Sumangali: Lohnsklaverei in indischen Textilspinnereien

Während viele Menschen von den Schicksalen der Näherinnen in Bangladesch, China oder Kambodscha bereits erfahren haben, ist das Schicksal von den Spinnerinnen vor allem in Südindien noch kaum bekannt. Geschätzte 150.000 Frauen sind im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu im „Sumangali“-System gefangen.

Die jungen Frauen erleiden das Schicksal des „Sumangali“- Systems. Dies gehört zu den schlimmsten Formen der Ausbeutung und ist eigentliche eine Form der (Lohn-)Sklaverei. Durch die drückende Armut und die gesellschaftliche Rolle der Frau ist eine Heirat oft der einzige Ausweg für viele junge Frauen. „Sumangali“ bedeutet übersetzt: glücklich verheiratete Frau.  Doch die Heirat erfordert eine Mitgift. Fabrikbesitzer werben junge Mädchen an, damit sie sich die Mitgift in Form einer Prämie erarbeiten können. So sollen sie in einem Zeitraum zwischen 3-5 Jahren in den Spinnereien für eine glückliche Zukunft arbeiten.

Doch die Wahrheit sieht allerdings ganz anders aus: Die Arbeitszeiten sind zwischen 12-16 Stunden pro Tag. Meistens gibt es nur einen freien Tag im Monat, und wenn die Mädchen hinaus dürfen, dann werden sie von einem Aufpasser begleitet. Dazu gehören auch permanente Überwachung und ebenso wird eine ständige Verfügbarkeit für die Arbeit verlangt. Wenn ein Arzt benötigt wird, muss er von den jungen Frauen selbst bezahlt werden. Das Problem allerdings ist, dass sie nur zwischen €15 und €40 pro Monat verdienen und Ärzte teuer sind. Häufig kommt es vor, dass die jungen Frauen am Vertragsende noch Zusatzleistungen erbringen müssen oder sie werden einfach um ihre Prämie gebracht. Häufig beenden sie auch selbst die Arbeit in den Spinnereien, weil sie körperlich nicht dazu in der Lage sind. Jahrelange, erzwungene Arbeit für einen kaum nennenswerten Lohn ohne Auszahlung der erhofften Prämie ist das Resultat.

Die kfb (katholische Frauenbewegung) unterstützt eine Partnerorganisation in Südindien (Vaan Muhil), die gegen das Sumangali-System kämpft. Die Südwind-AktivistInnen haben beschlossen das Thema aufzugreifen und mit der kfb gemeinsame Aktionen durchzuführen. Wir unterstützen damit eine Petition, die ein Verbot des Sumangali-Systems fordert und den Verantwortlichen in Südindien die internationale Aufmerksamkeit für Menschenrechtsverstöße deutlich macht!

Mehr: kfb-Kampagne, Clean Clothes Kampagne zu Sumangali

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