Ein gemeinsamer Erfolg: EU-Saatgutverordnung gestoppt

Sich zu engagieren, aufzustehen und die Meinung zu sagen, macht den Unterschied. Das große Engangement vieler NGO, der breiten Öffentlichkeit und auch vieler Aktivist_innen auf den Straßen war erfolgreich. Die EU-Kommission zieht ihren Vorschlag formell zurück.

Die EU-Saatgutverordnung hätte seltene Pflanzenarten gefährdet und die Souveränität von Kleinbauern in Bedrängnis gebracht. Große Unternehmen, die sich die Eintragung von Pflanzen leisten könnten, wäre klar bevorzugt gewesen. Anstatt einer breiten Vielfalt an Lebensmittel, wäre es zu einer EU-weiten Pflanzen- und Lebensmittelarmut gekommen. Die Reglementierung hätte nur mehr wenige, teuer registrierte Saatgutvarianten erlaubt.

Die Dominanz von Wenigen gefährdet das Leben von Vielen

Im Gemüseanbau etwa dominiert das Unternehmen Monsanto 24 Prozent des Saatgutmarktes. Bei Tomaten liefern Monsanto, Syngenta, Limagrain, Bayer und Rijkzwaan 45 Prozent des Saatguts. Beim Mais sind es ebenfalls nur fünf große Saatgutkonzerne, darunter der deutsche Anbieter KWS, die gut die Hälfte der Aussaat verkaufen. „Die unausgegorenen Vorschläge zur EU-Saatgutverordnung haben nicht nur die Vielfalt auf Äckern und im Gartenbeet bedroht, sondern auch die Vielfalt der Saatzuchtbetriebe“, sagte Häusling.“ (Quelle: Frankfurter Rundschau GmbH – http://www.fr-online.de/wirtschaft/saatgutverordnung-eu-parlament-rettet-artenvielfalt,1472780,26528816.html; Achtung: nicht Manfred Häusling wie von der Frankfurter Rundschau berichtet, sondern Martin Häusling http://www.martin-haeusling.eu/component/tags/tag/7-oekolandbau-und-laendliche-raeume.html)

Engagement für Lebensvielfalt und Artenschutz ist wichtig und führte zum Erfolg

Iga NiznikReferentin bei ARCHE NOAH, dem Verein für die Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt und Heidemarie Porstner, Agrarsprecherin der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000 sprechen vom Erfolg der Arbeit gegen die geplante EU-Verordnung: „Das ist ein großer Tag für die Vielfalt und ein gemeinsamer Erfolg von Hunderttausenden EuropäerInnen, die sich aktiv für die Vielfalt eingesetzt haben„.

EU-weit sollen rund 900.000 Bürger gegen die Verordnung unterschrieben haben – allein in Österreich waren es ca.  500.000, welche die Petition „Freiheit für die Vielfalt“, die auch von der Kronen Zeitung und Spar namhaft mitgetragen wurde, unterschrieben haben. (Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150305_OTS0184/eu-saatgutverordnung-der-eu-kommission-nun-final-ad-acta-gelegt)

 „Without our own seeds, there can be no agroecology. Without agroeoclogy, we cannot build food sovereignty.“

So weist Elizabeth Mpofu, General Coordinator of La Via Campesina, schon 2014 auf die Bedeutung der Samenvielfalt und die Eigenständigkeit von Bauern hin. (Quelle: http://www.iss.nl/fileadmin/ASSETS/iss/Documents/Conference_presentations/ElizabethMpofu-ISS-25_January_2014.pdf)

Aktiv sein ist wichtig: informierte, engagierte und kritische Bürger_innen sind wir alle! Nehmen wir uns immer wieder Zeit diesen Teil von uns zu stärken

Es gibt immer wieder Meldungen, die bedrücken. Wir sehen viel Leid und sind mit den Opfern von Gewalt konfrontiert. Auch die Saatgutverordnung hätte zu Opfern geführt und die Gewalt der Verordnung wäre vernichtend gewesen: zuerst für viele Bauern und Bäuerinnen und ihre Familien, dann für die Konsumenten, welchen Lebensmittel vorenthalten worden wären, dann für die Natur, deren Artenvielfalt reduziert worden wäre. Es ist daher wichtig sich einzusetzen und hinzuschauen.

Wir alle teilen uns einen Planeten, wir haben nur diesen einen und nur diese eine Chance, auf der Erde mit der Natur zu leben. Passen wir auf! Unser Engagement ist gefragt und macht den Unterschied, täglich bei kleinen und großen Entscheidungen: bei der Wahl des Supermarkets oder eines Direkvermarkters, bei der Wahl unserer Lebensmittel, bei Petitionen, im Gespräch mit Freunden und Bekannten.

TTIP – ein nächster Anschlag auf die Souveränität und die Demokratie in Europa: EU-weite Demonstrationen am 18. April 2015

Im April rufen viele NGO und Bürger und Bürger_innen wieder lautstark „TTIP stoppen.“ Die Seite http://www.ttip-stoppen.at/ informiert über Demonstrationen und beteiligte Organisationen. Auch die Südwind Aktivist_innen werden österreichweit aktiv sein. Wenn du dich beteiligen willst, so melde dich bei einer der Südwind Gruppen. Wir freuen uns auf dich. Die e-Mail Adressen der regionalen Gruppe findest du hier https://suedwindaktivistinnen.wordpress.com/about/ und auf bald bei einer Aktion!

 

Hintergrundinfos:

Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung: https://www.arche-noah.at/

Global 2000: https://www.global2000.at/news/saatgutverordnung-der-eu-kommission-zur%C3%BCckgezogen

Greenpeace-Seite zu TTIP: http://freihandelsabkommen.at/index.php

Kampagne für Saatgut-Souveränität: http://www.saatgutkampagne.org/

Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V. : http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/

Rücknahme des Vorschlags: http://www.saatgutkampagne.org/PDF/150307_ruecknahmen_kommissionsvorschlaege.pdf

 

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