Referent*innen-Schulung der Plattform Anders Handeln für die Kampagne „Rechte für Menschen, Regeln für Konzerne – Stopp ISDS“

Welchen Einfluss haben Handels- und Investitionsabkommen auf den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt? Welche Rechte und Pflichten bekommen Konzerne, wenn die EU ein neues Investitionsabkommen abschließt? Interessiert dich die Antwort auf diese Fragen und sprichst du gerne vor Menschen? Dann ist diese Schulung genau das Richtige für dich

 

Worum geht es?

Um Investoren anzulocken, schließen viele Staaten Handels- und Investitionsabkommen ab, die den sogenannten ISDS Mechanismus (Investor State Dispute Settlement) enthalten. Dabei handelt es sich um eine Paralleljustiz, die es ausländischen Unternehmen ermöglicht, Staaten auf Schadenersatz zu verklagen, wenn diese Gesetze im Interesse der Öffentlichkeit beschließen oder Standards bei Arbeitsrechten, Umweltschutz oder Dienstleistungen verbessern wollen, die deren Profitinteressen einschränken. Die Konsequenz: entweder nehmen Staaten Gesetze zurück oder schwächen sie ab, um Klagen zu entgehen oder sie werden zu hohen Strafzahlungen verurteilt. Weltweit wurden so bereits über 50 Milliarden US-Dollar aus Steuergeldern an private Investoren gezahlt – dieser Betrag übersteigt das jährliche BIP der meisten Länder im Globalen Süden!


Wir von der Plattform Anders Handeln lehnen diese Paralleljustiz ab und haben es geschafft, im Rahmen der TTIP und CETA Stoppen Kampagne vielen Menschen über die Gefahren dieser Paralleljustiz zu informieren. Die EU jedoch will dieses System weiter ausbauen und nun sogar einen Konzerngerichtshof einrichten. Wir dagegen wollen ISDS ein für allemal abschaffen, die Menschenrechte stärken und die Privilegien von Konzernen einschränken. Deshalb hat die Plattform Anders Handeln mit einem europäischen Bündnis die Kampagne Rechte für Menschen, Regeln für Konzerne – Stopp ISDS ins Leben gerufen. In den ersten zwei Tagen haben schon über 200.000 Menschen unsere Petition unterschrieben. Das gibt Hoffnung, und es gibt weitere positive Entwicklungen, für die wir uns einsetzen: Auf UN-Ebene wird derzeit ein bindendes Abkommen (Binding Treaty) zu Menschenrechten und Wirtschaft verhandelt. Es würde garantieren, dass Konzerne für ihre Taten global haftbar gemacht werden können und diejenigen, die von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind ihre Rechte einklagen können.

 

Ablauf und Inhalte

Diese interaktive Referent*innenschulung soll den Teilnehmenden Wissen rund um ISDS, den UN-Binding Treaty und die Kampagne vermitteln. Wir möchten am Vormittag zum einen grundlegende Informationen über das Warum für die Kampagne vermitteln – also die Probleme von Konzernmacht, ISDS und Straffreiheit von Konzernen – ebenso wie die Grundidee des Binding Treaty.

Anschließend an diesen gemeinsamen Teil, möchten wir den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, entlang von fünf thematischen Bereichen (Arbeit, Ernährung, öffentliche Dienstleistungen, Klimawandel, Umweltverschmutzung) konkrete Fälle von Straffreiheit von Konzernen bzw. ISDS Klagsfälle kennenzulernen ebenso wie wirtschaftliche Alternativen. Für jene, die bereits viel Wissen haben, gibt es die Möglichkeit neuen Methoden für die Gestaltung von Vorträgen kennenzulernen. Für die Schlussrunde ist vorgesehen, dass jede Gruppe einen kleinen Input-Vortrag vorbereitet, bei dem jede/r einen kurzen Teil vorstellt.

 

An wen richtet sich die Schulung?

Einerseits an Personen die in Organisationen des österreichischen Bündnis Anders Handeln aktiv sind oder dort arbeiten, andererseits an Personen, die Interesse haben, sich aktiv an der Kampagne zu beteiligen und die bei aktivistisch organisierten Akteuren der Plattform Anders Handeln andocken wollen.

Voraussetzungen sind erste Erfahrungen mit dem Halten von Vorträgen und Interesse an den Themen internationale Handelspolitik und Menschenrechte.

Wann und wo?

Samstag, 23.02.2019 von 9:00-16:30 bei GLOBAL 2000. (Neustiftgasse 36, 1070 Wien)

Wenn ihr Interesse an der Schulung habt, meldet euch bitte bis zum 13. Februar mit ein paar Zeilen zu eurer Person (Name, bisherige Vortragserfahrung, Motivation) bei theresa.kofler@anders-handeln.at. Da die Teilnehmer*innenzahl begrenzt, geben wir euch bis zum 18. Februar bescheid, ob ihr einen Platz bei der Schulung bekommen habt.

Wir freuen uns auf eure Anmeldungen!

Mehr Informationen über die Kampagne findet ihr auf www.anders-handeln.at oder auf www.stopisds.org

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Südwind AktivistInnen-Stammtisch

Am 11. Februar 2019 veranstalten die grazer AktivistInnen wieder ihren monatlichen Stammtisch im Regionalbüro von Südwind Steiermark, um über künftige Aktionen und Themen zu plaudern. Die Schwerpunkte in den nächsten Monaten sind (un)faire Elektronik und Elektroschrott sowie das Thema Mobilität (gerade in der Feinstaubhauptstadt Graz).

JedeR mögliche InteressierteR ist herzlich dazu eingeladen, sich uns anzuschließen!

Weitere Infos zum Stammtisch gibt es auf der Südwind-Homepage!

Wenn sich eine Aktion weiterentwickelt…

2018 hat sich Südwind mit vielerlei Themen beschäftigt. Eines davon (aber natürlich nicht das einzige) war die Make ICT Fair – Kampagne. Diese hat auch das aktivistische Jahr der Wiener AktivistInnen geprägt…

Mitte Februar stand bereits das Überregionale AktivistInnen-Treffen (ÜRAT) unter dem Motto MakeICTFair und wir bekamen einen ersten Überblick der Kampagne präsentiert, wer angesprochen werden soll und wie wir unterstützen können.
Eine Woche später gingen wir bereits auf die Straße. Die Eröffnung des ersten Apple-Stores in Österreich, in der Wiener Kärntner Straße, war eine gute Gelegenheit das Thema der Elektronik-Produktion in die Öffentlichkeit zu bringen. IMG_1011
In der Kälte verteilten wir Informationsmaterialien und nutzten das hohe Medienaufgebot, um auf die Anliegen der ArbeiterInnen in den Produktionsbetrieben aufmerksam zu machen.
 HIER gibt es den genaueren Bericht der Aktion und auch ein paar Links zur Medienpräsenz, die wir dadurch erreichen konnten.

Doch damit war das Thema der ICT natürlich noch nicht abgehakt für uns. Immer wieder bekamen wir durch die Kampagne Input und so haben wir uns auch für das Südwind-Straßenfest eine Aktion ausgedacht, um die Besucherinnen und Besucher zu diesem Thema zu sensibilisieren. Dabei haben wir die bereits vorhandene Aktion, das Mini-Straßentheater, das wir bei der Aktion im Februar neben der Verteilung von Informationen aufgeführt haben, weiterentwickelt.

Nicht nur wir entwickelten die Aktion weiter. Auch in der Kampagne selbst hat sich viel getan – so war zum Beispiel Matthias Haberl von Südwind im September in Hongkong. Dort hat er mit einer Partner-NGO gearbeitet, die für diese Kampagne der wichtige Partner vor Ort ist, und so einen wichtigen Einblick gewinnen können, den er auch in Kurzberichten festgehalten hat.

Das gewonnene Wissen wurde natürlich auch weitergeleitet. Bei der diesjährigen Südwind Academy waren Handys und Elektronik-Geräte ein großes Thema. Mit ein Grund dafür war natürlich auch, dass Kin Wan von LESN (Labour Education & Service Network) aus Hongkong an einem Tag dabei war und uns erklärt hat, wie die Situation in der ICT-Produktion in China aussieht und uns so viele Fragen beantworten konnte.

Zusätzlich haben wir im Herbst das Angebot bekommen, unser methodisches „Aktivismus-Werkzeug“ weiterzubilden. Wir wurden gefragt, ob wir ein „Abschlussprojekt“ für einen Theaterpädagogik-Lehrgang sein wollen. Da die Wiener AktivistInnen-Gruppe neugierig ist und auch gerne bereit, mal was neues auszuprobieren, haben wir uns einen Abend lang mit verschiedenen theaterpädagogischen Methoden beschäftigt. Ziel war es, ein zufriedenstellenderes Ende für die Aktion, die wir am Straßenfest durchgeführt haben, zu finden. Denn diese sollte bei der entwicklungspolitischen Tagung im Wiener Rathaus 10.Dezember noch einmal auf der Bühne aufgeführt werden.
Neben verschiedenen gruppendynamischen Übungen, haben wir versucht kreative Methoden anzuwenden, um das Ende besser auszubauen und einen Anstoß zum Handeln zu geben.

Am 10.Dezember war es dann so weit und unsere kurze Inszenierung ging auf die Bühne.
Wie es war?
Seht selbst, es ist sogar ein YouTube-Video dazu entstanden: https://www.youtube.com/watch?v=uob5zPlVYE4

Natürlich haben wir uns thematisch nicht nur mit einer Kampagne beschäftigt, doch diese Aktion war eine prägende für 2018, da sie sich immer weiterentwickelt hat.

Was 2019 an Aktionen bringt, wissen wir noch nicht sicher. Wir haben schon viele Ideen, bei der einen oder anderen spielt auch ein Handy eine große Rolle….

Seid gespannt, macht mit, unterstützt uns!

Das war die Südwind Academy 2018

Was glaubst du? Wie hängen diese Zahlen zusammen:

1 300 000 Arbeiter bei Foxconn in China
23 879 Einwohner in Traun (Stadt in Oberösterreich)
15 000 Besucher bei der Wear Fair
17 globale Nachhaltigkeitsziele
4  Tage in Linz

Im Grunde sind diese Zahlen ein Resümee der Südwind Academy 2018. Eine kleine, feine Gruppe hat sich dieses Jahr im Jugendgästehaus Linz zusammengefunden, mit der Intention, Wissen zu globalen Themen zu erweitern. Im Zentrum der 4 Tage standen die 17  UN- Ziele, die Sustainable Development Goals. Kennenlernen, Theoretischer Input, die Idee zu einem eigenen Projekt um die Welt zu verändern sowie diverse Spiele zu den SDG’s waren Programmpunkte der knapp ersten 2 Tage.

Inputs…

Am Samstag gab es sehr viel Besuch. Nach dem Frühstück gesellte sich Michaela Meindl von der Stadt Traun, mit 23 879 Einwohnern und knapp 11.000 Haushalten, zu uns. Sie ist dort für die öffentliche Beschaffung zuständig  und hat die Stadt  mit ihrem Engagement zu einem europaweiten Vorbild gemacht. Mit dem Fair-Cotton Award wurde die Stadt 2014 ausgezeichnet, was die Motivation für weitere Schritte noch steigerte. Lokal, saisonal und fair, ist das Motto in Traun. Der Durchbruch gelang mit der Umstellung auf fair hergestellte Arbeitsbekleidung im öffentlichen Raum und der Auszeichnung als FAITRADE-Stadt. Mittlerweile sind fairer Kaffee und Getränkeautomaten mit regionalen Säften sowie Obst aus der Region kein Thema mehr, sondern Selbstverständlichkeit. Ein beeindruckendes Beispiel, was alles möglich ist, wenn es Menschen als wichtig erachten, woher und unter welchen Umständen Produkte kommen und produziert werden….

Einen schockierenden Einblick in die Realität von 1 300 000 Arbeitern bei Foxconn und weiteren Fabriken in China verschaffte uns Kin Wan. Er arbeitet bei LESN (Labour Education & Service Network) in Hong Kong und führte uns in die vielschichtige Welt Südchinas. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Suizide und Landflucht sind verheerende Auswirkungen von Verzweiflung und Armut die unter anderem in Teilen Chinas herrscht. Nach dem Mittagessen, wurde die Gruppe geteilt und in Teams eine Recherche zur Vertiefung des bereits vorhandenen Wissens durchgeführt.

Und was motiviert dich?

Diese Frage eröffnete das Sammeln von Ideen zum Thema Aktivismus. Ungerechtigkeit, Verschmutzung der Umwelt und Klimawandel resultierten aus einer Brainstorming-Runde zur Findung der Motivation aktiv zu werden. Was Kampagnen sind und wie eine Aktion vorbereitet werden kann, wurde theoretisch durchgearbeitet und gab uns konkrete Hilfsmittel und Antrieb für eigene Planungen in den verschiedenen Regionalgruppen.

Aber auch das Abendprogramm ist nicht zu kurz gekommen, sondern war bestückt mit global relevanten Themen. Als Highlight zählt hierzu der Kinobesuch zur Premiere „Unser Saatgut“ mit anschließender Diskussion.

Die Wear Fair und mehr mit 200 Austellern und rund 15 000 Besuchern war der krönende Abschluss der Academy. Gemeinsam wurden alte Handys, bei einem „Urban Mining“-Workshop von Fairphone Vienna auseinandergenommen und inspiziert. Woher Ressourcen zur Herstellung kommen und welche Intransparenz auf dem Markt vorherrscht, wie Bürgerkriege gefördert werden und Menschen ausgebeutet, stand unter anderem im Fokus unserer 4 Tage in Linz.

Aha- Momente und die Weitergabe von Wissen bzw. die nationalen sowie internationalen Akteure, die bereits aktiv an einer Veränderung im Feld der Ungerechtigkeit und Umweltschutz arbeiten, dürfen als Inspiration mitgenommen werden. Mehr zum Themenschwerpunkt Elektronik finden sich auf der Seite www.suedwind.at/elektronik. Die nächste Südwind Academy kommt bestimmt und wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen – in den regionalen Gruppen in Wien, Graz, Salzburg und anderswo oder bei Aktionen, Demos und Treffen in ganz Österreich!

Die Südwind Academy 2018 fand im Rahmen des EU-Projekts „Make ICT Fair“ statt.

Make ICT Fair

 

Alternativ-Gipfel »A better future for all« – 13. bis 20. September 2018 in Salzburg

Die Plattform »Solidarisches Salzburg« plant aus Anlass des Treffens der Staats- und RegierungschefInnen am 20. September 2018 in Salzburg für die Woche vom 13. – 20. September 2018 einen Alternativ-Gipfel und will einen diskursiven und aktiven Gegenpol zu diesem sicherheits- & Grenzen-dicht-fokussierten Gipfel der EU realisieren.

Alle Veranstaltungen und Aktivitäten zum Alternativ-Gipfel findet Ihr unter: https://solidarischessalzburg.at/alternativgipfel oder hier als übersichtliches pdf). Die Themen der Vorträge reichen von demokratischer Lebensmittelpolitik, Frauenrechte, Soziale Grundreche in Europa bis zur Frage der Menschenrechte bei der Flucht übers Mittelmeer.  Dabei handelt es sich nicht um einen Anti-EU Gipfel, sondern um einen Alternativ-Gipfel FÜR ein anders Europa.

Südwind Salzburg ist Mitveranstalter für den Vortrag und die Diskussion „Europa – Zivilmacht im Kampfanzug“ am 18. 9. von 19:00 bis 22:00 Uhr (siehe Programm-Link oben). Darüber hinaus werden sich die Mitarbeiterinnen und AktivistInnen von Südwind vor allen an folgenden 2 Aktionen beteiligen:

  • Mittwoch, 19. 9. ab 18: 30:  Walk of Responsibility. Wir werden eine Liste mit allen Namen der im Mittelmeer etrunkenen Flüchtlingen von der TriBühne Lehen möglichst nah ans Festspielhaus tragen – bringt Kerzen mit!
  • Donnerstag, 20. 9. ab 14 Uhr: Demo und Kundgebung  „A better future for all.“
    Infos zum Alternativgipfel und zur Demo findet ihr auch unter www.facebook.com/events/295982784495260 beziehungsweise unter http://www.facebook.com/events/1386856914750560 (bitte bewerben!).

Aufruf:
Wir laden alle Südwind AktivistInnen und alle andere, die mit uns für eine gerechte Globalisierung streiten, ein, nach Salzburg zu kommen und sich mit uns am Walk of Responsibility am 19.09  sowie an der Demo und Kundgebung am 20.09 zu beteiligen!
Für den thematischen Schwerpunkt und gemeinsame Sichtbarkeit von Südwind bei der Demo koordinieren wir uns noch (und werden gemeinsam basteln). Wer sich beteiligen möchte, kann ein Mail an aktivismus(at)suedwind.at schreiben.
Hier gibt es eine Schlafplatzbörse, für alle die über Nacht bleiben: https://solidarischessalzburg.at/de:sleeping.

Südwind arbeitet zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Snapshots from the Borders“ an einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema Migration, nicht bei dem inzwischen reflexhaften Ruf nach Grenzschutz, Sicherheit und Abschottung stehen bleiben kann. Wir informieren europäische BürgerInnen darüber, dass Migration ein komplexes, multidimensionales Phänomen ist, das Anstrengungen und konkrete Maßnahmen von Menschen und Organisationen auf allen Ebenen der Gesellschaft erfordert. Ein besseres Verständnis der EuropäerInnen für Migration fördert die WeltbürgerInnenschaft und baut starke Verbindungen und Solidarität auf. Infos dazu unter www.snapshotsfromtheborders.eu.

Das war das Südwind-Straßenfest 2018

Auch heuer hat sich das Wetter wieder besonders viel Mühe gegeben für das Südwind Straßenfest und viele BesucherInnen ins Alte AKH/Campus der Universität Wien gelockt.

Das Angebot war groß und vielfältig: Neben Südwind haben sich verschiedene NGOs und Vereine vorgestellt, es gab Workshops, leckeres Essen sowie tanzbare Musik bis zum Schluss.

Wir haben die Möglichkeit genutzt, viele Menschen erreichen zu können und mit einer Straßenaktion auf die MakeICTFair-Kampagne aufmerksam zu machen. Dabei haben wir die Frage aufgeworfen „was hinter deinem Konsum steckt?“ Was bedeutet der verschwenderische Konsum von Elektronikprodukten für die Welt? Konkret haben wir dabei die ausbeuterischen und schwierigen Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung dargestellt. Danach haben wir noch Informationen zur Kampagne verteilt.

Aber wir haben die Aktion nicht nur „auf die Straße“ also in den Campus gebracht, sogar auf der großen Hauptbühne haben wir gezeigt, was die AktivistInnen machen, um die Aufmerksamkeit auf Südwind-Themen zu lenken.

Danke an alle, die auf irgendeiner Weise an der Aktion beteiligt waren, besonderen Dank dabei auch an Fairphone, die uns dabei ebenfalls unterstützt haben!

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Und natürlich gehört zu einem guten Straßenfest auch, dass die AktivistInnen einen Stand mit konfliktfreiem Kuchen und fairen Kaffee haben. Auch heuer hatten wir eine große Auswahl an leckeren Kuchen und sorgten für den Kaffeenachschub am Nachmittag.

Großes Danke an alle Menschen, die Kuchen für uns gebacken haben, ebenso an Fairtrade Österreich, die uns mit Kaffee und Zucker unterstützt haben.

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Wie jedes Jahr kommen wir zu dem Fazit: es war ein wunderbares, buntes Fest!

Südwind Straßenfest am 26.Mai 2018

Am 26. Mai 2018 zwischen 14 und 23 Uhr laden wir in den Campus der Universität Wien (Hof 1), um gemeinsam das vielfältige Engagement aller Menschen, die sich für ein gutes Leben für alle einsetzen, zu feiern!

Es ist wieder so weit, es ist Zeit für das Südwind Straßenfest.

Das Südwind Straßenfest ist eine bunte Mischung aus rauschender Party mit Klängen aus aller Welt, nachhaltigen und fairen Einkaufsmöglichkeiten, sowie einer Plattform, um verschiedene Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Umweltschutz und Nord-Süd-Kooperation kennenzulernen.

So besteht auch die Möglichkeit die AktivistInnen kennen zu lernen.
Wie soll das gehen?
Ganz einfach: besucht uns am fairen Kaffee- und Kuchenstand, wo es leckere konfliktfreie Kuchen gibt, bei denen es sich auch gut über Aktivismus und Südwind plaudern lässt.

Nebenbei kann man aber die AktivistInnen auch „in Action“ sehen, da wir wieder eine Aktion zur Kampagne Make ICT Fair geplant haben.

Die AktivistInnen freuen sich schon auf ein schönes Straßenfest und viele Menschen, die gemeinsam die Welt verbessern möchten!

Südwind Academy 2017 – der Abschluss

 

Mutige vor! Der dritte Tag der Südwind Academy stand ganz im Zeichen des Aktivismus – und dafür mussten einige TeilnehmerInnen schon gleich am morgen so manche Grenze überwinden. Nach dem Frühstück ging es direkt nach draußen in den Klettergarten. Nach der Sicherheitseinführung konnten sich die TeilnehmerInnen im Aufstieg, Balancieren, Abseilen und Klettern erproben – und dabei im wahrsten Sinne des Wortes so manche Hürde überwinden.

Aber was hat diese Outdoor-Aktion mit Aktivismus zu tun? Diese Frage wurde anschließend gemeinsam im Seminarraum besprochen. Und nach einer kurzen Verschnaufpause war allen der Zusammenhang ziemlich schnell klar: Auf dem Kletterparcour ging es darum Mut zu zeigen, eigene Grenzen zu überwinden, im Team zu arbeiten, einander zu vertrauen und überlegt anstatt überstürzt an neue Aufgaben heranzugehen – genau wie bei der Planung und Umsetzung einer Aktion.

Nach einem Brainstorming diskutierten die TeilnehmerInnen dann, welche unterschiedlichen Formen der Aktion möglich sind, welche Rollen und Funktionen dafür benötigt werden und was dazu führt, dass eine Aktion gelingt oder eben nicht. Um die zahlreichen Möglichkeiten nicht nur in der Theorie zu besprechen, sondern auch praktisch zu erproben, sollten die TeilnehmerInnen dann in kleinen Gruppen zu einem ausgewähltem Thema ihre eigene Aktion planen und anschließend präsentieren. Das Fazit: Wer eine gute Idee hat, kann in relativ kurzer Zeit mit wenig Mitteln wirksam auf ein Thema Aufmerksam machen.

Am Nachmittag ging es dann entspannter zu – die Teilnehmer schauten sich in gemütlicher Atmosphäre die Dokumentation Die Zukunft ist besser als ihr Ruf an. Der Film portraitiert sechs Menschen, die sich auf unterschiedlichste Weise engagieren, um etwas zu bewegen.

Nach dem Abendessen gab es dann ein “Speed-Dating“, bei dem die TeilnehmerInnen in kurzen routierenden Zweier-Interviews die Chance hatten, die vielen Initiativen kennenzulernen, in denen sich die anderen TeilnehmerInnen engagieren. Am Ende stand eine lange Liste mit spannenden Projekten, die die vielfältigen Möglichkeiten für das eigene Engagement aufzeigt und Lust auf neue Projekte macht.

Am Abend ließen die TeilnehmerInnen den spannenden Tag mit einem gemütlichen Lagerfeuer und Stockbrot ausklingen.

 


 

Am Samstag und letzten Tag der Academy ging es gemeinsam im Zug nach Graz.
Nach einem konsumkritischen Stadtspaziergang haben wir im Spektral die Academy offiziell ausklingen lassen und gemeinsam gegessen, danach besuchten wir noch einen spannenden Workshop beim Nyéléni Herbsttreffen, zum Beispiel zum DIY – Demokratie Repaircafé.

So fand ein informatives, lustiges, lehrreiches, buntes Wochenende seinen Ausklang und voller Energie, Motivation und Ideen zerstreuten sich die AktivistInnen wieder in alle Himmelsrichtungen.

Südwind Academy 2017 – der erste Tag

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Während die einen am Staatsfeiertag die Fahnen geschwungen haben, haben wir uns am ersten Tag der Südwind Academy mit anderen Themen befasst. Facts rund um Südwind, die Säulen (Informieren – Bilden – Handeln), Ziele bzw. Themen von Südwind (gerechte Globalisierung – faire Arbeitsbedingungen weltweit – Menschenrechte) und die unverzichtbare Rolle der AktivistInnen waren der Einstieg in diesen Feiertag.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns dann beim Welthandelsspiel mit den Mechanismen der Wirtschaft auseinander gesetzt. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto sind wir ins aktuelle Kampagnenthema eingestiegen: Fairer  Kaffee. Mit Quiz,  Ausstellung und  Kaffee-Sackhüpfen haben wir neue Einblicke in die Herkunft, den Handel und den Konsum der „bittersüßen Bohne“ gewonnen.

Nach einem kurzen Input zum Thema „Fairer Handel und Migration“ stand das Kamingespräch mit  Florian Ablöscher von Fairtrade auf dem Programm. Themen, die wir vorab schon beim Thema „Kaffee“ gestreift haben, konnten wir jetzt vertiefen und einen Einblick in die Vorteile, aber auch die Herausforderungen des fairen Handels gewinnen.

Nachdem wir den ganzen Tag viel geredet, gelacht und diskutiert haben, stand zum Abschluss dieses ersten Tages noch ein musikalischer Ausflug in den Irak am Plan. Hedi vom Verein KAMA hat uns mit viel Geduld und Enthusiasmus Tänze aus dem kurdischen Norden näher gebracht und unser Rhythmusgefühl auf die Probe gestellt.

Als Einstimmung auf den zweiten Tag haben wir uns Videos von vergangenen Südwind-Aktionen angesehen und den Tag in der Taverne bei ein paar Gläschen und Gitarrenklängen ausklingen lassen.

Hier gibts noch ein kurzes Video mit den Impressionen des ersten Tages!

Südwind Tirol – AktivistInnentreffen November/Dezember 2017

Die neue „Saison“ hat erfolgreich und aktiv mit einem Informations- sowie einem Bastelabend begonnen. Beim letzteren wurde angeregt und kreativ am Equipment (Plakate, Justitia, Informationsrute u. Ä.) für die Nikoloaktion, am 2. Dezember, gebastelt. Die Kampagne „Make Chocolate Fair!“ ist ausgelaufen, dennoch möchten wir auch heuer wieder durch die Innsbrucker Innenstadt als Nikoläuse ziehen und auf die sozialen und ökologischen Aspekte bei der Schokoladenproduktion aufmerksam machen. Dafür wurden uns vom „EZA Fairer Handel“ Schokoladen gesponstert, welche wir mit Informationsmaterialien verteilen werden. Treffpunkt für diese Aktion ist der 2. Dezember 2017, um 14: 30, bei der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol.

Am 8. November, um 18: 30, dürfen wir zu einem spannenden Vortrag über  „Sozialstandards in Lieferketten“ in der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol einladen. Dr. Wilhelm Kuntner (Arbeits- und Organisationspsychologe) wird uns seine Forschungsergebnisse  über das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ethik transnationaler Lieferketten vorstellen.

Zu diesem Vortrag und zur Nikoloaktion ist jeder herzlich eingeladen und kann ohne Voranmeldung einfach kommen.

 

Südwind Academy 2017…ein erster Abend

 

Zusammenkommen. Ein Zusammenkommen von Menschen aus Österreich. Aus Deutschland. Aus der Welt. Und ein Ankommen. Miteinander sind wir angekommen. Mit der Bahn. Mit einem Taxi. Mit dem Auto. Zum Essen sind wir zusammen gekommen und in den Zimmern sind wir zusammen angekommen. Wir sind angekommen und aufgenommen. Wir haben auch viel aufgenommen. Viele neue Gesichter, viele neue Namen und die ersten Blicke auf die Welt. Die Weltkarte und das Weltspiel. Viele Informationen haben wir aufgenommen am ersten Tag. Beim ersten Aufeinandertreffen. Beim ersten gemeinsamen Blick auf die unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Welt.

Short facts

60% der Weltbevölkerung lebt in Asien (davon in Russland 2%)

jeweils ca. 30% des BIP wird in der EU, in Nordamerika und in Asien produziert

5% haben Zugang zu Internet (Tendenz steigend)

24% zu Fernsehen

52% sind weiblich

48% männlich

1% hat einen Hochschulabschluss

Zahlen der Welt. Zahlen der Weltbevölkerung. Zahlen von Menschen über Menschen. Zahlen und Kategorien und wie grenzen wir die Kategorien ab? Über welche sprechen wir und über welche nicht? Über Geschlecht sprechen wir, über Hautfarbe nicht. Beides äußert sich in Erscheinungsformen, beide sind genetisch veranlagt. Beide ohne eindeutige Grenzen, beides Eigenschaften der Menschen. Nur lassen sie sich unterschiedlich leicht in Zahlen übertragen. Einfach erzählbar wie die Bevölkerungszahl sind sie nicht.

 

Der trojanische Schuh ist auf Reisen…

und es ging nach Linz!

Von 6. bis 8. Oktober fand in Linz in der Tabakfabrik die Wear Fair +mehr statt. Natürlich waren sowohl Südwind als auch das Südwind-Magazin vor Ort anzutreffen.

und wo Südwind ist, dürfen auch AktivistInnen nicht fehlen!

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Change your Shoes-Kampagne beschäftigt. Diese fordert in der aktuellen Petition Schuhmarken und -ketten zu mehr Transparenz in der Produktion auf, um so auch bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nähere Infos findet ihr auf der Change your Shoes-Homepage.

Recht spontan schafften wir es eine überregionale Aktion zu organisieren:

Die Wiener AktivistInnen haben Schuhschachteln gestaltet, die Informationen zur Kampagne enthielten, Tipps zum Reparieren der Schuhe oder auch Ratschläge für den Schuhkauf.

Die AktivistInnen aus Graz haben den Trojanischen Schuh gebastelt, in dem sich so manches versteckt hat – Schuhe, Schuhschachteln, Petitionslisten…vielleicht sogar eine Arbeiterin?? wer weiß…

Mit Unterstützung aus Salzburg sind wir dann gemeinsam vom Linzer Hauptbahnhof über die Landstraße zur Tabakfabrik gewandert – durch den Schuh haben wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Zwischen den verschiedensten WahlkämpferInnen haben wir die PassantInnen auf die WearFair eingeladen und sie über die Schuhproduktion informiert.

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Im Anschluss haben wir in der Tabakfabrik weitere Südwinde getroffen und gemeinsam einen netten Nachmittag auf der WearFair verbracht.

Eine Aktion mit AktivistInnen aus mehreren Regionen an einem Ort war ein sehr schönes Erlebnis und werden wir sicherlich wiederholen.
(An der Aktionsvorbereitung waren außerdem viel mehr beteiligt, als auf den Fotos zu sehen sind, jedoch hat eine Krankheitswelle um sich geschlagen – sonst wäre ein noch stärkerer Südwind durch Linz geweht!)

Falls wir euch nicht auf der WearFair oder auf der Landstraße angesprochen haben und ihr trotzdem gerne unterschreiben möchtet, könnt ihr das – hier –  auch online tun.
Helft mit, damit es in eine gute Richtung geht!22256796_1535207963225187_1668409458343457303_o.jpg

Das war die ESU2017 in Toulouse…

Von 23. bis 27. August fand in Toulouse in Südfrankreich die European Summer University for Social Movements, vom europäischen Netzwerk Attac organisiert, statt. Mittendrin trafen sich auch einige Südwind-AktivistInnen wieder….

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Die Workshops und Seminare der Universität waren sehr vielfältig – zum einen die politischen Verbindungen und Strukturen von sozialen Bewegungen betreffend, zum anderen Flucht und Migration aber ebenso Wirtschaftsthemen oder Klimawandel. So kamen sowohl Vertreter_innen von Podemos aus Spanien und Syriza aus Griechenland, aber auch von System Change not Climate Change aus Österreich, verschiedene Gewerkschaften und viele weitere zu Wort. Nebenbei war Aktivismus im Allgemeinen ebenso ein Thema in einigen Workshops.

Auch bekannte Gesichter hat es nach Toulouse gezogen – Jorge Acosta von der ecuadorianischen Bananen-ArbeiterInnen-Gewerkschaft Astac, den wir schon im Rahmen von der Make Fruit Fair! – Kampagne kennen lernen durften. Gemeinsam mit Konrad Rehling von Südwind und vielen Partnerorganisationen der Make Fruit Fair! – Kampagne nahm dieser an einem Seminar mit dem Titel „Schnäppchenpreise, Rechtsverletzungen? Der Kampf gegen die Macht des Einzelhandels“ teil, war aber auch an dem Seminar „Transnationale Unternehmen (TNUs), Menschen und die Umwelt: Gesetze zum Abbau unternehmerischer Macht“ beteiligt.
Dabei haben nicht nur Gewerkschaften aus dem globalen Süden gesprochen, sondern unter anderem auch VertreterInnen der ArbeiterInnen-Gewerkschaft von Lidl in Frankreich.

Es haben sich viele interessante Begegnungen, Gespräche und Vernetzungen in Südfrankreich ergeben, trotz der doch nicht geringen Hitze, die die Konzentrationsfähigkeit vor so manche Herausforderung stellte :)

Danke an die verschiedenen Attac-Gruppen für die Organisation – es war ein tolles Erlebnis, das viel Energie zum Weltverändern mitgegeben hat.

À bientôt!

 

Veranstaltungstipp | Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Lecture Performance am 3. April um 18:30 in Wien: Ein Abend mit Vortrag, gespielten Szenen, Lesung, Kabarett und Musik um mehr über SEZIONIERI zu erfahren.

Sezionieri ist eine gemeinsame Aufklärungskampagne der Produktionsgewerkschaft PRO-GE im ÖGB, NGO´s und Aktivist_innen für die Rechte von Erntehefer_innen in Österreich. Die SEZONIERI Kampagne (www.sezonieri.at) verfolgt das Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntearbeiter_innen in Österreich nachhaltig zu verbessern. Einer ihrer Ausgangspunkte war der selbstorganisierte Protest von 70 Erntearbeiter_innen des größten Gemüsebauern Tirols im Oktober 2013. Seit 2014 sind Kampagnen-Mitarbeiter_innen in vier Bundesländern Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Burgendland aktiv, bereiten arbeitsrechtliche Informationen auf (BKS, Deutsch, Rumänisch, Slowenisch, Ukrainisch, Ungarisch) und teilen Info-Folder bei Feldaktionen an die Arbeiter_innen aus. Es wird auch ein Telefondienst für den Erstkontakt angeboten. Die PRO-GE unterstützt unter Wahrung der Anonymität der Anrufenden kostenlos und übernimmt im Bedarfsfall auch die rechtliche Vertretung vor Gericht.

http://www.sezonieri.at – Das Informationsportal für SaisonarbeiterInnen

Wenn du mehr über SEZIONIERI erfahren willst, so schau vorbei zur nächsten Veranstaltung am Montag, den 3. April 2017, oder wirf einen Blick auf ihre Website http://www.sezonieri.at. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

3. April 2017 – Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Ort: BOKU Augasse – Augasse 2-6, 1090 Vienna, Austria
Eintritt frei

Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

Text und Regie: Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann
Mit: Lia Sudermann, Franz-Xaver Franz
Musik: Lissie Rettenwander
Recherche: Sónia Melo

Links zur Veranstaltung:

Die studentische Initiative BOKUs KriStus hat die Veranstaltung mit Unterstützung der ÖH BOKU, den Studienvertretungen AW und UBRM organisiert.

 


Informationen von SEZIONIERI über ihre Arbeit

Die österreichischen Staatsbürger_innen, die in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit tätig sind, kann man an einer Hand abzählen. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn man sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Nur wer es aufgrund des beschränkten Arbeitsmarktzugangs und/oder mangelnder Erwerbsmöglichkeiten im Herkunftsland nötig hat, lässt sich auf dieses Arbeitsverhältnis ein.

Foto: Wilfried Hanser

Erntehelfer_innen verrichten bis zu sieben Tage Woche, bis zu fünfzehn Stunden am Tag eine körperlich sehr anstrengende Arbeit für einen sehr niedrigen Lohn. Für Erntehelfer_innen gibt es ausverhandelte Kollektivverträge, die von Bundesland zu Bundesland differieren; der darin festgelegte Stundenlohn gilt gesetzlich als Mindestlohn, auch wenn nach Akkord (etwa pro gefüllter Kiste Erdbeeren) bezahlt wird. Dieser Stundenlohn überschreitet nirgendwo in Österreich 7 Euro netto und wird überdies selten voll ausbezahlt.

Zu den häufigsten Missständen zählen:

  • unbezahlte Überstunden
  • unbezahlte Sonderzuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit
  • die gesetzliche Regelung überschreitende Lohnabzüge für Kost, Logis und Arbeitswerkzeug
  • inadäquate Unterkünfte

Die Supermarktketten ordern mehrmals täglich frische Ware, die innerhalb weniger Stunden angeliefert werden muss. Der Handel drückt die Preise nach unten, folglich haben die Produzent_innen, die die Produktionskosten senken können, die Nase vorne. Im landwirtschaftlichen Sektor spielen die Lohnkosten eine entscheidende Rolle, da die Erntearbeit großteils händisch erfolgt. Ohne „billige“ ausländische Arbeiter_innen, die während der Arbeitsspitzen angestellt werden, können viele Bauern und Bäuerinnen mit diesem Wettlauf nach unten nicht mithalten. So bleiben die Arbeitsrechte der Erntehelfer_innen auf der Strecke.

Die Beschäftigten in der Landwirtschaft brauchen klare Verhältnisse und auch Informationen zur Durchsetzung ihrer Arbeits- und Menschenrechte. SEZIONIERI gibt Informationen und gleichzeitig Hilfestellung zur Rechtsdurchsetzung. (Quelle: http://www.sezionieri.at, Foto Sónia Melo)

Mit SEZONIERI wollen wir der Ausbeutung von Erntehelfer_innen in Österreich entgegenwirken, indem wir sie auf ihre grundlegenden Rechte laut Kollektivvertrag aufmerksam machen und sie im Arbeitskampf unterstützen.

Die SEZONIERI Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in Österreich ist eine gemeinsame Initiative von unabhängigen Aktivist_innen, PRO-GE – die Produktionsgewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, Nyéléni – Forum für Ernährungssouveränität, UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender, MEN-VIA – Unterstützung für männliche Betroffene von Menschenhandel und LEFÖ – Bildung und Beratung für Migrantinnen.

SEZONIERI
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Südwind-Themenabend „Fair(n)e Früchte“ in Wien

Obst essen ist gesund – doch wie „gesund“ ist das Obst ernten?

Wir haben uns im letzten Jahr immer wieder mit dem Thema „Faire Früchte“ verschäftigt. Im Dezember sind wir auch durch Wiens Innenstadt gezogen und haben Unterschriften für die Kampagne gesammelt (Beitrag: https://suedwindaktivistinnen.org/2016/12/11/1780/). Am 3. April wird es einen Themenabend geben und wir laden euch alle herzlich ein, vorbeizukommen und mitzudiskutieren.

Wieso sind die Früchte aus den fernsten Ländern billiger als aus Österreich?
Wieso gibt es kein Fair Trade Label für Früchte aus Europa?
Könnten wir genügend Früchte produzieren, wenn es keine „illegalen“ MigrantInnen in der Landarbeit geben würde?

  • Konrad Rehling (Südwind) berichtet von seiner aktuellen Recherche-Reise nach Haiti und der Dominikanischen Republik über die Lage der migrantischen Landarbeiterinnen.
  • Cordula Fötsch (www.sezioneri.at) erzählt über die Situation der migrantischen LandarbeiterInnen in Österreich.
  • Elke Schaupp (Fairtrade Österreich) wird die Positionen und Vorhaben zu Landarbeit und Migration darlegen.

Montag, 3. April 2017, 19:30 Uhr
Ort: Südwind, Laudongasse 40, 1080 Wien

Liebe Grüße und auf bald
die Wiener Südwind AktivistInnen

Bericht zum Themenabend Palmöl

In beinahe jedem zweiten Lebensmittel findet man es, auf einem großen Teil der Erde wird es angebaut. Sehr viele Menschen sind davon betroffen. Ob es der Lebensraum, die Arbeitswelt oder der Verzehr ist. Palmöl trifft die Erde wie ein Krater. Von der Dimension etwas galaktisch und trotzdem nicht weit verfehlt.

Es beginnt beim Kleinsten 

Wie überall wird beim schwächsten Glied begonnen. Wenn wir von Palmöl sprechen, sind das schwächste Glied die Kleinbauern. Dabei ist es wichtig die Bedeutung des Wortes zu verstehen. Unter Kleinbauern versteht man Menschen, die oft im Zuge der Familie ihr Handwerk von klein auf lernen und später dann auch zum Beruf machen. Durch dieses Erlenen eines solchen Handwerks ist meistens wenig Platz für anderes. Schule? Bildung? Worte ohne persönlichen Bezug. Die Folge dessen ist, dass ohne Bildung, der Horizont kleinkariert bleibt. Keine Weitsicht und auch keinen Einblick. Das Ergebnis kann nur sein, Gutmenschen, die arbeiten um zu leben und das tun was verlangt wird.

Der Staat bin ich

Wenn etwas groß wirkt, reicht es oftmals. Beim Thema Palmöl ist das der Fall. Das Ackerland in Süd-Ost Asien, ist ein Paradebeispiel. Große Investoren aus Riesenkonzernen machen sich beim Staat interessant und hebeln das Gesetz aus in dem sie den Gesetzgeber kaufen. Das ist nicht nur ein moralischer Handschlag mit dem Teufel, sondern auch ein Spiel mit der Existenz vieler Menschen. Und dabei geht es noch nicht einmal um das Eigentliche.

Unser tägliches Öl gib uns Palmen

Große Konzerne bedeutet große Anbauflächen. Große Flächen ziehen auch viele ArbeiterInnen mit sich. Und dazu passt dann auch das altbekannte Sprichwort: Hohe Quantität, wenig Qualität. Aus Natürlicher Vielfalt und Urwald  entsteht eine durchstrukturierte Monokultur, bei der nicht die Natur im Vordergrund steht, sondern das Geld. Unter dem Motto, „Mehr Pflanzen, mehr Geld“, wird das Konzept verfasst und Aufgaben verteilt. Wenn man so eine Aufgabenliste betrachten würde, wird man auf die Punkte Rodungen und Vertreibung nicht herumlesen können. Die Bäume verlassen ihren Ursprung und die Bewohner ihr Haus. Das alles wird mit Feuer verewigt und somit beginnt der Hexenkessel zu brodeln.

Das Spektral als Treffpunkt

Diese komplexe Angelegenheit wurde am 15.März im Spektral in Graz zum Thema gemacht. Durch eine Filmvorführung von Landraub und einer anschließender Diskussion mit dem erfahrenen Ansprechpartner David Horvath von Südwind Steiermark, wurde ein breites Spektrum geboten. Eine Sicht auf ein Thema, das die Welt verändert, die Zukunft gestaltet und jeden einzelnen betrifft. Diese Wichtigkeit wurde von vielen erkannt. Dafür ist man auch gerne zusammengerückt und hat jeden freien Stuhl genutzt. Für des Leibes Wohl sorgten einige AktivistInnen mit einer Dumpster Aktion, aber auch Food-Sharing blieb nicht ungenutzt und so wurden alle Interessierten kulinarisch bestens versorgt und haben zu dem auch noch Lebensmittel gerettet. Doppelt hält besser! Doch das war nicht das einzig positive an diesem Abend, den während der Filmpräsentation wurden auch Unterschriftenlisten für Gerechtigkeit von Keksen durchgereicht und diese sind auch zahlreich unterschrieben worden. Damit die Ausbeutung der von der Umwelt angefangen bis hin zu einem Kleinbauern nicht länger unterstützt und die Welt wieder ein Stück gerechter gemacht wird!
Insgesamt muss man ein großes Lob an alle Teilnehmer für die lange Konzentrationsausdauer aussprechen, dabei sollte man nicht vergessen wer diesen Abend möglich gemacht hat. Angefangen bei der neuen Südwind-AktivistInnenkoordinatorin Lisa Weichsler, dem erfahrenen Diskussionspartner David Horvath, so wie auch den vielen KooperationspartnerInnen, Supply Change, Grüne Akademie Steiermark, System Change not Climate Change, ÖH-Uni Graz, Greenpeace und zuletzt noch Attac Graz.

Danke für diesen sehr gelungenen Abend!

Ein letztes Fazit: „Besonders wird etwas nicht durch den Gebrauch in jedem Moment, sondern durch den Moment im Gebrauch!“

 


Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier der Link zur Petition:
http://www.supplychainge.org/mach-mit-at1/petition-palmoel-gerechtigkeit-fuer-meine-kekse/

Südwind Themenabend und Aktivismus Stammtisch: wir basteln gemeinsam

Die Wiener Südwind Aktivistinnen und Aktivisten laden zum „Guerilla-Bastel-Abend“ ein.

eine erfolgreiche Straßenaktion :)
Südwind Aktivistinnen und Aktivisten bei einer Straßenaktion im Herbst 2016

 

Südwind AktivistInnen basteln eine gerechte Welt!

Datum: Montag, 13. Februar um 19:30
Ort: im Südwind-Büro, 8. Bezirk, Laudongasse 40, Wien

 

Die Einladung geht an alle, die wissen wollen, was es da draußen alles für guerilla-aktionsmäßige Möglichkeiten gibt und wir wollen gemeinsam ins Tun (Basteln) kommen.

Alle dürfen sich ihre Kunstwerk mit nach Hause nehmen. Wir werden eine „Spielwiese“ an Materialien (Taschen, ev. T-Shirts, Kartons, Scheren, Stifte, Stofffarben etc.) zur Verfügung stelllen.

Anregung: Nimm dein (altes) T-Shirt mit und gestalte es mit uns neu!

Damit wir uns gut vorbereiten können, bitten wir um kurze Anmeldung „Ich bin dabei!“ an aktivismus.wien@suedwind.at. Für alle Schnellentschlossenen – es wird Platz für alle geben.

Liebe Grüße und auf bald
die Wiener Südwind Aktivistinnen und Aktivisten

Skills for Change: Auf die Rosskastanie kommen.

Letzte Woche fand im Wohnprojekt im 2. Wiener Gemeindebezirk ein Workshop zum Thema „Waschen mit Rosskastanie“ statt. Im Rahmen der Workshopreihe „Skills for Change“ trommelte das Team von Systemchange not Climatechange Interessierte zusammen.

Skills 4 Change
Skills 4 Change: „Es erwarten euch verschiedene praxisnahe Veranstaltungen, die unsere politisch-aktivistische Arbeit unterstützen und bereichern werden. Ziel dieser Workshop-Serie ist es sich Fähigkeiten anzueignen und weiterzugeben, die für die Arbeit in politischen Gruppen und sozialen Bewegungen relevant ist.“ (http://systemchange-not-climatechange.at/skills-4-change/)

 

Es erwarten euch verschiedene praxisnahe Veranstaltungen, die unsere politisch-aktivistische Arbeit unterstützen und bereichern werden. Ziel dieser Workshop-Serie ist es sich Fähigkeiten anzueignen und weiterzugeben, die für die Arbeit in politischen Gruppen und sozialen Bewegungen relevant ist.

 

Die Motive der TeilnehmerInnen waren unterschiedlich und reichten von Geldersparnis über Entgiftung des eigenen Körpers bis zu Umweltschutz. Denn all diese Ansprüche können selbst hergestellte Wasch- und Reinigungsmittel aus Rosskastanie erfüllen. Die Kastanien kann man selbst im Herbst sammeln und braucht kaum andere Zutaten, es wird keine Chemie in den Körper hinein oder den Abfluss hinuntergespült und man kommt vollkommen ohne Palmöl aus!

Die Vorteile gegenüber der allseits bekannten indischen Waschnuss liegen auf der Hand: Kastanien sind kostenlos und regional, zudem können die Menschen in Indien ihre Waschnuss dann wieder selbst verwenden und müssen sie nicht für den Export zur Verfügung stellen.

Das Prinzip ist einfach: Die Kastanien müssen nach dem Sammeln (lasst ein paar für die Tiere liegen!) geschnitten und getrocknet werden. Die braune Schale kann dran bleiben, das Wasser muss aber zumindest mit dem Inneren der Kastanie in Berührung kommen, da dort die Saponine stecken, die uns, unsere Wäsche und unsere Wohnung sauber machen.

Das bedeutet du gibst einfach ca 2 Esslöffel der zerkleinerten Kastanie in eine Socke, verschließt sie und wäschst die Socke in der Waschmaschine mit. Brauchst du die Seifenstoffe in flüssiger Form, so gibst du die geschnippelte Kastanie in Wasser und schüttelst das ganze entweder in einem Schraubglas bis es schäumt oder kochst es auf und gibst nach Belieben Kräuter, Blüten oder Obstschalen dazu. Mix alles mit dem Pürierstab ordentlich durch und gieß die Flüssigkeit durch ein Sieb ab.

Alle Verwendungsmöglichkeiten und Rezepte findest du auf www.rosskastanie.jetzt, wo Huberta Kunkel alle Informationen frei zur Verfügung stellt. Dafür und für diesen großartigen Workshop sei ihr an dieser Stelle natürlich gedankt, ebenso wie dem Team von Systemchange not Climatechange für die Organisation!

Ungeduldige, die jetzt neugierig geworden sind, können die Kastanien bei Huberta Kunkel auch kaufen. Allen anderen sei empfohlen im Herbst fleissig zu sammeln und es im Sinne einer sauberen Zukunft einfach mal auszuprobieren!


Link zu den Workshops:

http://systemchange-not-climatechange.at/skills-4-change/

 

Nyéléni- Europe Movement for Food Sovereignty: Pan-European Forum in Romania

Weihnachtszeit verbinde ich mit Essen. Schon jetzt steht der Menüplan bei meiner Familie fest. Es gibt noch einmal mehr von allem, das beste von allem, die Filetstücke, ein dicker Weihnachtsbraten, Exotisches aus weiter Ferne, vielleicht Fisch? Scampi? Mangocreme? Und natürlich Schokolade. Jede Menge. Es wird kaum hinterfragt, woher die Lebensmittel kommen und wer sie unter welchen Bedingungen produziert. Der Supermarkt stellt all das zur Verfügung, was das Konsumentenherz begehrt bzw. was er begehren soll. Die Aufklärung über die Produktionsbedingungen der Lebensmittel, ist nicht Teil der Vermarktungsstrategien.

Ernährungssouveränität beschreibt ein anderes Modell. Es geht vor allem darum, wie Nahrung produziert wird. Welche Menschen dahinter stehen und unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Machtverhältnisse werden beleuchtet und diskutiert.

Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt (…) Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne“ (Deklaration des weltweiten Forums für Ernährungssouveränität, Mali, Februar 2007).

Im Sinne dessen hat sich die Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung,

Ende Oktober in Rumänien getroffen. Zu den insgesamt 500 Teilnehmern aus 40 Ländern zählten Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiterinnen, Gewerkschafter, Forschende, Fischer, Hirtinnen, Indigene, Verbraucher und Menschenrechts-Aktivistinnen. Die Länder Delegationen waren jeweils nach Länder-, Gender-, Alters- und Sektorenquoten zusammengesetzt. Aus Österreich kamen 40 Delegierte.

Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung: Teil der österreichische Delegation in Cluj
Bewegung für Ernährungssouveränität, die Nyéléni Bewegung: Teil der österreichische Delegation in Cluj

 

Vorrangiges Ziel des Forums war es, die 2011 beim 1. Forum in Krems erarbeitete Deklaration zu Ernährungssouveränität durch konkrete Handlungsvorschläge zu ergänzen.

Zentrale Fragen des Forums in Cluj waren:

  • Wie können wir Ernährungssouveranität in Europa realisieren?

  • Wie können wir den Einfluss der Konzerne auf das Lebensmittel- und Landwirtschaftssystem zurückdrängen?

  • Wie kann es gelingen, wieder die Menschen, nicht die Profite, in den Fokus der Politik zu rücken?

Anhand von 4 thematischen Achsen – Modelle der Lebensmittelproduktion und Konsumverhalten, Lebensmittelverteilung, das Recht auf natürliche Ressourcen und Gemeingüter, Arbeitsbedingungen und Soziales im Lebensmittel- und Agrarsystem – wurde sich über möglich und bereits bestehende Kampagnen und Aktionen ausgetauscht, Erfahrungsberichte geteilt und Gestaltungsmöglichkeiten besprochen. In einer meiner Arbeitsgruppen wurde sich das Ziel gesetzt, den Bekanntheitsgrad der bestehende Plattform TransforMap (http://viewer.transformap.co/#6/52.140/17.820) europaweit zu erhöhen, um möglichst alle Initiativen rund um das Thema sichtbarer zu machen und die Vernetzung zu erleichtern.

Gearbeitet wurde während der 5 Tage vorwiegend in Kleingruppen, einige Veranstaltungen wie eine Diskussionsrunde mit einer Repräsentantin der FAO, wurden im großen Plenum abgehalten.

Nyéléni Treffen in Cluj: Aktionsplanung in der Kleingruppe
Nyéléni Treffen in Cluj: Aktionsplanung in der Kleingruppe

 

Nyéléni Treffen in Cluj: Eröffnungsplenum
Nyéléni Treffen in Cluj: Eröffnungsplenum

 

Ein freiwilliges Übersetzerteam der Organisation COATI sorgte dafür, dass auch Minderheiten zu Wort kommen konnten und simultan Übersetzungen in 10 Sprachen möglich waren.

 

Nyéléni Treffen in Cluj: Übersetzerteam
Nyéléni Treffen in Cluj: Übersetzerteam

Eine Begegnung war besonders beeindruckend für mich. Eine Unterhaltung mit einem Aktivist aus Mali. Mir wurde einmal wieder klar in welch privilegierter Situationen wir uns befinden. Als AktivistInnen in Österreich sind wir unserer Freizeit aktiv, gehen nach unseren Besprechungen Bier trinken und müssen während der Aktionen weder um unser, noch um ein anderes Leben fürchten.

Nyéléni Treffen in Cluj
Nyéléni Treffen in Cluj

 

Mir werden die Tage in Cluj noch lange in Erinnerung bleiben. Vor allem die verschiedenen Geschichten und Menschen, die den unzähligen Missständen in unserer Welt ein Gesicht geben.


Links:

http://www.ernährungssouveränität.at/

Nyéléni - European Food Sovereignty Movement

Filmtipp: Bauer unser

Wir beschäftigen uns immer wieder mit den Themen Ernährungssouveränität, Agrarsystemen und (regionalem und globalem) Handel. Vor kurzem ist Bauer unser in den Kinos angelaufen. Robert Schabus (http://www.filmers.at/fs/biographie.html) führte Regie und er beschäftigte sich mit seinem Team mit dem Agrarsystem, industriellen Produktionsmantras und somit auch uns, als Gesellschaft. Ihr findet hier den Trailer zum Film:

 

Liebe Grüße von den Wiener Südwind AktivistInnen

 


Zum Film

Der Dokumentarfilm zeigt gleichermaßen ungeschönt wie unaufgeregt wie es auf Österreichs Bauernhöfen zugeht. Schabus bleibt vordergründig unparteiisch. Doch so vielfältig die Bauern, vom Biobauern bis zum konventionellen Agraringenieur, so einhellig der Tenor: So wird es nicht weitergehen. Es läuft etwas falsch. Das Mantra der Industrie – schneller, billiger, mehr – stellen die meisten von ihnen in Frage.
Effizient ist unser Agrarsystem allerdings nicht: 40 Prozent der derzeit weltweit in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden verschwendet oder gehen irgendwo auf dem Weg zwischen Produzenten und Konsumenten verloren. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ließen sich derzeit global 12 Milliarden Menschen ernähren – ohne radikale Umstellungen. Einfach nur durch eine nachhaltigere Verteilung und Nutzung der Nahrungsmittel.
BAUER UNSER ist ein sehenswerter Film, der zeigt, wie Wirtschaftspolitik und Gesellschaft immer öfter vor der Industrie kapitulieren. Es sind keine rosigen Bilder, und doch gibt es Momente der Hoffnung. Etwa wenn der Vorarlberger Gemüsebauer und Rinderzüchter Simon Vetter stolz darauf ist, ein Bauer zu sein, der seine Kunden kennt und der Entfremdung entgegenhält. Oder wenn die Weinviertler Bio-Schafzüchterin Maria Vogt händisch Schafe melkt und frohlockt, Hey, es geht ja auch ganz anders!
BAUER UNSER ist ein Film, der Lust macht, dem Bauern ums Eck einen Besuch abzustatten, bewusst heimische Lebensmittel zu genießen – und auch als KonsumentIn das Bekenntnis abzulegen: „Bauer unser“.

Regie: Robert Schabus / Drehbuch: Robert Schabus / Kamera: Lukas Gnaiger / Schnitt: Paul Michael Sedlacek, Robert Schabus / Musik: Andreas Frei / Ton: Bernhard Maisch, Andreas Frei, Bertram Knappitsch / Produktion: Allegro Film / Produzenten: Helmut Grasser

Österreich/Belgien/Frankreich 2016 / 92 Minuten

(Quelle: https://www.filmladen.at/bauer.unser#zumfilm)

 


Links zum Film: