Straßenaktion „Living Wage“ in Wien, 25. Oktober

 

Von den Lebensbedingungen der NäherInnen aus Asien ergriffen, nähten am Freitag Nachmittag Passanten auf der Mariahilferstrasse Ecke Neubaugasse ein großes visionäres T-Shirt – vielfältig, solidarisch, aus schon Vorhandenem und mit Freude entstanden. Fast 80 Menschen, unterzeichneten binnen zweieinhalb Stunden die Petition der Clean Clothes Kampagne mit der Forderung nach Löhnen für TextilarbeiterInnen, die zum Leben reichen.

Trotz des trüben Wetters herrschte reges Treiben auf einer der meist frequentierten Wiener Einkaufstrassen. Überraschenderweise reagierten viele, bunt zusammengewürfelte Passanten sofort, sehr mitfühlend und ohne Aufforderung auf das Thema. Fast niemand konterte negativ. Somit war es nicht einmal notwendig, die Menschen in die Situation der NäherInnen eintauchen zu lassen, wie ursprünglich gedacht. Vielen war die Situation schließlich schon aus den Medien bekannt. Sehr wenige wussten allerdings von ersten Lösungsansätzen, wie dem asiatischen Grundlohn.

 

Alles in allem weckte das riesige Kleidungsstück Aufmerksamkeit, der Infotisch vermittelte nützliche Informationen zum fairen Einkauf und die Möglichkeit zur sofortigen Unterstützung. Gerade das Selbernähen schien Menschen zum Mitmachen zu animieren und motivierte z.B. auch ganze Gruppen von Jugendlichen zur Teilnahme. Die Aktion war somit ein voller Erfolg.

 

Wie die große Masse nun vom Wissen zum Handeln zu bringen ist, steht natürlich noch in Frage. Dennoch bestätigte der Tag, dass viele bescheid wissen und am Thema interessiert sind. Für so manchen steht auch schon fest: “Erst denken, dann kaufen”, wie eine Unterstützerin ihre Forderung auf dem T-Shirt formulierte.

 

Die Vision geht jedenfalls noch über existenzsichernde Löhne aller NäherInnen hinaus. Zum Einen bedarf es auch angenehmen Arbeitsbedingungen aller in der Textilindustrie Beteiligten und einer ökologischen Herstellung samt Anbau ohne Schadstoffbelastungen weder für Produzenten noch für Konsumenten. Den globalen Transportketten muss endlich ein Ende gesetzt werden und die rein Geldgewinn-orientierte Profitmaximierung von Seiten der Händler soll zu Gunsten des Wohls aller angepasst werden. Am besten können wir dabei wohl bei uns selbst ansetzen – nämlich indem wir überlegt und in Maßen konsumieren, um auch anderen Menschen zu zeigen, dass weniger oft viel mehr ist.

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