Der trojanische Schuh ist auf Reisen…

und es ging nach Linz!

Von 6. bis 8. Oktober fand in Linz in der Tabakfabrik die Wear Fair +mehr statt. Natürlich waren sowohl Südwind als auch das Südwind-Magazin vor Ort anzutreffen.

und wo Südwind ist, dürfen auch AktivistInnen nicht fehlen!

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Change your Shoes-Kampagne beschäftigt. Diese fordert in der aktuellen Petition Schuhmarken und -ketten zu mehr Transparenz in der Produktion auf, um so auch bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nähere Infos findet ihr auf der Change your Shoes-Homepage.

Recht spontan schafften wir es eine überregionale Aktion zu organisieren:

Die Wiener AktivistInnen haben Schuhschachteln gestaltet, die Informationen zur Kampagne enthielten, Tipps zum Reparieren der Schuhe oder auch Ratschläge für den Schuhkauf.

Die AktivistInnen aus Graz haben den Trojanischen Schuh gebastelt, in dem sich so manches versteckt hat – Schuhe, Schuhschachteln, Petitionslisten…vielleicht sogar eine Arbeiterin?? wer weiß…

Mit Unterstützung aus Salzburg sind wir dann gemeinsam vom Linzer Hauptbahnhof über die Landstraße zur Tabakfabrik gewandert – durch den Schuh haben wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Zwischen den verschiedensten WahlkämpferInnen haben wir die PassantInnen auf die WearFair eingeladen und sie über die Schuhproduktion informiert.

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Im Anschluss haben wir in der Tabakfabrik weitere Südwinde getroffen und gemeinsam einen netten Nachmittag auf der WearFair verbracht.

Eine Aktion mit AktivistInnen aus mehreren Regionen an einem Ort war ein sehr schönes Erlebnis und werden wir sicherlich wiederholen.
(An der Aktionsvorbereitung waren außerdem viel mehr beteiligt, als auf den Fotos zu sehen sind, jedoch hat eine Krankheitswelle um sich geschlagen – sonst wäre ein noch stärkerer Südwind durch Linz geweht!)

Falls wir euch nicht auf der WearFair oder auf der Landstraße angesprochen haben und ihr trotzdem gerne unterschreiben möchtet, könnt ihr das – hier –  auch online tun.
Helft mit, damit es in eine gute Richtung geht!22256796_1535207963225187_1668409458343457303_o.jpg

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know your rights – Recht für AktivistInnen 2

 

Teil 2: Aktivismus und Verantwortung

Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften hat man bei Aktionen eine hohe Verantwortung. Dieser Verantwortung hat man für sich selbst, für das Team und für die Organisation der jeweiligen Aktionen und Versammlungen, welche man leitet, mitorganisiert, oder an denen man teilnimmt. Innerhalb dieses Blogbeitrags wird Verantwortung im Kontext von Aktivismus thematisiert und anhand verschiedener Beispiele näher beleuchtet.

Auch dieser zweite Teil der Blogreihe „know your rights – Recht für AktivistInnen“ stützt sich auf den Audio-Mitschnitt des Vortrags „Recht auf AktivistInnen“ mit dem Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, welcher 2015 in Linz stattgefunden hat. Organisiert wurde der Vortrag von Südwind OÖ und der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz.

Für sich selbst

Jede/r Aktivist/in ist dafür verantwortlich zu überprüfen ob Inhalt, Thema und Grund für eine Aktion oder Versammlung für sie oder ihn wichtig genug ist, um sich dafür einzusetzen. Kann man die Botschaft der Aktion auch wirklich vertreten? Kann man das was man tut auch wirklich argumentieren? Sehr wichtig ist es hierbei Hintergrundinformationen über die Veranstaltung zu haben, an der man teilnimmt.

Für das Team

Vor, während und nach einer Aktion muss man prüfen was für welches Teammitglied auch wirklich passt und angemessen ist. Wenn sich jemand beispielsweise am Aktionstag schlecht fühlt, dann sollen die ursprünglich aufgetragenen Aufgaben dieser Person nicht wie geplant einfach durchgezogen werden. Gesundheitliche Grenzen nicht überschreiten! Wichtig ist auch Ehrlichkeit gegenüber dem Team. Außerdem muss jede/r für sich selbst zusätzlich überprüfen: bin ich mit diesem Team einverstanden und kann ich mit diesem Team arbeiten?

Für die Organisation

Teilnehmer und Teilnehmerinnen müssen darüber aufgeklärt werden, was innerhalb der Aktion getan wird und was nicht. Außerdem müssen die Aktivisten und Aktivistinnen wissen, was sie tun müssen, wenn sie bei der Aktion mitmachen bzw. bei der Demonstration mitgehen wollen. Jede Person muss für sich entscheiden können, ob sie sich mit den Organisationszielen identifizieren kann und diese mittragen möchte.

Die Planung einer Versammlung ist zentral für ihre Wirksamkeit und den Schutz aller TeilnehmerInnen und betroffenen Personen:

  • Wie komme ich hin, wie komme ich weg vom Durchführungsort?
  • Was mache ich dort, was machen die anderen?
  • Was sage ich, wenn ein/e Reporter/in kommt und fragt was ich hier mache?
  • Brauchen wird Ordner?
  • Brauchen wir ärztliches Personal?
  • Welche Konsequenzen kommen mit der Wahl unseres Durchführungsortes? Ist ein weniger prominenter Platz auch denkbar?
  • Werden wir wichtige Verkehrsstraßen blockieren? Müssen wir die Versammlung drei Tage früher melden?
  • Stehen Zweck bzw. Grund der Veranstaltung und die Ausführung in einem vertretbaren Verhältnis?
  • Haben wir alle nötigen Rollen bzw. Aufgaben verteilt?
  • Werden wir bei einer Räumungsaufforderung den Platz räumen oder nicht?
  • Rufen unsere Slogans zur Gewalt auf oder findet alles im Rahmen einer erlaubten, friedlichen Versammlung statt?

Eine gute und gewissenhafte Planung macht Verantwortlichkeiten deutlich und sichert ausführende, sowie anderwertig betroffene Personen ab.

„Spontan ist der Untergang“ (J. Unterweger)

Nicht empfehlenswert sind jegliche Aussagen, Aktionen oder Demonstrationen, welche spontan passieren. Spontanität lässt immer eine genaue und überdachte Planung außen vor, was in vielen Fällen zu Problemen und mitunter auch zum Misslingen der Aktion führen kann.

Die Anmeldung einer Versammlung

Wenn sich mehr als zwei Personen zu einem bestimmten Zweck zusammenfinden und dieser bestimmte Zweck eine Meinungskundgebung beinhaltet, dann spricht man von einer Versammlung.

Versammlungen sollten angemeldet werden. Diese Anmeldung ist in Wahrheit eine Mitteilung an die Behörden. Grundsätzlich kann die Versammlung untersagt werden, dies muss jedoch begründet sein und sehr schnell passieren. Wenn man für die Versammlung einen prominenten Ort wählt, dann kann es sein, dass man erklären muss warum man die Versammlung dort abhalten möchte.

Die Mitteilung an die Behörde geht an das örtlich zuständige Magistrat bzw. die Bezirkshauptmannschaft. Hier muss man hinzufügen, dass Bezirksverwaltungsbehörden oft nicht viel Erfahrung mit dem Prozedere der Versammlungsanmeldung haben. Daher empfielt Herr Unterweger besser etwas Nachsicht walten lassen, als schnell Konfrontation zu suchen! Durch die Mitteilung werden die Behörden dazu aufgefordert die Versammlung zu schützen. Nach einer Versammlungsanmeldung ist es demnach die Pflicht der Polizei, der Versammlung entsprechenden Schutz zu geben. Wichtig ist es außerdem zu bedenken welches Ausmaß die eigene Versammlung annimmt. Wenn man öffentliche Straßen für die Demonstration bzw. Versammlung nutzen möchte, dann sollte die Anmeldung drei Tage im Voraus an die Behörden gehen, damit diese entsprechende Vorkehrungen (z.B. Verkehrsregelungen, Umleitungen…) treffen können.

Bei der Polizei selbst muss die Versammlung nicht angemeldet werden.

Die Verantwortung der/des Versammlungsleiters/in

Die leitende Person hat während einer Versammlung das Recht und die Pflicht die Versammlung zu beginnen, zu leiten und zu beenden. Möglich (aber nicht verpflichtend) ist auch ein Kontakt mit den entsprechenden Behörden, damit Missverständnisse und Ungereimtheiten jederzeit kommuniziert und ausgeräumt werden können. Bei größeren Versammlungen ist es sinnvoll unabhängig von der Versammlungsleitung eine Kontaktperson zu installieren, welche den Kontakt zur Polizei während der Veranstaltung pflegt und dies als Hauptaufgabe übernimmt.

Wenn die Leitung der Versammlung diese für beendet erkläre und eine kleine Gruppe dennoch weiter macht, dann hat das mit der Versammlung nichts mehr zu tun und die Versammlungsleitung ist nicht verantwortlich für die weiteren Handlungen der TeilnehmerInnen.

Gegenseitige, rechtliche Verantwortlichkeiten

Hat man als TeilnehmerIn einer Demonstration Verantwortung darüber, was eine andere Person bei der Veranstaltung macht? Hat man als LeiterIn einer Versammlung Verantwortung darüber, was TeilnehmerInnen machen?

Nach österreichischem Recht hat man für einen Schaden nur dann zu haften, wenn man einen Schaden rechtswidrig verschuldet und verursacht hat. All diese drei Komponenten müssen zutreffen. Rechtswidrig sind alle Sachen, die gegen das Gesetz verstoßen (z.B. Beschmierungen auf Wänden). Etwas zu verschulden heißt, dass man es besser hätte wissen müssen, etwas besser hätte machen können, und es aber nicht getan hat. Um einen Schaden verursacht zu haben, muss man aktiv etwas tun. Entweder eine Aktion, oder aber auch eine Unterlassungshandlung ausführen. Als Unterlassungshandlung zählt unter anderem unterlassene Hilfeleistung. Man ist also nicht verantwortlich für die Taten andere, außer man hat im Kontext dieser drei Komponenten der Rechtsverantwortung mitgewirkt: rechtswidrig, verschuldet, verursacht.

Kurz: Verantwortlich ist man in Österreich für das was man selbst tut, was man selbst veranlasst und was man selbst verursacht. Und nicht für das was andere tun, veranlassen oder verursachen. Wenn TeilnehmerInnen einer Versammlung eine Fassade besprühen, dann haften der/die VersammlungsleiterIn und andere TeilnehmerInnen nicht dafür.

Wenn sich TeilnehmerInnen einer Versammlung oder Aktion jedoch unangemessen oder strafbar verhalten, dann wird auf jeden Fall angeraten sich einerseits von dieser Gruppe zu distanzieren, und sie andererseits von der weiteren Teilnahme an der Versammlung abzuhalten. Das heißt, dass man einerseits den anwesenden Polizisten und Polizistinnen mitteilen sollte, dass die jeweiligen Personen nicht im Sinne der Versammlung handeln und weiter, dass man selbst die Gruppe auffordert zu gehen, oder die Polizei bittet, die betreffenden Personen von der Teilnahme an der Versammlung abzuhalten.

 

 

 

 

 

 

know your rights – Recht für AktivistInnen

Freiheit stirbt mit Sicherheit. So viel Wahrheit in dieser Gegenüberstellung der zwei Grundrechte „Freiheit“ und „Sicherheit“ auch liegen mag – für Aktivisten und Aktivistinnen ist es wichtig sich im Rahmen ihrer Aktionen abzusichern: physisch, psychisch und nicht zuletzt rechtlich. Einerseits weil man für gemeinnütziges Engagement nicht persönlich zahlen soll, andererseits weil man die Welt besser beeinflussen kann, wenn man nicht mit Strafverfahren oder hohen Verwaltungsstrafen zu kämpfen hat. Auch der Aktivismus bewegt sich im Rechtssystem des jeweiligen Staates und kann sich diesem nicht völlig entziehen.

Um die Spielregeln des Rechtsstaates einhalten zu können, um seine eigenen Rechte und Pflichten verteidigen und wahrnehmen zu können, muss man sie vorher jedoch erst einmal kennen.

Vor knapp einem Jahr organisierte Südwind OÖ genau aus diesem Grund gemeinsam mit der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz einen Workshop mit dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Unterweger. Die wichtigsten Punkte dieses Workshops haben wir nun für euch in einer kleinen Blogreihe zum Thema „know your rights – Recht für AktivistInnen“ verschriftlicht. Gestartet wird heute mit Teil 1, als eine kleine Einführung ins Thema.

 

Teil 1: HUMAN RIGHTS … oder warum wir wegen Kinderarbeit bei Nestle nicht die Hofburg besetzen sollten.

 

Menschenrechte

Unser Rechtssystem baut auf den Menschenrechten auf. Alle Gesetze im Verfassungsrang, alle einfache Gesetze, jegliches Verwaltungshandeln, alle Handlungen der Behörden und Gerichte bauen auf den Menschenrechten auf. Widersprechen Gesetze oder offizielle Verwaltungshandlungen den Menschenrechten, dann sind nicht die Menschenrechte falsch, sondern die Gesetze und Handlungen die mit ihnen in Widerspruch stehen.

Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 12: Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. […]

Artikel 20/1: Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

Artikel 21/1: Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

Alle Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte findet ihr hier: http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Kollidieren zwei Menschenrechte (z.B. das Recht auf Privatheit einer Person des öffentlichen Lebens mit dem Recht auf Meinungsäußerung der medialen Berichterstattung oder Einzelpersonen) dann wird das Recht des/der einen mit dem Recht des/der anderen abgewogen. Im Streitfall entscheiden Gerichte in wie weit der Eingriff eines Rechts in ein anderes Recht zulässig und legitimiert ist. Die Interessen der einen Seite werden mit den Interessen der anderen Seite abgewogen.

Aktion und Grundrechte im Verhältnis

Je mehr man in die Rechte einer anderen Person oder Organisation eingreift, desto größer müssen die Gründe dafür sein. Ort und Ausmaß der Aktion muss in einem gerechtfertigten Verhältnis zum Gegenstand der Demonstration stehen. Der Eingriff in die Rechte der anderen sollte immer symbolisch sein und keinesfalls größer als der Auslöser der Aktion.

Beispiel 1:

Aktivisten und Aktivistinnen blockieren aufgrund einer Demonstration gegen den Bau der Linzer Umfahrung eine Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt. Ist das gerechtfertigt bzw. verhältnismäßig? Ja. Denn die Linzer Umfahrung würde bzw. wird den Verkehr und die Gesundheit der Linzer und Linzerinnen über einen großen Zeitraum (Jahre) hinweg maßgeblich beeinflussen.

Beispiel 2:

Aktivisten und Aktivistinnen blockieren aufgrund einer neuen, unpassenden Einbahnregelung einer Nebenstraße in einem Linzer Nebenbezirk eine Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt. Ist das gerechtfertigt bzw. verhältnismäßig? Nein. Die Auswirkung steht nicht im Verhältnis zum Eingriff.

Auch inhaltlich soll der Ort zum Thema der Aktion passen. Protestiert man beispielsweise gegen Kinderarbeit in den Produktionsstätten der Firma Nestle, dann sollte dieser Protest auch in deren Dunstkreis stattfinden. Eine Aktion gegen Nestle vor der Oberösterreichischen Landesregierung wäre hier den Ort betreffend unverhältnismäßig, eine Aktion vor einem Nestle Geschäft verhältnismäßig.

 

Soviel zu einem ersten Einblick in die rechtlichen Hintergründ des Aktivismus. Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Verantwortung & Aktivismus“.

 

 

ÜRAT 2017 in Vöcklabruck – gegessen wird um 18:00 Uhr!

Meine erste wirkliche Berührung mit den Südwind AktivistInnen fand gleich sehr intensiv am heurigen ÜRAT (Überregionalen AktivistInnen Treffen) in Vöcklabruck statt. Über eine Freundin habe ich von dem Wochenende erfahren und wollte es mir nicht entgehen lassen. Am Programm standen die Aktionswerkstatt, Vernetzung und Erfahrungsaustausch, ein fundierter Input zu der Make Fruits Fair Kampagne von Südwind und ein Reisebericht zum Thema Palmöl.

Freitag zu Mittag kamen wir im Seminarhaus an und aßen zugleich alle gemeinsam erst einmal Mittag. Sehr schnell wurde uns bewusst, dass die Essenszeiten für die Angestellten sehr sehr wichtig waren und sehr sehr genau eingehalten werden mussten – eine irritierendes und doch verbindendes Nebenthema, das uns die nächsten zwei Tage begleiten sollte. Wichtiger als die Essenszeiten, obgleich auch die Pausen und die tollen Gespräche am Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch für uns eine Bereicherung waren, war uns als ÜRAT TeilnehmerInnen jedoch der Inhalt des Treffens an sich. Am Freitag starteten wir gleich noch mit dem Kennenlernen durch, bekamen einen Einblick in die Machenschaften der AktivistInnengruppen in Wien, der Steiermark und Oberösterreich und Vertieften uns in unseren eigenen Erfahrungen mit dem Südwind Aktivismus. Die TeilnehmerInnengruppe war ein bunter Haufen aus langjährigen AktivistInnen, hauptamtlichen Südwind Angestellten, Neu-AktivistInnen und Interessierten. Jede/r war willkommen und jede/r brachte seinen ganz besonderen Input für das arbeitsreiche Wochenende mit.

In den folgenden zwei Tagen (Samstag und Sonntag) wurde getüftelt wie man neue Leute für Aktivismus begeistern kann, es wurden Aktionsthemen gesucht die uns fesseln, Aktionen geplant, Planungen ausgearbeitet, es wurde über Faire Früchte und Fair Trade diskutiert, Palmöl durch die verbale Presse genommen, es wurde gelacht und gequatscht, Kaffee getrunken und – nicht zu vergessen – um 18 Uhr wurde gegessen! (Außerdem wurden Kärtchen aussortiert … aber das nur so am Rande). Kurz gesagt, wir waren produktiv, tauschten uns aus, bereicherten uns gegenseitig und lernten dazu.

Die Abende verbrachten wir in einer angenehmen Runde miteinander, für den Samstag reservierten wir uns einen Tisch im Ort, um gemeinsam, abseits des Arbeitsklima, miteinander zu feiern.

Es war mein erstes Wochenende, an dem ich mich so richtig mit der Arbeit und den Aktionen der Südwind AktivistInnen auseinandergesetzt habe und ich denke, es hätte nicht besser sein können. Abgesehen von den Essenszeiten, wofür von uns keiner was konnte, waren die knappen drei Tage super durchgeplant, sehr offen gestalten, demokratisch umgesetzt, frei verlebt. Und der Spaß kam nicht zu kurz! Danke an dieser Stelle auch an David, der mit seiner scheinbar unerschütterlichen Ruhe und strukturierten Gelassenheit  für uns alle einen Rahmen geschaffen und organisiert hat, in dem das heurige ÜRAT zum Erfolg für uns alle werden konnte.

 

 

ÜRAT 2017 – jetzt mitmachen!

Der Südwind-ÜRAT (überregionales AktivistInnen-Treffen) findet dieses Jahr von 3. bis 5. März in Vöcklabruck statt. Wie inzwischen schon Tradition starten wir am Freitag Nachmittag und üraten bis Sonntag nach dem Mittagessen.

Weitere Details zu Ort und Anreise und Programm gibts hier: einladung_urat2017.
Die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (gegen Vorlage der Tickets) übernimmt Südwind.

Die Programmpunkte sind:

  • Make Fruits Fair: Updates aus der Kampagne. Fokus: was haben wir mit unseren Aktionen 2016 bewirkt?
  • Aktionswerkstatt: Aktionsideen für aktuelle Kampagnen sammeln und Werkzeuge kennen lernen
  • Vernetzung und Erfahungsaustausch: wie können wir neue Interessierte für Aktivismus begeistern?
  • Reisebericht Indonesien zum Thema Palmöl

Wie jedes Jahr soll daneben auch noch Zeit sein, wichtige organisatorische Fragen zum AktivistInnen-Netzwerk zu besprechen, uns wieder einmal persönlich zu treffen und Inspiration und Motivation weiterzugeben! :-)

Rückblicke gibts hier: https://suedwindaktivistinnen.org/category/_urat  und hier eine Info, was das überhaupt ist: https://suedwindaktivistinnen.org/treffen.

Anmeldung ab sofort bis 23. 2. mit einem formlosen Mail an: aktivismus@suedwind.at.

Jugendkonsumgipfel: Konsumierst du noch oder lebst du schon?

Am 07. Februar 2015 findet in Linz der erste österreichweite Jugendkonsumgipfel statt.

Wir sind MultiplikatorInnen und AktivistInnen voller Herz und Ideen, die die Welt verbessern wollen. Mehr als große, leere Worte lieben und unterstützen wir kleine Aktionen und Schritte in Richtung einer verantwortungsvollen Lebensweise. Aus Neugierde und Freude probieren und promoten wir Alternativen zum blinden Konsumrausch.

Wir treffen uns am ersten Jugendkonsumgipfel um Energie und Ideen zu tanken, uns auszutauschen und konkrete Methoden und Infos mit nach Hause zu nehmen.

Du bist…
… Jugend- oder GruppenleiterIn
… MultiplikatorIn
… ehren- oder hauptamtlich für die Jugendarbeit im Einsatz
… interessiert an der Thematik

Dann mach mit & sei dabei!
Für JedeN gibt es interessante Inhalte und spannende Methoden!

Mehr Infos unter: http://www.ishopfair.at/jukogi

Linz: Themenabend zu Ernährungssouveränität am 6. Mai 2014

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Ernährungssouveränität ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen.

 

Diese Woche von 13.- 17. April findet in Goldegg in Salzburg das österreichische Forum für Ernährungssouveränität statt.

4 Tage lang treffen engagierte Menschen aus Landwirtschaft, Handel, Gewerkschaften, Politik, Food-Coops und Gemeinschaftsgärten, Interessensgemeinschaften, NGOs, etc. zusammen um Ernährungssouveränität in Österreich, gemeinsame Ziele, Ansätze und Strategien zu erarbeiten. Arbeitsgruppen setzen sich mit den fünf Themenschwerpunkten Lebensmittelproduktion, Netzwerke und Verteilung von Lebensmittel, politische Rahmenbedingungen, Zugang zu Land und anderen Ressourcen sowie Arbeit und Soziales auseinander.

Mehr Informationen, Fotos und Berichte vom Forum für Ernährungssouveränität gibt’s unter den untenstehenden Links.

Am 6. Mai 2014 findet ein Themenabend zu Ernährungssouveränität statt.  TeinehmerInnen vom Forum werden für uns die Vielfalt an Diskussionen rund um Ernährungssouveränität zusammenfassen und von ihren Erfahrungen sowie den konkreten Ergebnissen der thematischen und regionalen Arbeitsgruppen berichten.

Was wurde in der Regionalgruppe OÖ am Forum besprochen? Welche Strategien können verfolgt werden? Welche Netzwerke gibt es und was braucht’s noch? Wie sehen konkrete nächste Arbeitsschritte aus?

Wir freuen uns auf die bereichernden Berichte des Nyéléni Forums und einen spannenden Diskussionsabend.

 

Wann: 6. Mai 2014, 18:00 Uhr

Wo: Südtirolerstr. 28 (Südwind OÖ, Klimabündnis OÖ)

 

Programm: http://www.xn--ernhrungssouvernitt-iwbmd.at/wp-content/uploads/2014/04/Nyeleni_Austria_2014_Programmheft.pdf

Fotos und erste Ergebnisse: www.ernährungssouveränität.at/nyeleni/

Bericht im Radio Helsinki zum aktuellen Themenschwerpunkt Nyéléni Österreich: http://cba.fro.at/257781

 

OÖ: Unterschriften für faire Arbeitsbedingungen in Baumwollspinnereien

Diesmal schlugen die Südwind AktivistInnen OÖ gemeinsam mit der kfb (Katholische Frauenbewegung) ihr Zelt auf. Wir sammelten Unterschriften zur Unterstützung der indischen Organisation Vaan Muhil, die sich für Arbeiterinnen in Baumwollspinnereien einsetzt und gegen die vorherrschende Lohnsklaverei und für faire Arbeitsbedingungen kämpft.

Bunte T-Shirts auf einer über den Taubenmarkt gespannten Wäscheleine informierten über die tragischen Umstände in den Spinnereien und erzählten die Geschichten betroffener indischer Mädchen.

Erika Kirchweger, Obfrau der kfb, war im Februar in Indien und berichtete von den Begegnungen und Erfahrungen ihrer Reise. Großes Interesse der LinzerInnen erregte Helga, die unsere Aktion am Spinnrad begleitete und an Zeiten erinnerte, in denen es auch hierzulande noch üblich war, Garn herzustellen.

Die Bekleidungsindustrie von heute hat diese Aufgabe längst in Billiglohnländer ausgelagert, wo sie von meist jungen Mädchen unter menschenunwürdigen Bedingungen übernommen wird.

Mehr Info über das Sumangali-System in Indien, die Arbeitsbedingungen in den Baumwollspinnereien, Forderungen der Kampagne der kfb und die Petition gibt’s hier

http://www.teilen.at/fft/de/mitmachen/kampagnenhttp://www.cleanclothes.at/news/sumangali-kampagne-der-katholischen-frauenbewegung-osterreichs/

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Fairer Kakao in Linz

In Oberösterreich haben wir fairen Kakao ausgeschenkt um im Trubel der vorweihnachtlichen Schoko-Einkaufszeit kurz darüber zu sprechen, wo und wie unsere sweet treats produziert werden. Viele interessierte PassantInnen holten sich Infos und unterzeichneten die Petition. Auch zahlreiche KakaoliebhaberInnen gesellten sich zu uns und stellten Fragen über die Herstellung und die Bestandteile von Kakao. Diskutiert wurde über Labels, die Situation der Kleinbauern, die Wertschöpfungskette einer Tafel Schokolade und darüber, was wir uns von der Schokoindustrie erwarten.

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105 Unterschriften zur Unterstützung der Clean Clothes Kampagne am Linzer FairPlanet Fest!!

Die linzer AktivistInnen haben mit Begeisterung erneut eine Fabrik in Bangladesh nachgebaut. Innerhalb der Mauern der Pappfabrik wurde am Samstag 18. Mai 2013 auf dem Lentos Freigelände eine kleine Austellung präsentiert, die sowohl über die Fakten der letzten Unfälle in der Bekleidungsproduktion in Bangladesh und Pakistan berichtete, als auch über die erfolgreichen Strategien der Clean Clothes Kampagne. Am Infostand wurden Unterschriften gesammelt und konnten InteressentInnen sich über Menschwürdige Arbeit und Fairtrade austauschen.

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Aktion „Gerechtigkeit für die Opfer der Fabriksbrände“, Wissensturm Linz, 15./16.1.2013

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Wer am 15. Oder 16. Jänner 2013 den Eingangsbereich des Wissensturms in Linz betrat, der musste zumindest einen Blick auf die „Textilfabrik“ werfen, die Südwind-AktivistInnen dort installiert hatten.

In grellen Farben leuchtete das Logo von C&A und die Fabrikswand mit dem Slogan „KIK spielt mit dem Feuer“ ging in Flammen aus Papier auf. Mit dieser Installation sollte erneut Aufmerksamkeit geschaffen werden für die Fabriksbrände in Bangladesch und Pakistan in den vergangenen Monaten.

BesucherInnen konnten die „Fabrik“ betreten und sich über die Vorfälle, bei denen über 420 Menschen ums Leben gekommen waren, informieren. Sie erfuhren auch, dass KIK und C&A in diesen Fabriken produzieren ließen und bisher den Forderungen der Clean Clothes Kampagne (z.B. angemessene Entschädigung der Opfer, Beitritt zu Brandschutzabkommen, vollständige Aufklärung der Vorfälle…) nicht nachgekommen sind.
Exit closed: Wie die ArbeiterInnen, die in den Flammen gefangen waren, standen auch die interessierten BesucherInnen schließlich vor einem verschlossenen Notausgang. So mussten sie umdrehen und konnten beim Eingang der Fabrik, der mit einem Vorhang aus Clean-Clothes-Kampagne-Buttons versperrt war, hinausgehen. Zuvor durften sie sich aber noch einen Button herunter nehmen. So trugen die BesucherInnen auch dazu bei, symbolisch den Weg frei zu machen für menschenwürdigere Arbeitsbedingungen in Textilfabriken. Viele von ihnen unterstützten die Forderungen der Clean Clothes Kampagne an die betroffenen Unternehmen danach auch mit ihrer Unterschrift. Wer keine Möglichkeit hatte, im Wissensturm vorbeizuschauen, kann noch unterschreiben auf:
http://www.cleanclothes.at/de/urgent-actions/
Während der Vorhang am Eingang der Fabrik immer dünner wurde, ergaben sich daneben interessante Gespräche und Diskussionen am Infostand der Südwind-AktivistInnen.

Mahnwache in Linz bei C&A Filiale – 10 Dezember 2012

Auch in Linz wurde ein Zeichen gesetzt um auf den Fabriksbrand in Bangladesh, bei dem 112 ArbeiterInnen ums Leben kamen, aufmerksam zu machen.
Am 10. Dezember 2012, dem internationalen Tag der Menschenrechte, versammelten sich AktivistInnen vor dem C&A in der Mozartstraße. Kerzen wurden in der Form der Zahl 112 aufgestellt um der Opfer zu gedenken und PassantInnen an den Vorfall zu erinnern, der zeigt, dass wieder einmal ArbeiterInnen den Preis für unsere billige Kleidung bezahlen mussten.

Hier der Link zu den Oberösterreichischen Nachrichten, die erfreulicherweise die Aktion mitverfolgten und filmten:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/videos/Mahnwache-fuer-verbrannte-Naeherinnen%3bsts11308%2c3888

Und noch einige Fotos:

MahnwacheLinz1

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Mahnwache in Linz

Mahnwache in Linz

Auch in Linz wurde ein Zeichen gesetzt um auf den Fabriksbrand in Bangladesh, bei dem 112 ArbeiterInnen ums Leben kamen, aufmerksam zu machen. Am 10. Dezember 2012, dem internationalen Tag der Menschenrechte, versammelten sich AktivistInnen vor dem C&A in der Mozartstraße. Kerzen wurden in der Form der Zahl 112 aufgestellt um der Opfer zu gedenken und PassantInnen an den Vorfall zu erinnern, der zeigt, dass wieder einmal ArbeiterInnen den Preis für unsere billige Kleidung bezahlen mussten.

Hier der Link zu den Oberösterreichischen Nachrichten, die erfreulicherweise die Aktion mitverfolgten und filmten:

http://www.nachrichten.at/nachrichten/videos/Mahnwache-fuer-verbrannte-Naeherinnen%3bsts11308%2c3888