Clean Clothes Kampagne – Engagement wirkt!

Die Clean Clothes Kampagne mit allen UnterstützerInnen (von ProjektmitarbeiterInnen, AktivistInnen bis hin zu den PassantInnen, die Petitionen unterschrieben haben) hat erreicht, dass der Rana Plaza Entschädigungsfonds 30 Mio. USD schwer ist. Die vollständige Entschädigung der Hinterbliebenen und Verletzten ist damit sichergestellt. Ein riesiger Erfolg!

Im Rahmen der Kampagne sind gemeinsam einige Aktionen gemacht worden, um den Druck auf die verantworlichen Firmen aufzubauen:
– ein Video gedreht (https://www.youtube.com/watch?v=5pl18ytAsTs),
– schwarze T-Shirts auf die Straße geklebt (http://www.cleanclothes.at/de/presse/fashion-revolution-day-wir-gedenken-der-opfer-von-rana-plaza/)
– und z.B. von Benetton mit grün bemalten Händen „Give them Five“ gefordert (http://www.cleanclothes.at/de/presse/rana-plaza-fabrikeinsturz-modemarken-bringen-entschadigungsfonds-notlage/)
Weitere Details:

Photo vom Werksgelände Rana Plaza nach dem verherenden Einsturz
Photo vom Werksgelände Rana Plaza nach dem verherenden Einsturz

Das Engagement hat sich bezahlt gemacht. 30 Mio. USD stehen für die Entschädigung der Opfer von

Rana Plaza zur Verfügung. „Vielen Dank für Eure Unterstützung!!!“ kommt von Michaela Königshofer. Sie betreut in Österreich die Clean Clothes Kampagne für den Südwind. Michaela hat sich auch die Zeit genommen, uns ein paar Fragen zur Kampagne zu beantworten. Danke.


Wie wurde die Höhe von 30 Mio. USD errechnet?
Der Entschädigungsfonds wurde unter der Schirmherrschaft der ILO ins Leben gerufen. Die Berechnung der gesamten Summe und die Entschädigungssumme für die einzelnen Betroffenen basiert auf einem komplexen Berechnungssystem, das von der ILO abgesegnet wurde. Für jede/n Anspruchsberechtigte/n wurde die Höhe der Entschädigungssumme auf Grundlage seiner/ihrer individuellen Umstände und Bedürfnisse errechnet. Jede Forderung wurde unabhängig bewertet und berechnet, basierend auf einer Formel, die von einem versicherungsmathematischen Sachverständigen entwickelt wurde und die auf der Grundlage der  ILO-Konvention Nr 121 basiert.  Mehr Infos wie die einzelnen  Anträge bearbeitet wurden findest Du unter http://www.ranaplaza-arrangement.org/mou/claims

Wer kümmert sich um die Auszahlung der Mittel?
Um die Auszahlung der Mittel kümmert sich das Rana Plaza Coordination Committee. Es wurde im September 2013 ins Leben gerufen und besteht aus  VertreterInnen der bangladeschichen Regierung, der Bekleidungsindustrie im In- und Ausland, lokalen und internationalen Gewerkschaften und Nicht-Regierungsorganisationen (darunter auch die Clean Clothes Campaign). Die ILO fungiert als neutraler Vorsitz.

Im Auftrag des Coordination Committees haben hauptsächlich lokale Organisationen gemeinsam mit internationalen Experten die Berechnung und Auszahlung der Entschädigungen übernommen.

Welche Organisationen und Personen haben dazu beigetragen, dass die Entschädigungssumme eingefordert werden konnte?
Hier kann man wirklich von einer sehr breiten Allianz sprechen, von NGOs in Europa und in den USA, über die Internationale Gewerkschaftsbewegung, insbesondere IndustriALL, bis hin zum deutschen Kanzlerbüro.

Gibt es Stellungnahmen von Seiten der betroffenen Unternehmen, in Europa, den USA oder zum Beispiel aus Bangladesh?
Stellungnahmen von Unternehmen sind mir keine bekannt.

Wie geht es nun weiter? Was sind die nächsten Clean-Clothes-Kampagnen-Ziele?
In Östereich wird die Clean Clothes Kampagne in den nächsten Jahren verstärk das Thema Schuhe aufgreifen. Siehe dazu mehr unter http://www.cleanclothes.at/de/schuhe/

Die Clean Clothes Kampagne tritt für eine faire Schuhindustrie ein.
Die Clean Clothes Kampagne tritt für eine faire Schuhindustrie ein.

Wie kann man die Ziele der Clean-Clothes-Kampagne unterstützen?
Bei dem derzeitigen Schwerpunkt auf die Produktionsbedingungen von Schuhen, gibt es folgende Möglichkeiten:

Was hast du im Laufe der Jahre in der Clean-Clothes-Kampagne gelernt?
Für manche gilt: „Profit steht über den Menschen.“ Wir haben leider verlernt, dass die Wirtschaft eigentlich für die Menschen da sein sollte und nicht umgekehrt.

Wer verdient wieviel? © Clean Clothes Kampagne
Wer verdient wieviel? © Clean Clothes Kampagne

Kann auch von anderen Unfälle und Tragödien in der Kleidungsindustrie berichtet werden?
Es gibt leider eine Vielzahl von Unfällen in der Bekleidungsindustrie. Rana Plaza ist nur die Spitze eines Eisberges. Clean Clothes hat darüber auch einen Bericht veröffentlicht (unter http://www.cleanclothes.at/media/common/uploads/download/report-still-waiting/Still_Waiting_webres.pdf) in dem auch anderen Katastrophen thematisiert werden. Besonders im Magen liegt mir das Unglück von Ali Enterprises in Pakistan. Hunderte Menschen sind verbrannt, die Jeans für Kik produziert haben, aber von einer fairen Entschädigung sind wir noch weit entfernt. Mehr dazu unter http://www.cleanclothes.at/de/presse/abgebrannt-kik-verweigert-entschadigungszahlungen-opfer-pakistanische-arbeiter-witwe-fordert-verantw/

Wie kann verhindert werden, dass ein Unglück wie in Rana Plaza wieder eintritt?
Aus meiner Sicht müssten internationale Unternehmen auf rechtlichen Weg zur Verantwortung gezogen werden können, mit der Androhung von hohen Strafzahlungen, wenn die Sicherheitsbestimmungen in einem ihrer Zulieferbetriebe nicht ausreichend sind und Menschenleben gefährdet sind.

Wie steht es um die Kleidungsindustrie im Allgemeinen? Kannst du, soweit möglich, von Verschlechterungen oder Verbesserungen in bestimmten Ländern, Branchen oder Unternehmen erzählen?
buuhhh, dazu müsste ich zuerst eine Dissertation darüber schreiben, um diese Antwort einigermaßen sinnvoll beantworten zu können…

Was macht dir Mut und stärkt dich in deinem Engagement für gute Arbeitsbedingungen?
Wenn ich mit meiner Arbeit, so wie im Fall von den Entschädigungen für die Opfer von Rana Plaza, einen Beitrag leisten kann für mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt.

Was willst du uns, BürgerInnen und KonsumentInnen, mit auf den Weg geben und worauf sollten wir achten?
Immer bei den Aktionen der Clean Clothes Kampagne mitmachen, denn nur wenn sich genügend Menschen beschweren und sich über bestehende Verhältnisse aufregen, wird sich auch etwas ändern.  Also für den ersten Schritt mal die Clean Clothes Kampagne auf Facebook liken und informiert bleiben.

Liebe Michaela, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, uns und den LeserInnen des Blogs Fragen zu beantworten. Viel Erfolg im Projekt „Change your Shoes!“ – wir werden das Thema als AktivistInnen aufgreifen und unterstützen.

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