Das war das Südwind-Straßenfest 2018

Auch heuer hat sich das Wetter wieder besonders viel Mühe gegeben für das Südwind Straßenfest und viele BesucherInnen ins Alte AKH/Campus der Universität Wien gelockt.

Das Angebot war groß und vielfältig: Neben Südwind haben sich verschiedene NGOs und Vereine vorgestellt, es gab Workshops, leckeres Essen sowie tanzbare Musik bis zum Schluss.

Wir haben die Möglichkeit genutzt, viele Menschen erreichen zu können und mit einer Straßenaktion auf die MakeICTFair-Kampagne aufmerksam zu machen. Dabei haben wir die Frage aufgeworfen „was hinter deinem Konsum steckt?“ Was bedeutet der verschwenderische Konsum von Elektronikprodukten für die Welt? Konkret haben wir dabei die ausbeuterischen und schwierigen Arbeitsbedingungen in der Verarbeitung dargestellt. Danach haben wir noch Informationen zur Kampagne verteilt.

Aber wir haben die Aktion nicht nur „auf die Straße“ also in den Campus gebracht, sogar auf der großen Hauptbühne haben wir gezeigt, was die AktivistInnen machen, um die Aufmerksamkeit auf Südwind-Themen zu lenken.

Danke an alle, die auf irgendeiner Weise an der Aktion beteiligt waren, besonderen Dank dabei auch an Fairphone, die uns dabei ebenfalls unterstützt haben!

——–

Und natürlich gehört zu einem guten Straßenfest auch, dass die AktivistInnen einen Stand mit konfliktfreiem Kuchen und fairen Kaffee haben. Auch heuer hatten wir eine große Auswahl an leckeren Kuchen und sorgten für den Kaffeenachschub am Nachmittag.

Großes Danke an alle Menschen, die Kuchen für uns gebacken haben, ebenso an Fairtrade Österreich, die uns mit Kaffee und Zucker unterstützt haben.

IMG-20180527-WA0008

Wie jedes Jahr kommen wir zu dem Fazit: es war ein wunderbares, buntes Fest!

Advertisements

Saisonarbeit: Wie ist die Lage in Österreich? Wer steht hier am Feld?

Sie schmecken gut, die Erdbeeren. Auch die Tomaten. Der Wein.

Bevor die Kostbarkeiten bei uns am Tisch landen, gehen sie durch viele Hände – stärkere und schwächere. Das Sezionieri-Team schaut genau hin und wird am 28. Mai in Wien einen Infoabend für Leute, die in / um Wien Sezionieri unterstützen wollen organisieren.

Wir, die Südwind AktivistInnen sind morgen Samstag am Südwind Straßenfest und sind auch wieder aktiv und werden zu Projekte, Kampagnen und nächsten Aktionen informieren.

Bis bald,

die Wiener Südwind AktivistInnen

 

 

/ / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / / /

Arbeitskampf im Erdbeerland: Willkommen bei der Sezonieri-Kampagne!

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Spargel stechen, Erdbeeren pflücken, Trauben lesen: Bezahlung weit unter Kollektivvertrag, unfassbar lange Arbeitszeiten, inadäquate Unterkünfte stehen auf der Tagesordnung. Und ob es in der Folgesaison den Job wieder gibt, ist ungewiss. Doch (temporäre) Migrant*innen aus Süd- und Osteuropa, mit und ohne EU-Pass, sind vielfach auf diese Jobs angewiesen.

Was tun?
Arbeitskämpfe unterstützen, Wissen über Arbeitsrechte verbreiten: Aktiv werden bei der Sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer*innen! Du willst bei Feldaktionen mitmachen, gewerkschaftliche Arbeit kennenlernen? Dann sei dabei! Wir gehen auf Felder, verteilen Folder in verschiedenen Sprachen … und stolpern auch mal über unsere Sprachendefizite.

Was wir dabei lernen und 2018 planen, erzählen wir beim Infoabend. Wie und wann du gleich mal mitmachen kannst, weißt du anschließend auch.

Infoabend:
+ Feldaktionen – Ablauf, Do’s & Don’ts und Mitmachmöglichkeiten
+ Basics zu den Rechten von Erntearbeiter*innen
+ die üblichen Rechteverletzungen und Arbeitsbedingungen
+ was die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) tut und tun kann, was Aktivist*innen in der Sezonieri-Kampagne machen (können)

Mehr Infos:
Amerlinghaus:
http://www.amerlinghaus.at/OeffentlicheVeranstaltungen.htm#28052018
Sezonieri-Kampagne: www.sezonieri.at

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Wann: Montag, 28. Mai 2018 ab 19:00 Uhr
Wo: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Raum: Galerie)
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Südwind Straßenfest am 26.Mai 2018

Am 26. Mai 2018 zwischen 14 und 23 Uhr laden wir in den Campus der Universität Wien (Hof 1), um gemeinsam das vielfältige Engagement aller Menschen, die sich für ein gutes Leben für alle einsetzen, zu feiern!

Es ist wieder so weit, es ist Zeit für das Südwind Straßenfest.

Das Südwind Straßenfest ist eine bunte Mischung aus rauschender Party mit Klängen aus aller Welt, nachhaltigen und fairen Einkaufsmöglichkeiten, sowie einer Plattform, um verschiedene Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen aus den Bereichen Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Umweltschutz und Nord-Süd-Kooperation kennenzulernen.

So besteht auch die Möglichkeit die AktivistInnen kennen zu lernen.
Wie soll das gehen?
Ganz einfach: besucht uns am fairen Kaffee- und Kuchenstand, wo es leckere konfliktfreie Kuchen gibt, bei denen es sich auch gut über Aktivismus und Südwind plaudern lässt.

Nebenbei kann man aber die AktivistInnen auch „in Action“ sehen, da wir wieder eine Aktion zur Kampagne Make ICT Fair geplant haben.

Die AktivistInnen freuen sich schon auf ein schönes Straßenfest und viele Menschen, die gemeinsam die Welt verbessern möchten!

ZUKUNFT. REGIONAL DENKEN.

Nächste Woche findet in Graz die von Südwind Steiermark und dem Impulszentrum für zukunftsfähiges Wirtschaften (IMZUWI) organisierte Schwerpunktwoche „Zukunft. Regional denken.“ statt.
Mit Beteiligung der Südwind AktivistInnen…

Bild_Schwerpunktwoche.jpg

Saatguttausch und Vortrag 

Bäuerliche Landwirtschaft neu denken. Zur Zukunft der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln.

Wie viel hat die heutige Landwirtschaft noch mit bäuerlichen Prinzipien gemein? Wie können bäuerliche Eigenschaften neu interpretiert und gestaltet werden? Andrea Heistinger (Agrarwissenschafterin und Autorin), Christian Hiß (Regionalwert AG) und Frieder Thomas (AgrarBündnis) diskutierten über die Zukunft bäuerlicher Landwirtschaft.

Im Anschluss laden die Südwind AktivistInnen zum Saatguttausch ein!

Ort: Universitätszentrum Wall, Merangasse 70, 8010 Graz

Zeit: Montag, 19. März 2018 ab 19:00 Uhr

Mehr dazu hier!


Buchpräsentation und Diskussion

Regionale Resilienz. Zukunftsfähig Wohlstand schaffen.

Resilienz ist die neue Nachhaltigkeit – ein aktueller Trend, aber auch ein Schlagwort, das oft missbraucht wird.  In ihrem Buch „Regionale Resilienz. Zukunftsfähig Wohlstand schaffen“ untersuchen vier Grazer AutorInnen, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Daniel Deimling (Wirtschaftsethiker und kritischer Betriebswirt) und Dirk Raith (Soziologe und Wirtschaftsethiker) präsentieren erprobte Alternativen und zeigen auf was mit regionaler Resilienz verbunden und letztlich auch gewonnen ist – nämlich Zukunft.

Im Anschluss Buffet.

Ort: Stadtbibliothek Graz Nord, Theodor-Körner-Straße 59, 8010 Graz

Zeit: Donnerstag, 22. März 2018 ab 19:00 Uhr

Mehr dazu hier!

MakeICTfair und die Apple Store Eröffnung

Am 24. Februar 2018 um 09:30 öffnete der erste Apple-Store in Österreich in der Kärntnerstraße in Wien seine Tore. Mit lautem Gejubel wurden die KundInnen von den MitarbeiterInnen begrüßt. In Schlange standen sie davor schon lange in der Kälte, um zu den ersten zu gehören, die den Shop betreten können. Das Medienaufgebot war groß, einige Tage davor durften JournalistInnen bereits einen Blick hinein werfen.

Und was hat das alles mit Südwind und den AktivistInnen zu tun?

Sehr viel, denn wir waren mittendrin dabei!
Durch eine Protestaktion wollten wir darauf aufmerksam machen, dass in der Produktion der von vielen genutzten Elektronikprodukte wie Handys, Computer, Laptops und Tablets oft ArbeiterInnen unter menschenunwürdigen Zuständen arbeiten müssen.

Die Akkord-Arbeit und die daraus resultierenden Opfer haben wir ebenso dargestellt wie wir auch mit Schilder versucht haben die Aufmerksamkeit der „feiernden“ KundInnen auf die Situation der ArbeiterInnen zu lenken.

Durch Shopkarten, die wir verteilt haben, sind wir auch in direkten Kontakt mit den Menschen gekommen, indem wir sie aufgefordert haben, an Apple heranzutreten und kritische Blicke auf die Zulieferfirmen zu werfen, um so die Produktionsbedingungen zu ändern.
Es ergaben sich einige tolle Gespräche und es bestand neben dem Interesse an Apple auch reges Interesse an unserer Aktion, auch von Seiten der Medien wurde neben der Blick auf Apple auch ein Blick auf uns geworfen, zB. von derStandard und Futurezone

Der Fokus der #makeICTfair-Kampagne von Südwind ist nicht nur Apple, sondern liegt auf der gesamten ICT-Industrie und soll Hersteller anregen, darauf zu achten, dass in ihren Zulieferbetrieben faire Arbeitsbedingungen herrschen bzw. diese einzufordern.

hier findet ihr noch mehr Infos zur Südwind-Kampagne: #makeICTfair IMG_1011.JPG

PS: Auch Attac war durch eine Aktion vor Ort, um die geringen Steuerzahlungen von Apple anzukreiden! genaueres dazu könnt ihr hier nachlesen.

ÜRAT 2018 im JUFA Bruck an der Mur

Das diesjährige überregionale AktivistInnen Treffen, kurz ÜRAT, fand vom 16. bis 18. Februar im JUFA Bruck an der Mur statt. War der Freitag hauptsächlich dem Kennenlernen der vierzehn TeilnehmerInnen, sowie der Information zur neuen Kampagne „Make ICT Fair“ gewidmet, begann der Samstag bereits aktiv mit dem Rollenspiel „Ein Schritt vor“, bei dem jede/r in eine Rolle schlüpfte und einen Schritt vorging, falls eine Frage mit Ja beantwortet wurde. Dieses Spiel diente nicht nur zur Empathieförderung, sondern auch um zu sehen, wieviel Freiheit manche Menschen haben bzw. wie sehr wir selbst von Vorurteilen behaftet sind.

Anschließend bekamen wir noch Information über die 17 SDGs (Sustainable Development Goals), die in der Kampagne „Start the Change“ in Verbindung mit dem Thema Migration verwendet werden. Auch von der Kampagne „WANNE“ gab es einen kurzen Bericht, die für mehr Engagement für eine andere Migrationspolitik eintritt.

Dannach sammelten wir Themen die uns auf die Palme und schließlich auf die Straße bringen, die wir dann am Nachmittag gestärkt durch das Mittagessen in der Aktivismuswerkstatt in Form eines World Cafés ausarbeiteten. Dazu gab es fünf Tische zu den Themen „Nachhaltige Produktion und Fair ICT“, „Nachhaltiger Konsum“, „Rassismus“, „Die grüne Stadt“ und „Neuer AktivistInnen-Flyer“. Auf jedem Tisch gab es eine/n Verantwortliche/n, die in 20 Minutenintervallen von den anderen besucht wurden und zu vielen tollen Aktionsideen bzw. Ideen für die Gestaltung des Flyers führten. In der darauffolgenden Präsentation und Reflexion wurde aber auch der Begriff „AktivistInnen“ diskutiert und darüber gesprochen, ob eine Änderung der Bezeichnung sinnvoll wäre, in der die Methode des Systematischen Konsensieren angewandt wurde. Durch die Methode wird allen die Möglichkeit geboten, die eigene Meinung bzw. eigenen Gefühle zu äußern, und versucht, zu einem Konsens zu finden.

Nach diesem aktiven Nachmittag gönnten wir uns eine Pause im Wellnessbereich und nach dem Abendessen wurde nochmals über unsere Bezeichnung diskutiert bzw. begonnen, neue Namen zu finden.

Den Abend ließen wir mit dem Film „Das Leben pflanzen“ ausklingen. Der Film behandelt das Thema konventionelle Landwirtschaft vs. Agrarökologie. Anhand zahlreicher globaler Beispiele wird gezeigt, dass eine Landwirtschaft auch ohne Pestizide und großen Maschinenaufwand möglich ist und durch KleinbäuerInnen die Welt besser ernährt werden kann. Abschließend verbrachten wir einen gemütlichen Abend, kreative Namensgebungen wurden gefunden und mit viel Lachen und angeregten Gesprächen ging der zweite Tag zu Ende.

Am Sonntag bekamen wir nicht nur eine Input von Michaela Königshofer, der Pressesprecherin von Südwind, über ihre Aufgaben (z.B. Corporate Identity), sondern auch die Aufgabe, gute Porträtfotos von uns zu machen, die im Anschluss besprochen wurden.

Danach gingen wir an die überregionale Aktivismus-Jahresplanung, jede Region überlegte sich die Aktionen, die sie im Laufe des Jahres durchführen will und am Ende wurden diese mit Kärtchen nach Datum aufgelegt. Es wird dieses Jahr nicht nur in jeder Region einige Aktionen geben, sondern auch überregionale Aktionen stattfinden. Falls ihr nun Lust habt teilzunehmen, erkundigt euch bei den AktivistInnen in eurer Region.

Abschließend wurde beschlossen, den neuen Flyer mit unserer alten Bezeichnung in den Druck gehen zu lassen und eine Klausur einzuberufen, in der ausschließlich an unserem Leitbild bzw. Namen gearbeitet werden sollte.

Alles im allem war es wieder ein sehr gelungenes, produktives, gut durchorganisiertes ÜRAT mit einem tollen Seminarort, an dem wir uns rege austauschten und viel Spaß hatten. Vielen Dank an alle TeilnehmerInnen und auf ein baldiges Wiedersehen.

Nikoloprotestmarsch- „Wir wollen unsre Schoko Fair!“

Wie geplant, gingen AktivistInnen-Nikoläuse am 2. Dezember auf die Straße der Innsbrucker Innenstadt, um auf die leider noch immer existenten ausbeuterischen Arbeitsbedingungen des Kakao-Anbaus aufmerksam zu machen. Mit Plakaten und Informationsmaterialien sowie dem Verschenken fairer Schokoladen wurden die unfairen Verhältnisse thematisiert und angeprangert. Für großes Aufsehen sorgte unser neues Maskottchen „Justitia“, welche unseren heurigen Nikoloprotestmarsch erstmals kräftig unterstützte. Die gemeinsamen Vorbereitungen der kreativen Ideen, das Basteln und Bedrucken, das Diskutieren und Lachen hat uns allen sehr viel Freude bereitet, zudem wurden wir am Protestmarsch mit netten sowie interessanten Begegnungen mit Menschen aus aller Welt reichlich belohnt. Wir hoffen, dass wir mit unserer Aktion die eine oder den anderen zu einem kritischen Bewusstsein und zum Konsum fairer Schokolade überzeugen konnten.

Was wir so getan haben…

Südwind AktivistInnen

Ihr seid neugierig was wir die letzten Monate in den verschiedenen Regionen gemacht haben? Welche Themen uns beschäftigt haben, wie wir uns verkleidet haben?
Perfekt, denn das könnt ihr alles im Jahresbericht der AktivistInnen nachlesen!

Entweder ihr schaut auf Downloads oder ihr klickt gleich hier um euch durch die verschiedensten Aktionen des letzten Jahres zu blättern.

Falls ihr euch selbst engagieren wollt, schaut doch bei den Treffen in den verschiedenen Regionen vorbei! Infos dazu gibt es hier und/oder bei den regionalen Kommunikationskanälen (Mailinglisten, Facebook) :) – kommt vorbei, gestaltet mit uns das nächste aktivistische Jahr!

Südwind Academy 2017 – der Abschluss

 

Mutige vor! Der dritte Tag der Südwind Academy stand ganz im Zeichen des Aktivismus – und dafür mussten einige TeilnehmerInnen schon gleich am morgen so manche Grenze überwinden. Nach dem Frühstück ging es direkt nach draußen in den Klettergarten. Nach der Sicherheitseinführung konnten sich die TeilnehmerInnen im Aufstieg, Balancieren, Abseilen und Klettern erproben – und dabei im wahrsten Sinne des Wortes so manche Hürde überwinden.

Aber was hat diese Outdoor-Aktion mit Aktivismus zu tun? Diese Frage wurde anschließend gemeinsam im Seminarraum besprochen. Und nach einer kurzen Verschnaufpause war allen der Zusammenhang ziemlich schnell klar: Auf dem Kletterparcour ging es darum Mut zu zeigen, eigene Grenzen zu überwinden, im Team zu arbeiten, einander zu vertrauen und überlegt anstatt überstürzt an neue Aufgaben heranzugehen – genau wie bei der Planung und Umsetzung einer Aktion.

Nach einem Brainstorming diskutierten die TeilnehmerInnen dann, welche unterschiedlichen Formen der Aktion möglich sind, welche Rollen und Funktionen dafür benötigt werden und was dazu führt, dass eine Aktion gelingt oder eben nicht. Um die zahlreichen Möglichkeiten nicht nur in der Theorie zu besprechen, sondern auch praktisch zu erproben, sollten die TeilnehmerInnen dann in kleinen Gruppen zu einem ausgewähltem Thema ihre eigene Aktion planen und anschließend präsentieren. Das Fazit: Wer eine gute Idee hat, kann in relativ kurzer Zeit mit wenig Mitteln wirksam auf ein Thema Aufmerksam machen.

Am Nachmittag ging es dann entspannter zu – die Teilnehmer schauten sich in gemütlicher Atmosphäre die Dokumentation Die Zukunft ist besser als ihr Ruf an. Der Film portraitiert sechs Menschen, die sich auf unterschiedlichste Weise engagieren, um etwas zu bewegen.

Nach dem Abendessen gab es dann ein “Speed-Dating“, bei dem die TeilnehmerInnen in kurzen routierenden Zweier-Interviews die Chance hatten, die vielen Initiativen kennenzulernen, in denen sich die anderen TeilnehmerInnen engagieren. Am Ende stand eine lange Liste mit spannenden Projekten, die die vielfältigen Möglichkeiten für das eigene Engagement aufzeigt und Lust auf neue Projekte macht.

Am Abend ließen die TeilnehmerInnen den spannenden Tag mit einem gemütlichen Lagerfeuer und Stockbrot ausklingen.

 


 

Am Samstag und letzten Tag der Academy ging es gemeinsam im Zug nach Graz.
Nach einem konsumkritischen Stadtspaziergang haben wir im Spektral die Academy offiziell ausklingen lassen und gemeinsam gegessen, danach besuchten wir noch einen spannenden Workshop beim Nyéléni Herbsttreffen, zum Beispiel zum DIY – Demokratie Repaircafé.

So fand ein informatives, lustiges, lehrreiches, buntes Wochenende seinen Ausklang und voller Energie, Motivation und Ideen zerstreuten sich die AktivistInnen wieder in alle Himmelsrichtungen.

Südwind Academy 2017 – der erste Tag

22861613_1553300701415913_3175441301248793801_o.jpg

Während die einen am Staatsfeiertag die Fahnen geschwungen haben, haben wir uns am ersten Tag der Südwind Academy mit anderen Themen befasst. Facts rund um Südwind, die Säulen (Informieren – Bilden – Handeln), Ziele bzw. Themen von Südwind (gerechte Globalisierung – faire Arbeitsbedingungen weltweit – Menschenrechte) und die unverzichtbare Rolle der AktivistInnen waren der Einstieg in diesen Feiertag.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns dann beim Welthandelsspiel mit den Mechanismen der Wirtschaft auseinander gesetzt. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto sind wir ins aktuelle Kampagnenthema eingestiegen: Fairer  Kaffee. Mit Quiz,  Ausstellung und  Kaffee-Sackhüpfen haben wir neue Einblicke in die Herkunft, den Handel und den Konsum der „bittersüßen Bohne“ gewonnen.

Nach einem kurzen Input zum Thema „Fairer Handel und Migration“ stand das Kamingespräch mit  Florian Ablöscher von Fairtrade auf dem Programm. Themen, die wir vorab schon beim Thema „Kaffee“ gestreift haben, konnten wir jetzt vertiefen und einen Einblick in die Vorteile, aber auch die Herausforderungen des fairen Handels gewinnen.

Nachdem wir den ganzen Tag viel geredet, gelacht und diskutiert haben, stand zum Abschluss dieses ersten Tages noch ein musikalischer Ausflug in den Irak am Plan. Hedi vom Verein KAMA hat uns mit viel Geduld und Enthusiasmus Tänze aus dem kurdischen Norden näher gebracht und unser Rhythmusgefühl auf die Probe gestellt.

Als Einstimmung auf den zweiten Tag haben wir uns Videos von vergangenen Südwind-Aktionen angesehen und den Tag in der Taverne bei ein paar Gläschen und Gitarrenklängen ausklingen lassen.

Hier gibts noch ein kurzes Video mit den Impressionen des ersten Tages!

Südwind Tirol – AktivistInnentreffen November/Dezember 2017

Die neue „Saison“ hat erfolgreich und aktiv mit einem Informations- sowie einem Bastelabend begonnen. Beim letzteren wurde angeregt und kreativ am Equipment (Plakate, Justitia, Informationsrute u. Ä.) für die Nikoloaktion, am 2. Dezember, gebastelt. Die Kampagne „Make Chocolate Fair!“ ist ausgelaufen, dennoch möchten wir auch heuer wieder durch die Innsbrucker Innenstadt als Nikoläuse ziehen und auf die sozialen und ökologischen Aspekte bei der Schokoladenproduktion aufmerksam machen. Dafür wurden uns vom „EZA Fairer Handel“ Schokoladen gesponstert, welche wir mit Informationsmaterialien verteilen werden. Treffpunkt für diese Aktion ist der 2. Dezember 2017, um 14: 30, bei der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol.

Am 8. November, um 18: 30, dürfen wir zu einem spannenden Vortrag über  „Sozialstandards in Lieferketten“ in der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol einladen. Dr. Wilhelm Kuntner (Arbeits- und Organisationspsychologe) wird uns seine Forschungsergebnisse  über das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ethik transnationaler Lieferketten vorstellen.

Zu diesem Vortrag und zur Nikoloaktion ist jeder herzlich eingeladen und kann ohne Voranmeldung einfach kommen.

 

Südwind Academy 2017…ein erster Abend

 

Zusammenkommen. Ein Zusammenkommen von Menschen aus Österreich. Aus Deutschland. Aus der Welt. Und ein Ankommen. Miteinander sind wir angekommen. Mit der Bahn. Mit einem Taxi. Mit dem Auto. Zum Essen sind wir zusammen gekommen und in den Zimmern sind wir zusammen angekommen. Wir sind angekommen und aufgenommen. Wir haben auch viel aufgenommen. Viele neue Gesichter, viele neue Namen und die ersten Blicke auf die Welt. Die Weltkarte und das Weltspiel. Viele Informationen haben wir aufgenommen am ersten Tag. Beim ersten Aufeinandertreffen. Beim ersten gemeinsamen Blick auf die unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Welt.

Short facts

60% der Weltbevölkerung lebt in Asien (davon in Russland 2%)

jeweils ca. 30% des BIP wird in der EU, in Nordamerika und in Asien produziert

5% haben Zugang zu Internet (Tendenz steigend)

24% zu Fernsehen

52% sind weiblich

48% männlich

1% hat einen Hochschulabschluss

Zahlen der Welt. Zahlen der Weltbevölkerung. Zahlen von Menschen über Menschen. Zahlen und Kategorien und wie grenzen wir die Kategorien ab? Über welche sprechen wir und über welche nicht? Über Geschlecht sprechen wir, über Hautfarbe nicht. Beides äußert sich in Erscheinungsformen, beide sind genetisch veranlagt. Beide ohne eindeutige Grenzen, beides Eigenschaften der Menschen. Nur lassen sie sich unterschiedlich leicht in Zahlen übertragen. Einfach erzählbar wie die Bevölkerungszahl sind sie nicht.

 

Der trojanische Schuh ist auf Reisen…

und es ging nach Linz!

Von 6. bis 8. Oktober fand in Linz in der Tabakfabrik die Wear Fair +mehr statt. Natürlich waren sowohl Südwind als auch das Südwind-Magazin vor Ort anzutreffen.

und wo Südwind ist, dürfen auch AktivistInnen nicht fehlen!

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Change your Shoes-Kampagne beschäftigt. Diese fordert in der aktuellen Petition Schuhmarken und -ketten zu mehr Transparenz in der Produktion auf, um so auch bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nähere Infos findet ihr auf der Change your Shoes-Homepage.

Recht spontan schafften wir es eine überregionale Aktion zu organisieren:

Die Wiener AktivistInnen haben Schuhschachteln gestaltet, die Informationen zur Kampagne enthielten, Tipps zum Reparieren der Schuhe oder auch Ratschläge für den Schuhkauf.

Die AktivistInnen aus Graz haben den Trojanischen Schuh gebastelt, in dem sich so manches versteckt hat – Schuhe, Schuhschachteln, Petitionslisten…vielleicht sogar eine Arbeiterin?? wer weiß…

Mit Unterstützung aus Salzburg sind wir dann gemeinsam vom Linzer Hauptbahnhof über die Landstraße zur Tabakfabrik gewandert – durch den Schuh haben wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Zwischen den verschiedensten WahlkämpferInnen haben wir die PassantInnen auf die WearFair eingeladen und sie über die Schuhproduktion informiert.

DSCN2271.JPG

Im Anschluss haben wir in der Tabakfabrik weitere Südwinde getroffen und gemeinsam einen netten Nachmittag auf der WearFair verbracht.

Eine Aktion mit AktivistInnen aus mehreren Regionen an einem Ort war ein sehr schönes Erlebnis und werden wir sicherlich wiederholen.
(An der Aktionsvorbereitung waren außerdem viel mehr beteiligt, als auf den Fotos zu sehen sind, jedoch hat eine Krankheitswelle um sich geschlagen – sonst wäre ein noch stärkerer Südwind durch Linz geweht!)

Falls wir euch nicht auf der WearFair oder auf der Landstraße angesprochen haben und ihr trotzdem gerne unterschreiben möchtet, könnt ihr das – hier –  auch online tun.
Helft mit, damit es in eine gute Richtung geht!22256796_1535207963225187_1668409458343457303_o.jpg

Das war die ESU2017 in Toulouse…

Von 23. bis 27. August fand in Toulouse in Südfrankreich die European Summer University for Social Movements, vom europäischen Netzwerk Attac organisiert, statt. Mittendrin trafen sich auch einige Südwind-AktivistInnen wieder….

IMG_20170824_134340.jpg
Die Workshops und Seminare der Universität waren sehr vielfältig – zum einen die politischen Verbindungen und Strukturen von sozialen Bewegungen betreffend, zum anderen Flucht und Migration aber ebenso Wirtschaftsthemen oder Klimawandel. So kamen sowohl Vertreter_innen von Podemos aus Spanien und Syriza aus Griechenland, aber auch von System Change not Climate Change aus Österreich, verschiedene Gewerkschaften und viele weitere zu Wort. Nebenbei war Aktivismus im Allgemeinen ebenso ein Thema in einigen Workshops.

Auch bekannte Gesichter hat es nach Toulouse gezogen – Jorge Acosta von der ecuadorianischen Bananen-ArbeiterInnen-Gewerkschaft Astac, den wir schon im Rahmen von der Make Fruit Fair! – Kampagne kennen lernen durften. Gemeinsam mit Konrad Rehling von Südwind und vielen Partnerorganisationen der Make Fruit Fair! – Kampagne nahm dieser an einem Seminar mit dem Titel „Schnäppchenpreise, Rechtsverletzungen? Der Kampf gegen die Macht des Einzelhandels“ teil, war aber auch an dem Seminar „Transnationale Unternehmen (TNUs), Menschen und die Umwelt: Gesetze zum Abbau unternehmerischer Macht“ beteiligt.
Dabei haben nicht nur Gewerkschaften aus dem globalen Süden gesprochen, sondern unter anderem auch VertreterInnen der ArbeiterInnen-Gewerkschaft von Lidl in Frankreich.

Es haben sich viele interessante Begegnungen, Gespräche und Vernetzungen in Südfrankreich ergeben, trotz der doch nicht geringen Hitze, die die Konzentrationsfähigkeit vor so manche Herausforderung stellte :)

Danke an die verschiedenen Attac-Gruppen für die Organisation – es war ein tolles Erlebnis, das viel Energie zum Weltverändern mitgegeben hat.

À bientôt!

 

Südwind-Aktivistinnen am Fair Planet

Am Samstag, dem 3.Juni 2017, hat wieder das jährliche Fair Planet Festival in Linz stattgefunden. Die Linzer Aktivistinnen (in diesem Fall tatsächlich nur Frauen [wo sind die Männer hier?]) waren natürlich dabei und haben sich für faire Bananen und faire Früchte stark gemacht und Interessierte informiert. Außerdem konnte man am Stand tolle Früchte-Fotos machen. Und die ein oder andere Aktivistin, wie auch Besuchs-AktivistInnen (in dem Fall auch Männer – juhu! :)), liefen zwischendurch auch selbst mal als Bananen herum. Aber genug Worte, die Bilder sprechen für sich.

 

Das war das Südwind-Straßenfest 2017

In der Beschreibung zum Südwind-Straßenfest wird als Ziel des Festes angegeben „das vielfältige Engagement all jener Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen“ zu feiern.

So war das auch am 27.5.2017 wieder der Fall. Beim Straßenfest kam eine Vielfalt an Menschen, Initiativen, KünstlerInnen und Ideen zusammen und genoss das schöne Wetter, die tolle Atmosphäre und den Austausch.

Diesmal gab es aber auch eine bunte Vielfalt am Kuchenstand der AktivistInnen.
Mit selbstgemachten Kuchen, der sowohl in der Verwendung der Rohstoffe als auch in der Produktion und im Verkauf konfliktfrei war und fairen Kaffee, haben wir am Nachmittag bei vielen für eine Zwischenstärkung gesorgt.

IMG_20170527_152158429IMG_20170527_183343-0IMG_20170527_152122170

Dabei haben wir Unterschriften für die Palmöl-Petition gesammelt (Link zur Petition), da man ja auch ohne Palmöl leckere Sachen machen kann, wie wir mit unserem Stand beweisen wollten :)

Danke an alle, die uns besucht haben beim Stand sowie auch danke an Fairtrade Österreich, die uns wie die letzten Jahre wieder mit leckerem Kaffee sowie Zucker ausgestattet haben.

Natürlich haben wir auch über die AktivistInnen informiert – wir würden uns freuen, wenn wir beim nächsten Stammtisch einige Gesichter wiedersehen würden!

 

AktivistInnen am Südwind-Straßenfest!

Endlich ist Frühling, endlich ist Zeit für Straßenfeste – endlich ist Südwind Straßenfest! :)

Am 27. Mai ist es so weit!

>> Am Samstag, dem 27. Mai 2017 feiern wir wieder das vielfältige Engagement all jener Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen.

Und wie feiert man so ein Fest? Mit gemeinsamen Musizieren, Tanzen, Trinken, Essen und Austausch.

Von Blasmusik über Latin bis Hiphop wird von den MusikerInnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa präsentiert. Auf dem Straßenfest kann man auf über 105 Standplätzen internationale und lokale Organisationen entdecken und sich austauschen, sowie Kunsthandwerk und faire Waren kaufen.

Sportliche, kreative und soziale Workshops können besucht werden, während man Kulinarik aus aller Welt genießt. <<

Mehr Infos zum Fest und die Facebook-Veranstaltung findet ihr hier
(auch falls sich noch jemand als freiwillige HelferIn beteiligen möchte):
https://www.suedwind.at/wien/suedwind-strassenfest/
https://www.facebook.com/events/1737297796588141/

Auch die Südwind AktivistInnen sind natürlich wieder mit dabei und haben beim letzten Stammtisch den Banner für unseren Kuchenstand fertig gestellt.
Besucht uns, trinkt fairen Kaffee, esst konfliktfreien Kuchen und informiert euch!

IMG_20170513_220841696

Falls uns noch jemand mit Kuchen unterstützen möchte, meldet euch gerne unter aktivismus.wien@suedwind.at

Kommt vorbei und feiert mit uns, wir freuen uns schon!

GLOBALES LERNEN IN DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDARBEIT

Die BUNDES JUGEND VERTRETUNG bietet kostenlose Trainings für JugendarbeiterInnen an, die sich ganz den Themen Konsum & Lifestyle, Ernährung & Umwelt und Beteiligung & Engagement widmen.

Die Our World Trainings geben einen Einblick in globale Probleme und Herausforderungen, für die gemeinsam Handlungsoptionen erarbeitet und bestehende Lösungsansätze vorgestellt werden. Du erhältst themenspezifische Inputs und probierst Methoden aus, die du für die Arbeit mit jungen Menschen verwenden kannst. Unabhängig davon, ob du haupt- oder ehrenamtlich, im Rahmen einer Organisation/Einrichtung oder anderswo mit jungen Menschen arbeitest, profitierst du vom Training auch durch den Austausch mit anderen JugendarbeiterInnen (vgl. http://www.bjv.at)

Also einfach mal auf die Homepage schauen und anmelden, zahlt sich sicher aus: https://www.bjv.at/activities/our-world-global-denken-lokal-handeln/

Flash mob und Spaziergang durch die Stadt: wir unterstützen das Südwind Magazin

Wir haben Fragen, suchen Antworten. Wir lesen Antworten, aber auf welche Fragen? Und wie gut sind die Fragen und Antworten? Qualitätsvoller Austausch über internationale Politik, Kultur und Entwicklung ist wichtig.

Südwind Magazin | Flash Mob in Wien
Südwind Magazin | Flash Mob in Wien

Die Südwind AktivistInnen sind durch Bezirke Wiens gegangen und ins Gespräch mit PassantInnen, KellnerInnen und RestaurantbesitzerInnen gekommen. Welche Zeitungen legen RestaurantbetreiberInnen für Ihre Gäste auf? Worauf wird geachtet? Gäste wollen nicht nur reichhaltig essen und trinken, sondern auch Wertvolles lesen. Vielseitige, umfassende und unabhängige Berichterstattung ist wichtig und es gibt sie. Viele JournalistInnen bemühen sich um qualitätsvolle Angebote, und wir, die LeserInnen, haben die Wahl und können entscheiden wem wir Zeit schenken, zuhören, zustimmen oder auch wiedersprechen. Südwind bietet mit dem Südwind Magazin (http://www.suedwind-magazin.at) eine kräftige Stimme am Zeitungsmarkt an, höre hin und prüfe, ob sie auch dich anspricht.

„Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert. Es braucht in der österreichischen Medienlandschaft die Stimme der Vernunft“, so der Flüchtlingsmanager Kilian Kleinschmidt über das Südwind-Magazin. Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke betont: „Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden.“ (Quelle: http://www.suedwind-magazin.at/breite-unterstuetzung)

Südwind Magazin | Flash Mob in Wien - Südwind AktivistInnen
Südwind Magazin | Flash Mob in Wien – Südwind AktivistInnen

Welche Informationsquellen nutzt ihr? Mit wem steht ihr in Austausch? Worauf achtet ihr? Teilt eure Tipps mit uns und schaut zum nächsten Treffen (13. April 19 Uhr, Laudongasse 40 1080 Wien) vorbei.

Südwind Magazin | Frühlingsgrüße aus Wien
Südwind Magazin | Frühlingsgrüße aus Wien

Liebe Grüße von den Wiener Südwind AktivistInnen

know your rights – Recht für AktivistInnen 3

Teil 3: Action an der Tankstelle – ein Beispiel aus der Praxis

Wie bereits im letzten Blogbeitrag erwähnt, ist eine gewissenhafte Aktionsplanung wesentlich für das Gelingen der Veranstaltung, sowie die rechtliche Absicherung der beteiligten Personen. Einige Fragen, die in der Planungsphase unbedingt beachtet werden müssen, wurden bereits aufgezählt:

  • Wie komme ich hin, wie komme ich weg vom Durchführungsort?
  • Was mache ich dort, was machen die anderen?
  • Was sage ich, wenn ein/e Reporter/in kommt und fragt was ich hier mache?
  • Brauchen wird Ordner
  • Brauchen wir ärztliches Personal

In diesem Beitrag wird ein Aktionsbeispiel aus Wien vorgestellt und analysiert. Anschließend werden damit in Zusammenhang stehende Aspekte von kritischen Aktionen aufgegriffen und besprochen.

Auch dieser dritte Teil der Blogreihe „know your rights – Recht für AktivistInnen“ stützt sich auf den Audio-Mitschnitt des Vortrags „Recht auf AktivistInnen“ mit dem Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, welcher 2015 in Linz stattgefunden hat. Organisiert wurde der Vortrag von Südwind OÖ und der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz.

Action an der Tankstelle

Als lehrreiches Beispiel berichtete Dr. Unterweger im Vortrag von der Aktion einer Wiener AktivistInnen Gruppe. Die Gruppe von Leuten versammelten sich am Grund einer bestimmten Tankstelle in Wien. Eigentümer der Tankstelle war ein Konzern, der in der Zeit vor der Aktion für umweltschädliches Handeln in Verruf gekommen war.

Für den Anlass hatten die Aktivisten und Aktivistinnen Ölfässer dabei, die am Gelände aufgebaut waren und am Boden hatten sie einen anschaulichen Ölfleck nachgeahmt. Der Fleck bestand aus abgelaufenem Bio-Tomatenketchup versetzt mit brauner Lebensmittelfarbe. Er war in der Nähe eines Gullis positioniert und unter dem Fleck befand sich eine schwarze Plastikfolie. Somit wurde durch die Tonnen und den Ölfleck keine längerfristige Verschmutzung ausgelöst. Die Rollen der teilnehmenden Personen waren klar verteilt. Eine Person befand sich an der Straße, ein kleines Stück vor der Einfahrt der Tankstelle und wedelte mit einer Fahne. Den ankommenden Autos bedeutete sie damit, dass sie langsamer zur Tankstelle anfahren sollten. Zwei Gruppenmitglieder kommunizierten an der Tankstelle mit den Kunden und Kundinnen, halfen ihnen beim Tanken während sie über ihre Anliegen sprachen, waren freundlich und zuvorkommend. Zusätzlich verteilten sie Flyer an all jene Personen, die welche haben wollten. Mehrere weitere Personen standen mit Bannern am Rand der Tankstelle. Außerdem gab es eine Person, die rein zur Kommunikation mit der Polizei zuständig war, sofern diese auftauchen sollte.

Stattgefunden hat die Aktion nach der Hauptverkehrszeit, wodurch zusätzlich übermäßige Behinderung durch die Aktion vermieden wurde.

Konfrontation

Die Pächterin der Tankstelle reagierte laut Unterweger sehr hysterisch auf die Aktion und rief die Polizei. Diese beschlossen, am Tatort angekommen, den Platz und somit die Aktion zu räumen. Da die Aktivistinnen und Aktivisten jedoch das Gehen verweigerten, gab es in weiterer Folge Verwaltungsstrafen und der Fall ging vors Gericht.

Aufs Detail kommt es an

Vor Gericht argumentierte man auf Seiten der AktivistInnen, dass das Recht auf friedliche Versammlung für die Aktion gegolten habe. Die Gruppe hat mit ihren Handlungen nicht in die Eigentumsrechte der Pächterin eingegriffen, da sie zu den Kunden und Kundinnen äußerst freundliche waren, niemanden fotografiert haben und niemand davon abgehalten haben an der Tankstelle zu tanken. Außerdem ist keine dauerhafte Verschmutzung passiert und durch die Person, welche den AutofahrerInnen mit der Fahne signalisierte, dass sich an der Tankstelle etwas tut und sie die Geschwindigkeit reduzieren sollten, war auch für die Sicherheit aller Beteiligten und Betroffenen gesorgt. Außerdem hat die Kontaktperson, die ausschließlich für die Kommunikation mit den Beamten und Beamtinnen zuständige war, den Stress von vornherein aus der Situation genommen und somit das Risiko auf Eskalation von Seiten der AktivistInnen und der Polizei maßgeblich verringert. Hilfreich für die Argumentation war außerdem, dass die Polizei dankenswert protokolliert hatte, dass eine Frau sagte: „Na des waren aber nette Madeln.“. Das heißt auch der Umgang der AktivistInnen mit den Personen vor Ort war ausschlaggebend für die anschließende Beurteilung des Gerichts und die Frage, ob eine Gesetzesübertretung vorliegt oder nicht.

Das Gericht entschied Zugunsten der angeklagten Personen und somit dafür, dass die Aktion weiter hätte stattfinden dürfen und die Räumung also nicht nötig gewesen wäre.

Noch besser machen?

Gefehlt hat eine Anmeldung der Aktion. Auch auf Privatgrund rät Herr Dr. Unterweger eine Mitteilung an die Behörden zu machen.  Damit ist man auf der sicheren Seite.

Wann darf die Polizei räumen?

Wenn die Polizei in einer Situation beschließt, dass die Aktion von Personen einen übermäßigen Eingriff in die Rechte anderer Personen darstellt, dann kann sie den Platz räumen lassen. Erfahrene Polizisten und Polizistinnen haben solche Situationen grundsätzlich meist gut im Griff und können den Eingriff in die Rechte anderer Personen gut einschätzen.

War das Ausmaß der Aktion an der Tankstelle verhältnismäßig?

Hier muss man zuerst überlegen, im Verhältnis zu was die Aktion steht. Die Pächterin war zwar betroffen, doch Besitz ist nur momentanes Recht, Eigentum ist absolutes Recht. Der eigentliche Eigentümer der Tankstelle war der Konzern, gegen welchen sich die Aktion auch gerichtet hat. Das Verhältnis zwischen dem Ausmaß der Aktion und dem eigentlichen Grund – den Umweltbeeinträchtigungen die der Konzern verursacht hat – war also gegeben.

Was tun wenn es zur Konfrontation kommt?

In Österreich gibt es seit 1945 eine Ausweispflicht. Wenn es zur Konfrontation mit der Polizei kommt, dann sollte man seinen Namen sagen, seine Adresse angeben und seinen Ausweis herzeigen. Ansonsten sollte man keine zusätzliche Aussage machen. Wenn man es nicht gewohnt ist in Konfrontation mit der Polizei zu geraten, dann kann es in solchen Situationen leicht passieren, dass man unüberlegte Dinge sagt. Das Statement „Ich mache keine weitere Aussage.“ ist völlig legitim.

Im Falle dessen, dass jemand aus der Gruppe keinen Ausweis mit sich führt, dann sollte eine andere Person deren/dessen Identität bestätigen: „Ich Hanelore Phantasiename habe einen Ausweis dabei und kenne diese Person. Das ist Claudia Phantasiename.“

Herr Unterwege empfiehlt außerdem, sich keinesfalls von der Polizei vom Platz zerren zu lassen, solange man selbst gehen kann, und nicht zu schreien, wenn es keinen Grund zum Schreien gibt. Dies führt lediglich zur weiteren Eskalation der Situation.

Kommt es jedoch wirklich zu Aggression oder Übergriffen von Seiten der Beamten und Beamtinnen, empfiehlt er, nicht sofort in die Konfrontation einzusteigen oder Anzeige zu erstatten. Als sinnvoller erachtet er die verbale Konfrontation bezüglich des Verhaltens der ausführenden Personen:

  • „Seid ihr euch klar darüber, was ihr hier tut?“
  • „Wenn ihr euch von uns so provozieren lasst, was tut ihr dann im wirklichen Ausnahmefall?“
  • „Wir zeigen euch nicht an, aber das ist nicht okay, was ihr hier macht!“

Die Planung ist das A und O

Wie man sieht ist die Planung tatsächlich wesentlich. Es gibt einige Punkte, die man unbedingt beachten sollte und deren Umsetzung viele Schwierigkeiten von vorn herein verhindern kann, ohne dass der Effekt einer Aktion dadurch automatisch geschmälert wird.

Für die Planung einer Aktion muss man unbedingt alle betroffenen Personen miteinbeziehen: Polizei, PächterInnen, Werkschutz, PassantInnen, KundInnen. Es ist empfehlenswert sich genaue Informationen über die betreffenden Personen zu holen.

  • Gibt es einen Werkschutz?
  • Ist dieser Werkschutz aggressiv?
  • Wer ist PächterIn?
  • Was können wir über den/die PächterIn vorab in Erfahrung bringen, damit wir wissen, auf welche Reaktion wir uns einstellen müssen?

Und außerdem …

Sehr wichtig! All diese Informationen beziehen sich auf das österreichische Recht. Kundgebungen und Aktionen im Ausland können ganz andere Dynamiken annehmen. Beispielsweise kann die Gewaltbereitschaft von Seiten der Polizei in anderen Ländern viel schneller viel höher werden. Aktionen im Ausland erfordern also zusätzliche Planung, Vorbereitung, Expertise und Erfahrung!