeit aktiv, gehen nach unseren Besprechungen Bier trinken und müssen während der Aktionen weder um unser, noch um ein anderes Leben fürchten.

Nyéléni Treffen in Cluj
Nyéléni Treffen in Cluj

 

Mir werden die Tage in Cluj noch lange in Erinnerung bleiben. Vor allem die verschiedenen Geschichten und Menschen, die den unzähligen Missständen in unserer Welt ein Gesicht geben.


Links:

http://www.ernährungssouveränität.at/

Nyéléni - European Food Sovereignty Movement

Filmtipp: Bauer unser

Wir beschäftigen uns immer wieder mit den Themen Ernährungssouveränität, Agrarsystemen und (regionalem und globalem) Handel. Vor kurzem ist Bauer unser in den Kinos angelaufen. Robert Schabus (http://www.filmers.at/fs/biographie.html) führte Regie und er beschäftigte sich mit seinem Team mit dem Agrarsystem, industriellen Produktionsmantras und somit auch uns, als Gesellschaft. Ihr findet hier den Trailer zum Film:

 

Liebe Grüße von den Wiener Südwind AktivistInnen

 


Zum Film

Der Dokumentarfilm zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Schabus bleibt vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So wird es nicht weitergehen. Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.
Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren – ohne radikale Umstellungen. Einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel.
BAUER UNSER ist ein sehenswerter Film, der zeigt, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Vorarlberger Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Weinviertler Bio-Schafzüchterin Maria Vogt händisch Schafe melkt und frohlockt, Hey, es geht ja auch ganz anders!
BAUER UNSER ist ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als KonsumentIn das Bekenntnis abzulegen: „Bauer unser“.

Regie: Robert Schabus / Drehbuch: Robert Schabus / Kamera: Lukas Gnaiger / Schnitt: Paul Michael Sedlacek, Robert Schabus / Musik: Andreas Frei / Ton: Bernhard Maisch, Andreas Frei, Bertram Knappitsch / Produktion: Allegro Film / Produzenten: Helmut Grasser

Österreich/Belgien/Frankreich 2016 / 92 Minuten

(Quelle: https://www.filmladen.at/bauer.unser#zumfilm)

 


Links zum Film:

 

Südwind AktivistInnen auf der Generalversammlung und beim Themenabend des Verein Südwind Wien

Generalversammlung und spannender Themenabend in Wien. Schön, dass es den Verein gibt.

Südwind AktivistInnen waren gestern bei der Wiener Generalversammlung und beim anschließenden Themenabend dabei. Im Zuge der Generalversammlung präsentierte der Vorstand des Vereins die Aktivitäten der letzten beiden Jahre, bezog sich auf aktuelle Themen und blickte auf die nächsten Termine voraus.

Der anschließende THEMENABEND führte den Titel Mind the Gap – Mangel und Überfluss im Ernährungssystem“

Was bewirkt unser Konsumverhalten im globalen Süden? Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Lebensmittelverschwendung in Europa und Hunger in Afrika?

AktivistInnen berichteten von ihrem Einsatz für nachhaltige Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Veränderung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP): Anneke Engel und Cordula Fötsch über das europäische Nyeleni-Forum für Ernährungssouveränität in Cluj, Rumänien und Walter Bauer von der Plattform „Wir haben es satt“ (https://wirhabenessattaustria.wordpress.com/).

https://www.facebook.com/WirHabenEsSattAustria

Die Plattform „Wir haben es satt“ haben wir als AktivistInnen z.B. Anfang Feber diesen Jahres begleitet:

https://suedwindaktivistinnen.org/2016/02/08/wir-haben-es-satt-wir-laeuten-jetzt-die-agrarwende-ein-und-sie-wird-ein-erfolg-werden/

 

Verein Südwind Wien - Generalversammlung 2016
Verein Südwind Wien – Generalversammlung 2016

 

Wenn du mehr über die Südwind Vereine und ihre Projekte erfahren willst, dann besuche die Website von Südwind (https://www.suedwind.at/) oder schau bei einem der nächsten Vereinstreffen vorbei. Die Südwind Vereine sind in mehreren österreichischen Bundesländern aktiv.

An dieser Stelle noch ein DANKE der AktivistInnen an den Verein für die tolle Zusammenarbeit. Es ist schön, dass wir uns gegenseitig unterstützen.

 

Liebe Grüße,
die Wiener Südwind AktivistInnen

 


Mitglied im Südwind Verein werden:

Wenn du als Mitglied den Verein unterstützen willst, so findest du hier die Infos: https://www.suedwind.at/wien/aktiv-werden/mitglied-werden/ – jede Unterstützung ist wertvoll.


Weitere Links:

 

 

Make Fruit Fair: Themenabend mit GewerkschafterInnen aus Ecuador

„Pestizide wurden früher circa 20 mal im Jahr von Flugzeugen über die Plantagen gespritzt, heute passiert dies bereits mehr als 40 mal im Jahr.“ schildert Jorge den starken Anstieg des Pestizideinsatzes auf Ecuadors Plantagen in den letzten Jahren.

In unseren Supermärkten leuchten die Bananen gelb aus den Regalen. Von den vielen Pestiziden ist mit freiem Auge nichts zu erkennen. Auch nicht von den Mitteln, die nach Sammeln der Bananen zur Konservierung noch einmal über alle Bananen gespritzt werden ehe sie, in Plastiksäcken, den Seeweg über die Meere nach Europa antreten. Noch viel weniger erfahren wir als KonsumentInnen in Europa von den Menschen, die täglich bis zu 12 Stunden auf den Plantagen unter widrigsten Umstände für einen Hungerlohn schufften müssen.

Arbeiter und Arbeiterinnen in Ecuador erhalten keinen existenzsicheren Lohn, sie kämpfen mit den Folgen des Spritzmitteleinsatzes und vorallem Frauen werden wiederholt Opfer von sexueller Gewalt“, schildert eine Gewerkschafterin.

Konrad, Mitarbeiter bei der internationalen Kampagne Make Fruit Fair (https://www.suedwind.at/handeln/kampagnen/make-fruit-fair/), hat gemeinsam mit den Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen vor Ort in Ecuador die Arbeitsverhältsnisse dokumentiert. Unterstützt wurden sie von Dr. Hans-Peter Hutter, der eine medizinische Studie über die Gesundheit der Plantagenarbeiter und -arbeiterinnen gemacht hat. Du kannst die Ergebnisse der Forschungsreise hier laden: Bananen-Pestizid-Studie

Im Juni und Juli wollen wir weiter an Aktionen zum Thema Make Fruit Fair arbeiten und von Europa aus die Arbeit der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter vor Ort in Ecuador unterstützen. Die Gäste aus Ecuador haben sich sehr über unser Engagement gefreut und betont, dass es wichtig ist, grenzenübergreifend zusammenzuarbeiten und die Wertschöpfungskette offenzulegen. Transparenz ist wichtig, damit alle Beteiligten einen fairen Lohn erhalten und gute Arbeits- und Lebensbedingungen (buen vivir) vorfinden.

Make Fruit Fair: Themenabend in Wien mit Gewerkschafterin und Gewerkschaftern aus Ecuador
Make Fruit Fair: Themenabend in Wien mit Gewerkschafterin und Gewerkschaftern aus Ecuador

Wenn du Interesse hast mehr zu erfahren und ebenfalls aktiv zu werden, komm zu unserem nächsten Treffen am 13. Juli 2016 ins Südwind Büro (Laudongasse 40, 1080 Wien).

Liebe Grüße und auf bald!
die Wiener Südwind Aktivistinnen


 

Links:

 

 

 

Südwind Academy 2016: jetzt anmelden!

Yeeeh, sie ist wieder da! Unter dem Motto „Alternativen für eine gerechte Welt von morgen“ widmet sich die diesjährige Academy von 22. bis 25. September der solidarischen Ökonomie und dem Thema Ernährung global. Dabei werden die vorgetretenen Pfade der kapitalistischen Wirtschaft hinterfragt und Alternativen aufgezeigt, die dem Kauf am freien Markt, also üblichem Weg der Güter- und Dienstleistungsversorgung, entgegentreten und SINNvolles schaffen, anstatt ausschließlich Profit.

Es sind alle herzlich eingeladen daran teilzunehmen, denen globale Themen ein Anliegen sind, die selbst MultiplikatorInnen sein möchten, die mit Freiwilligen arbeiten, die dazu aktiv werden möchten oder es schon sind.

Die Anmeldung ist bis 15. Juli 2016 möglich (begrenzte TeilnehmerInnenzahl!).

Alle Infos (Ort, Programminfos, Anmeldung, Teilnahmegebühr, …) findet ihr unter www.suedwind.at/academy. Für Fragen wendet euch bitte an academy[at]suedwind.at. Was in den letzten Jahren dazu passiert ist, findet ihr ja gesammelt da: https://suedwindaktivistinnen.org/category/_sudwind-academy/

Südwind Straßenfest 2016: ein Picknick zum Abschluss

Geschafft! Das Fest ist gelungen, den Gästen und StandlerInnen hat es gefallen.

Gestern Abend haben wir uns im Alten AKH getroffen, um das vergangene Straßenfest zu feiern und uns über die gute Zusammenarbeit zu freuen. Ein großes Danke noch einmal an dieser Stelle von den OrganisatorInnen an alle Beteiligten – und umgekehrt auch an die OrganisatorInnen.

Südwind Straßenfest 2016 - Picknick
Südwind Straßenfest 2016 – gemeinsames Picknick der freiwilligen Helfer und Helferinnen zur Feier des schönen Straßenfests

Auch nächstes Jahr soll es wieder ein Straßenfest geben. Wenn du Lust hast auch bei der Organisation mit dabei zu sein, so melde dich bei uns oder beim Südwind Wien im kommenden Winter.

Liebe Grüße und euch allen einen guten Start in den Tag!

Südwind Straßenfest 2016 am 21. Mai im Alten AKH in Wien

In ein paar Tagen ist es schon wieder soweit. Südwind feiert in Wien im Alten AKH das Straßenfest. Komm vorbei und genieße die kulturelle Vielfalt dieser Welt!

Eine große Zahl an Organisationen hat sich angemeldet und will über ihre Projekte infomieren. Zu Essen gibt es wieder gutes aus aller Welt und die Südwind Aktivist_innen werden mit einem Crepe-Stand vertreten sein. Wir werden auch Infos zur „Make Fruit Fair“-Kampagne am Straßenfest hinaustragen.

Make-Fruit-Fair - http://makefruitfair.org/de/
Make-Fruit-Fair – http://makefruitfair.org/de/

Wenn du Lust hast uns Aktivist_innen oder die Organisator_innen des Fest zu unterstützen, dann melde dich bei uns (nähere Infos unten). Oder du schaust als Besucher_in vorbei und genießt einfach nur den schönen Tag und die gute Stimmung.

Liebe Grüße und bis bald am Fest.
die Wiener Südwind Aktivist_innen

 


Weitere Infos findest auf folgenden Seiten:

Für ein schönes Fest braucht es viele fleißige Hände. Wenn du das Südwind Straßenfest aktiv vor Ort unterstützen willst, so informiere dich auf http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=261600 und melde dich als Freiwillige_r beim Straßenfest-Team (mitarbeit.strassenfest@suedwind.at).

Das Straßenfest-Team will sich auch bei dir für deine Zeit und Hilfe auch bedanken, durch:

  • Essens und Getränkegutscheine während deiner Mitarbeit beim Südwind Straßenfest
  • Eine kleine Überraschung als Dankeschön für deine Mitarbeit
  • Ein gemeinsames Picknick ein paar Tage nach dem Fest, um das Fest gebührend ausklingen zu lassen und das gesamte Team besser kennen zu lernen

Südwind Straßenfest am 21. Mai 2016: Welttag der kulturellen Vielfalt

Komm zum Südwind Straßenfest am 21. Mai im alten AKH in Wien und feiere gemeinsam mit 5.000 BesucherInnen die kulturelle Vielfalt dieser Welt!

Wie jedes Jahr informiert eine Vielzahl von Organisationen über ihre Projekte, umrahmt von Live-Musik, Kulinarik und Kunsthandwerk aus aller Welt.

Weitere Infos findest auf folgenden Seiten:

Für ein schönes Fest braucht es viele fleißige Hände. Wenn du das Südwind Straßenfest aktiv vor Ort unterstützen willst, so informiere dich auf http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=261600 und melde dich als FreiwilligeR beim Straßenfest-Team.

Das Straßenfest-Team will sich auch bei dir für deine Zeit und Hilfe auch bedanken, durch:

  • Essens und Getränkegutscheine während deiner Mitarbeit beim Südwind Straßenfest
  • Eine kleine Überraschung als Dankeschön für deine Mitarbeit
  • Ein gemeinsames Picknick ein paar Tage nach dem Fest, um das Fest gebührend ausklingen zu lassen und das gesamte Team besser kennen zu lernen

Bei Fragen melde dich bei mitarbeit.strassenfest@suedwind.at.

Datum: 21. Mai 2016, 14:00 – 23:30 Uhr
Ort: Altes AKH, Hof 1, Alser Straße 4, 1090 Wien

 

Das Südwind Straßenfest ist wieder ein ÖKO-Event.

Die Kleidertauschparty von SCNCC und den Südwind-Aktivistinnen – Ein voller Erfolg

Am 18. März war es wieder so weit.

Die steirischen Südwindaktivistinnen veranstalteten im Spektral erneut eine Kleidertauschparty – allerdings dieses Mal mit Unterstützung von den Aktivistinnen von System Change not Climate Change!

Im Vorfeld wurde gebastelte, getüftelt und gedumpstert – diese Lebensmittel wurden dann gemeinsam zu einem sehr umfassenden veganen Buffet verkocht – von Eintopf, Spaghetti, Salaten und veganen Kuchen war für alle Gäste was dabei!

Die Kleidertauschparty selbst war super besucht, zwischen 300 und 400 tauschwütige Gäste konnten sich an den Teilen anderer erfreuen und sich neu einkleiden (ohne dabei Ressourcen zu verschwenden)- das Angebot war bei so vielen Gästen natürlich riesig – dieses Mal kamen auch Männer und Kinder nicht zu kurz.

Auch SUSY – die Botschafterin für Solidarisches Wirtschaften – fand die Zeit, uns in Graz kurz zu besuchen – bei ihrem straffen Terminkalender natürlich eine große Freude. ;)

KDP-1

Das Wenige, das übrigblieb ging an Offline-Retail und an den Flüchtlingskonvoi.

Wir danken unseren Gästen und den Leuten von SCNCC für den tollen Nachmittag und freuen uns weitere coole Aktionen !!