Clean IT. Vorbereitungstreffen zur Photo-Aktion vor der Wiener Universität

Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie

Rechtsverletzungen, Zwangspraktika, Ausbeutung … sollen zukünftig nicht mehr in der IT stecken, die an österreichischen Universitäten eingesetzt wird. So der Wunsch – der aktuelle Status ist leider unerfreulich. Studentische Serversklaven arbeiten am Fließband, damit z.B. in Wien auf diesen Servern Studierende arbeiten können.

Die Organisation DanWatch hat die Lieferkette von Servern untersucht, die an europäischen Universitäten eingesetzt werden. DanWatch hat organisierte Ausbeutung (z.B. 3-5 Monate lang 6 Tage die Woche und 10-12 Stunden täglich) nachgewiesen und mehrere Verletzungen der Rechte von PraktikantInnen, des chinesischen Arbeitsrechts und der Konvention gegen Zwangsarbeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO; http://www.ilo.org/global/lang–en/index.htm) dokumentiert.

Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT - Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie
Clean IT – Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie

Um wieviel Geld geht es hier eigentlich jährlich?
Jedes Jahr werden von europäischen Universitäten rd. 4,27 Milliarden Euro in die IT-Infrastruktur investiert. Dieses Geld soll zukünftig nur mehr in fair produzierte Hardware investiert werden.

4,27 Milliarden Euro, das sind …

  • 4,27 Millionen 1000 Euro Laptops
  • 213 Millionen 20 Euro Computer-Mäuse
  • 10,675 Millionen 400 Euro Monitore
  • … und das Jahr für Jahr für Jahr für Jahr …

Was kann eine Universität tun, um ihr IT-Budget nachhaltig und fair einzusetzen?
Öffentliche Einrichtugen können zum Beispiel bei Electronics Watch (http://electronicswatch.org/de/) mitmachen und erhalten laufend aktuelle Informationen über Zulieferer. Arbeitsbedinungen in IT-Fabriken werden vor Ort überprüft und strukturierte Verfahren verbessern die Arbeitsbedingungen vor Ort.

Ist die Wiener Universität bereits Teil von Electronics Watch?
Nein, aber wir wollen die Wiener Universität wachrütteln und sie daran erinnern, dass sie als öffentliche Institution Verantwortung zu zeigen hat. Es geht um viel Geld – und es geht um viele Menschen, die in der Produktion von IT ihr Auskommen finden müssen. In vielen Fällen werden Menschen zur Arbeit gezwungen und das soll sich ändern.

Wer ist der Organisation Electronics Watch schon beigetreten?
Die Universtitäten Aberdeen, Edinburgh, Leeds und zum Beispiel auch die Universität Durham setzen sich bereits für faire Produktionsbedingungen ein. Um ein weiteres Beispiel des öffentlichen Sektors zu nennen, die Stadt Utrecht. Auf Initiative einer Partei hat sich der Gemeinderat für einen Beitritt zu Electronics Watch entschieden und mit diesem Schritt ist Utrecht die erste Electronics Watch – Stadt geworden. Wir finden das sehr gut.

Jeroen Kreijkamp, Mitglied des Stadtrats, berichtet: „Electronics Watch hat einen Verhaltenskodex entwickelt und setzt Monitoring-Aktivitäten um. Die Organisation liefert sehr wertvolle und objektive Informationen über die Zulieferketten von Elektronikprodukten, die uns im Dialog mit unseren eigenen Zulieferern unterstützen.“ Pauline Overeem von SOMO, einer der Organisationen hinter Electronics Watch, erklärt: „Die gebündelte Kaufkraft von öffentlichen Institutionen ist beträchtlich. Durch einen Zusammenschluss können sie Einfluss auf Marktakteure ausüben und weltweit strukturelle Verbesserungen von Arbeitsbedingungen im Elektroniksektor erreichen. Wir sind daher sehr erfreut, dass die Stadt Utrecht diesen Schritt setzt.“ (Quelle: http://electronicswatch.org/de/utrecht-geht-mit-gutem-beispiel-voran-und-wird-als-erste-europ%C3%A4ische-stadt-mitglied-bei-electronics-watch_1490714).

Und, übrigends, das Universitätskrankenhaus der Stadt ist auch beigetreten.

Zurück nach Österreich, wann soll nun die Wiener Universität an ihre Verantwortung erinnert werden?
Am Mittwoch Vormittag, 7. Oktober 2015, werden die Südwind AktivistInnen in Wien die MitarbeiterInnen der Clean IT Kampagne von Südwind bei ihrer Photoaktion vor dem Hauptgebäude der Wiener Universität unterstützen. Wenn du Lust hast, schau vorbei und fordere mit uns die Wiener Universität auf, zukünftig nur noch fair zu beschaffen. Ausbeutung darf nicht mit unserem Steuergeld finanziert werden.

 

Treffpunkt: 10 Uhr, Laudongasse 40, 1080 Wien
Clean IT Kampagne: http://www.clean-it.at/
hashtags: #DecentWork, #ElectronicsWatch

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