Was wir so getan haben…

Südwind AktivistInnen

Ihr seid neugierig was wir die letzten Monate in den verschiedenen Regionen gemacht haben? Welche Themen uns beschäftigt haben, wie wir uns verkleidet haben?
Perfekt, denn das könnt ihr alles im Jahresbericht der AktivistInnen nachlesen!

Entweder ihr schaut auf Downloads oder ihr klickt gleich hier um euch durch die verschiedensten Aktionen des letzten Jahres zu blättern.

Falls ihr euch selbst engagieren wollt, schaut doch bei den Treffen in den verschiedenen Regionen vorbei! Infos dazu gibt es hier und/oder bei den regionalen Kommunikationskanälen (Mailinglisten, Facebook) :) – kommt vorbei, gestaltet mit uns das nächste aktivistische Jahr!

Advertisements

Südwind Academy 2017 – der Abschluss

 

Mutige vor! Der dritte Tag der Südwind Academy stand ganz im Zeichen des Aktivismus – und dafür mussten einige TeilnehmerInnen schon gleich am morgen so manche Grenze überwinden. Nach dem Frühstück ging es direkt nach draußen in den Klettergarten. Nach der Sicherheitseinführung konnten sich die TeilnehmerInnen im Aufstieg, Balancieren, Abseilen und Klettern erproben – und dabei im wahrsten Sinne des Wortes so manche Hürde überwinden.

Aber was hat diese Outdoor-Aktion mit Aktivismus zu tun? Diese Frage wurde anschließend gemeinsam im Seminarraum besprochen. Und nach einer kurzen Verschnaufpause war allen der Zusammenhang ziemlich schnell klar: Auf dem Kletterparcour ging es darum Mut zu zeigen, eigene Grenzen zu überwinden, im Team zu arbeiten, einander zu vertrauen und überlegt anstatt überstürzt an neue Aufgaben heranzugehen – genau wie bei der Planung und Umsetzung einer Aktion.

Nach einem Brainstorming diskutierten die TeilnehmerInnen dann, welche unterschiedlichen Formen der Aktion möglich sind, welche Rollen und Funktionen dafür benötigt werden und was dazu führt, dass eine Aktion gelingt oder eben nicht. Um die zahlreichen Möglichkeiten nicht nur in der Theorie zu besprechen, sondern auch praktisch zu erproben, sollten die TeilnehmerInnen dann in kleinen Gruppen zu einem ausgewähltem Thema ihre eigene Aktion planen und anschließend präsentieren. Das Fazit: Wer eine gute Idee hat, kann in relativ kurzer Zeit mit wenig Mitteln wirksam auf ein Thema Aufmerksam machen.

Am Nachmittag ging es dann entspannter zu – die Teilnehmer schauten sich in gemütlicher Atmosphäre die Dokumentation Die Zukunft ist besser als ihr Ruf an. Der Film portraitiert sechs Menschen, die sich auf unterschiedlichste Weise engagieren, um etwas zu bewegen.

Nach dem Abendessen gab es dann ein “Speed-Dating“, bei dem die TeilnehmerInnen in kurzen routierenden Zweier-Interviews die Chance hatten, die vielen Initiativen kennenzulernen, in denen sich die anderen TeilnehmerInnen engagieren. Am Ende stand eine lange Liste mit spannenden Projekten, die die vielfältigen Möglichkeiten für das eigene Engagement aufzeigt und Lust auf neue Projekte macht.

Am Abend ließen die TeilnehmerInnen den spannenden Tag mit einem gemütlichen Lagerfeuer und Stockbrot ausklingen.

 


 

Am Samstag und letzten Tag der Academy ging es gemeinsam im Zug nach Graz.
Nach einem konsumkritischen Stadtspaziergang haben wir im Spektral die Academy offiziell ausklingen lassen und gemeinsam gegessen, danach besuchten wir noch einen spannenden Workshop beim Nyéléni Herbsttreffen, zum Beispiel zum DIY – Demokratie Repaircafé.

So fand ein informatives, lustiges, lehrreiches, buntes Wochenende seinen Ausklang und voller Energie, Motivation und Ideen zerstreuten sich die AktivistInnen wieder in alle Himmelsrichtungen.

Südwind Academy 2017 – der erste Tag

22861613_1553300701415913_3175441301248793801_o.jpg

Während die einen am Staatsfeiertag die Fahnen geschwungen haben, haben wir uns am ersten Tag der Südwind Academy mit anderen Themen befasst. Facts rund um Südwind, die Säulen (Informieren – Bilden – Handeln), Ziele bzw. Themen von Südwind (gerechte Globalisierung – faire Arbeitsbedingungen weltweit – Menschenrechte) und die unverzichtbare Rolle der AktivistInnen waren der Einstieg in diesen Feiertag.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir uns dann beim Welthandelsspiel mit den Mechanismen der Wirtschaft auseinander gesetzt. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto sind wir ins aktuelle Kampagnenthema eingestiegen: Fairer  Kaffee. Mit Quiz,  Ausstellung und  Kaffee-Sackhüpfen haben wir neue Einblicke in die Herkunft, den Handel und den Konsum der „bittersüßen Bohne“ gewonnen.

Nach einem kurzen Input zum Thema „Fairer Handel und Migration“ stand das Kamingespräch mit  Florian Ablöscher von Fairtrade auf dem Programm. Themen, die wir vorab schon beim Thema „Kaffee“ gestreift haben, konnten wir jetzt vertiefen und einen Einblick in die Vorteile, aber auch die Herausforderungen des fairen Handels gewinnen.

Nachdem wir den ganzen Tag viel geredet, gelacht und diskutiert haben, stand zum Abschluss dieses ersten Tages noch ein musikalischer Ausflug in den Irak am Plan. Hedi vom Verein KAMA hat uns mit viel Geduld und Enthusiasmus Tänze aus dem kurdischen Norden näher gebracht und unser Rhythmusgefühl auf die Probe gestellt.

Als Einstimmung auf den zweiten Tag haben wir uns Videos von vergangenen Südwind-Aktionen angesehen und den Tag in der Taverne bei ein paar Gläschen und Gitarrenklängen ausklingen lassen.

Hier gibts noch ein kurzes Video mit den Impressionen des ersten Tages!

Südwind Tirol – AktivistInnentreffen November/Dezember 2017

Die neue „Saison“ hat erfolgreich und aktiv mit einem Informations- sowie einem Bastelabend begonnen. Beim letzteren wurde angeregt und kreativ am Equipment (Plakate, Justitia, Informationsrute u. Ä.) für die Nikoloaktion, am 2. Dezember, gebastelt. Die Kampagne „Make Chocolate Fair!“ ist ausgelaufen, dennoch möchten wir auch heuer wieder durch die Innsbrucker Innenstadt als Nikoläuse ziehen und auf die sozialen und ökologischen Aspekte bei der Schokoladenproduktion aufmerksam machen. Dafür wurden uns vom „EZA Fairer Handel“ Schokoladen gesponstert, welche wir mit Informationsmaterialien verteilen werden. Treffpunkt für diese Aktion ist der 2. Dezember 2017, um 14: 30, bei der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol.

Am 8. November, um 18: 30, dürfen wir zu einem spannenden Vortrag über  „Sozialstandards in Lieferketten“ in der Nord-Süd-Bibliothek von Südwind Tirol einladen. Dr. Wilhelm Kuntner (Arbeits- und Organisationspsychologe) wird uns seine Forschungsergebnisse  über das Spannungsverhältnis von Ökonomie und Ethik transnationaler Lieferketten vorstellen.

Zu diesem Vortrag und zur Nikoloaktion ist jeder herzlich eingeladen und kann ohne Voranmeldung einfach kommen.

 

Südwind Academy 2017…ein erster Abend

 

Zusammenkommen. Ein Zusammenkommen von Menschen aus Österreich. Aus Deutschland. Aus der Welt. Und ein Ankommen. Miteinander sind wir angekommen. Mit der Bahn. Mit einem Taxi. Mit dem Auto. Zum Essen sind wir zusammen gekommen und in den Zimmern sind wir zusammen angekommen. Wir sind angekommen und aufgenommen. Wir haben auch viel aufgenommen. Viele neue Gesichter, viele neue Namen und die ersten Blicke auf die Welt. Die Weltkarte und das Weltspiel. Viele Informationen haben wir aufgenommen am ersten Tag. Beim ersten Aufeinandertreffen. Beim ersten gemeinsamen Blick auf die unterschiedlichen Blickrichtungen auf die Welt.

Short facts

60% der Weltbevölkerung lebt in Asien (davon in Russland 2%)

jeweils ca. 30% des BIP wird in der EU, in Nordamerika und in Asien produziert

5% haben Zugang zu Internet (Tendenz steigend)

24% zu Fernsehen

52% sind weiblich

48% männlich

1% hat einen Hochschulabschluss

Zahlen der Welt. Zahlen der Weltbevölkerung. Zahlen von Menschen über Menschen. Zahlen und Kategorien und wie grenzen wir die Kategorien ab? Über welche sprechen wir und über welche nicht? Über Geschlecht sprechen wir, über Hautfarbe nicht. Beides äußert sich in Erscheinungsformen, beide sind genetisch veranlagt. Beide ohne eindeutige Grenzen, beides Eigenschaften der Menschen. Nur lassen sie sich unterschiedlich leicht in Zahlen übertragen. Einfach erzählbar wie die Bevölkerungszahl sind sie nicht.

 

Der trojanische Schuh ist auf Reisen…

und es ging nach Linz!

Von 6. bis 8. Oktober fand in Linz in der Tabakfabrik die Wear Fair +mehr statt. Natürlich waren sowohl Südwind als auch das Südwind-Magazin vor Ort anzutreffen.

und wo Südwind ist, dürfen auch AktivistInnen nicht fehlen!

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Change your Shoes-Kampagne beschäftigt. Diese fordert in der aktuellen Petition Schuhmarken und -ketten zu mehr Transparenz in der Produktion auf, um so auch bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Nähere Infos findet ihr auf der Change your Shoes-Homepage.

Recht spontan schafften wir es eine überregionale Aktion zu organisieren:

Die Wiener AktivistInnen haben Schuhschachteln gestaltet, die Informationen zur Kampagne enthielten, Tipps zum Reparieren der Schuhe oder auch Ratschläge für den Schuhkauf.

Die AktivistInnen aus Graz haben den Trojanischen Schuh gebastelt, in dem sich so manches versteckt hat – Schuhe, Schuhschachteln, Petitionslisten…vielleicht sogar eine Arbeiterin?? wer weiß…

Mit Unterstützung aus Salzburg sind wir dann gemeinsam vom Linzer Hauptbahnhof über die Landstraße zur Tabakfabrik gewandert – durch den Schuh haben wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Zwischen den verschiedensten WahlkämpferInnen haben wir die PassantInnen auf die WearFair eingeladen und sie über die Schuhproduktion informiert.

DSCN2271.JPG

Im Anschluss haben wir in der Tabakfabrik weitere Südwinde getroffen und gemeinsam einen netten Nachmittag auf der WearFair verbracht.

Eine Aktion mit AktivistInnen aus mehreren Regionen an einem Ort war ein sehr schönes Erlebnis und werden wir sicherlich wiederholen.
(An der Aktionsvorbereitung waren außerdem viel mehr beteiligt, als auf den Fotos zu sehen sind, jedoch hat eine Krankheitswelle um sich geschlagen – sonst wäre ein noch stärkerer Südwind durch Linz geweht!)

Falls wir euch nicht auf der WearFair oder auf der Landstraße angesprochen haben und ihr trotzdem gerne unterschreiben möchtet, könnt ihr das – hier –  auch online tun.
Helft mit, damit es in eine gute Richtung geht!22256796_1535207963225187_1668409458343457303_o.jpg

Das war die ESU2017 in Toulouse…

Von 23. bis 27. August fand in Toulouse in Südfrankreich die European Summer University for Social Movements, vom europäischen Netzwerk Attac organisiert, statt. Mittendrin trafen sich auch einige Südwind-AktivistInnen wieder….

IMG_20170824_134340.jpg
Die Workshops und Seminare der Universität waren sehr vielfältig – zum einen die politischen Verbindungen und Strukturen von sozialen Bewegungen betreffend, zum anderen Flucht und Migration aber ebenso Wirtschaftsthemen oder Klimawandel. So kamen sowohl Vertreter_innen von Podemos aus Spanien und Syriza aus Griechenland, aber auch von System Change not Climate Change aus Österreich, verschiedene Gewerkschaften und viele weitere zu Wort. Nebenbei war Aktivismus im Allgemeinen ebenso ein Thema in einigen Workshops.

Auch bekannte Gesichter hat es nach Toulouse gezogen – Jorge Acosta von der ecuadorianischen Bananen-ArbeiterInnen-Gewerkschaft Astac, den wir schon im Rahmen von der Make Fruit Fair! – Kampagne kennen lernen durften. Gemeinsam mit Konrad Rehling von Südwind und vielen Partnerorganisationen der Make Fruit Fair! – Kampagne nahm dieser an einem Seminar mit dem Titel „Schnäppchenpreise, Rechtsverletzungen? Der Kampf gegen die Macht des Einzelhandels“ teil, war aber auch an dem Seminar „Transnationale Unternehmen (TNUs), Menschen und die Umwelt: Gesetze zum Abbau unternehmerischer Macht“ beteiligt.
Dabei haben nicht nur Gewerkschaften aus dem globalen Süden gesprochen, sondern unter anderem auch VertreterInnen der ArbeiterInnen-Gewerkschaft von Lidl in Frankreich.

Es haben sich viele interessante Begegnungen, Gespräche und Vernetzungen in Südfrankreich ergeben, trotz der doch nicht geringen Hitze, die die Konzentrationsfähigkeit vor so manche Herausforderung stellte :)

Danke an die verschiedenen Attac-Gruppen für die Organisation – es war ein tolles Erlebnis, das viel Energie zum Weltverändern mitgegeben hat.

À bientôt!

 

Südwind-Aktivistinnen am Fair Planet

Am Samstag, dem 3.Juni 2017, hat wieder das jährliche Fair Planet Festival in Linz stattgefunden. Die Linzer Aktivistinnen (in diesem Fall tatsächlich nur Frauen [wo sind die Männer hier?]) waren natürlich dabei und haben sich für faire Bananen und faire Früchte stark gemacht und Interessierte informiert. Außerdem konnte man am Stand tolle Früchte-Fotos machen. Und die ein oder andere Aktivistin, wie auch Besuchs-AktivistInnen (in dem Fall auch Männer – juhu! :)), liefen zwischendurch auch selbst mal als Bananen herum. Aber genug Worte, die Bilder sprechen für sich.

 

Das war das Südwind-Straßenfest 2017

In der Beschreibung zum Südwind-Straßenfest wird als Ziel des Festes angegeben „das vielfältige Engagement all jener Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen“ zu feiern.

So war das auch am 27.5.2017 wieder der Fall. Beim Straßenfest kam eine Vielfalt an Menschen, Initiativen, KünstlerInnen und Ideen zusammen und genoss das schöne Wetter, die tolle Atmosphäre und den Austausch.

Diesmal gab es aber auch eine bunte Vielfalt am Kuchenstand der AktivistInnen.
Mit selbstgemachten Kuchen, der sowohl in der Verwendung der Rohstoffe als auch in der Produktion und im Verkauf konfliktfrei war und fairen Kaffee, haben wir am Nachmittag bei vielen für eine Zwischenstärkung gesorgt.

IMG_20170527_152158429IMG_20170527_183343-0IMG_20170527_152122170

Dabei haben wir Unterschriften für die Palmöl-Petition gesammelt (Link zur Petition), da man ja auch ohne Palmöl leckere Sachen machen kann, wie wir mit unserem Stand beweisen wollten :)

Danke an alle, die uns besucht haben beim Stand sowie auch danke an Fairtrade Österreich, die uns wie die letzten Jahre wieder mit leckerem Kaffee sowie Zucker ausgestattet haben.

Natürlich haben wir auch über die AktivistInnen informiert – wir würden uns freuen, wenn wir beim nächsten Stammtisch einige Gesichter wiedersehen würden!

 

AktivistInnen am Südwind-Straßenfest!

Endlich ist Frühling, endlich ist Zeit für Straßenfeste – endlich ist Südwind Straßenfest! :)

Am 27. Mai ist es so weit!

>> Am Samstag, dem 27. Mai 2017 feiern wir wieder das vielfältige Engagement all jener Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen.

Und wie feiert man so ein Fest? Mit gemeinsamen Musizieren, Tanzen, Trinken, Essen und Austausch.

Von Blasmusik über Latin bis Hiphop wird von den MusikerInnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa präsentiert. Auf dem Straßenfest kann man auf über 105 Standplätzen internationale und lokale Organisationen entdecken und sich austauschen, sowie Kunsthandwerk und faire Waren kaufen.

Sportliche, kreative und soziale Workshops können besucht werden, während man Kulinarik aus aller Welt genießt. <<

Mehr Infos zum Fest und die Facebook-Veranstaltung findet ihr hier
(auch falls sich noch jemand als freiwillige HelferIn beteiligen möchte):
https://www.suedwind.at/wien/suedwind-strassenfest/
https://www.facebook.com/events/1737297796588141/

Auch die Südwind AktivistInnen sind natürlich wieder mit dabei und haben beim letzten Stammtisch den Banner für unseren Kuchenstand fertig gestellt.
Besucht uns, trinkt fairen Kaffee, esst konfliktfreien Kuchen und informiert euch!

IMG_20170513_220841696

Falls uns noch jemand mit Kuchen unterstützen möchte, meldet euch gerne unter aktivismus.wien@suedwind.at

Kommt vorbei und feiert mit uns, wir freuen uns schon!

GLOBALES LERNEN IN DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDARBEIT

Die BUNDES JUGEND VERTRETUNG bietet kostenlose Trainings für JugendarbeiterInnen an, die sich ganz den Themen Konsum & Lifestyle, Ernährung & Umwelt und Beteiligung & Engagement widmen.

Die Our World Trainings geben einen Einblick in globale Probleme und Herausforderungen, für die gemeinsam Handlungsoptionen erarbeitet und bestehende Lösungsansätze vorgestellt werden. Du erhältst themenspezifische Inputs und probierst Methoden aus, die du für die Arbeit mit jungen Menschen verwenden kannst. Unabhängig davon, ob du haupt- oder ehrenamtlich, im Rahmen einer Organisation/Einrichtung oder anderswo mit jungen Menschen arbeitest, profitierst du vom Training auch durch den Austausch mit anderen JugendarbeiterInnen (vgl. http://www.bjv.at)

Also einfach mal auf die Homepage schauen und anmelden, zahlt sich sicher aus: https://www.bjv.at/activities/our-world-global-denken-lokal-handeln/

Flash mob und Spaziergang durch die Stadt: wir unterstützen das Südwind Magazin

Wir haben Fragen, suchen Antworten. Wir lesen Antworten, aber auf welche Fragen? Und wie gut sind die Fragen und Antworten? Qualitätsvoller Austausch über internationale Politik, Kultur und Entwicklung ist wichtig.

Südwind Magazin | Flash Mob in Wien
Südwind Magazin | Flash Mob in Wien

Die Südwind AktivistInnen sind durch Bezirke Wiens gegangen und ins Gespräch mit PassantInnen, KellnerInnen und RestaurantbesitzerInnen gekommen. Welche Zeitungen legen RestaurantbetreiberInnen für Ihre Gäste auf? Worauf wird geachtet? Gäste wollen nicht nur reichhaltig essen und trinken, sondern auch Wertvolles lesen. Vielseitige, umfassende und unabhängige Berichterstattung ist wichtig und es gibt sie. Viele JournalistInnen bemühen sich um qualitätsvolle Angebote, und wir, die LeserInnen, haben die Wahl und können entscheiden wem wir Zeit schenken, zuhören, zustimmen oder auch wiedersprechen. Südwind bietet mit dem Südwind Magazin (http://www.suedwind-magazin.at) eine kräftige Stimme am Zeitungsmarkt an, höre hin und prüfe, ob sie auch dich anspricht.

„Die öffentliche Meinung in Österreich wird jeden Tag von reißerischen und grellen Gratis- und Boulevardzeitungen mit Skandal, Demagogie und Nationalismus überschüttet und manipuliert. Es braucht in der österreichischen Medienlandschaft die Stimme der Vernunft“, so der Flüchtlingsmanager Kilian Kleinschmidt über das Südwind-Magazin. Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern, Sr. Hemma Jaschke betont: „Medien, die dazu beitragen, Solidarität und Gerechtigkeit weltweit zu fördern, müssen unterstützt werden.“ (Quelle: http://www.suedwind-magazin.at/breite-unterstuetzung)

Südwind Magazin | Flash Mob in Wien - Südwind AktivistInnen
Südwind Magazin | Flash Mob in Wien – Südwind AktivistInnen

Welche Informationsquellen nutzt ihr? Mit wem steht ihr in Austausch? Worauf achtet ihr? Teilt eure Tipps mit uns und schaut zum nächsten Treffen (13. April 19 Uhr, Laudongasse 40 1080 Wien) vorbei.

Südwind Magazin | Frühlingsgrüße aus Wien
Südwind Magazin | Frühlingsgrüße aus Wien

Liebe Grüße von den Wiener Südwind AktivistInnen

know your rights – Recht für AktivistInnen 3

Teil 3: Action an der Tankstelle – ein Beispiel aus der Praxis

Wie bereits im letzten Blogbeitrag erwähnt, ist eine gewissenhafte Aktionsplanung wesentlich für das Gelingen der Veranstaltung, sowie die rechtliche Absicherung der beteiligten Personen. Einige Fragen, die in der Planungsphase unbedingt beachtet werden müssen, wurden bereits aufgezählt:

  • Wie komme ich hin, wie komme ich weg vom Durchführungsort?
  • Was mache ich dort, was machen die anderen?
  • Was sage ich, wenn ein/e Reporter/in kommt und fragt was ich hier mache?
  • Brauchen wird Ordner
  • Brauchen wir ärztliches Personal

In diesem Beitrag wird ein Aktionsbeispiel aus Wien vorgestellt und analysiert. Anschließend werden damit in Zusammenhang stehende Aspekte von kritischen Aktionen aufgegriffen und besprochen.

Auch dieser dritte Teil der Blogreihe „know your rights – Recht für AktivistInnen“ stützt sich auf den Audio-Mitschnitt des Vortrags „Recht auf AktivistInnen“ mit dem Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, welcher 2015 in Linz stattgefunden hat. Organisiert wurde der Vortrag von Südwind OÖ und der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz.

Action an der Tankstelle

Als lehrreiches Beispiel berichtete Dr. Unterweger im Vortrag von der Aktion einer Wiener AktivistInnen Gruppe. Die Gruppe von Leuten versammelten sich am Grund einer bestimmten Tankstelle in Wien. Eigentümer der Tankstelle war ein Konzern, der in der Zeit vor der Aktion für umweltschädliches Handeln in Verruf gekommen war.

Für den Anlass hatten die Aktivisten und Aktivistinnen Ölfässer dabei, die am Gelände aufgebaut waren und am Boden hatten sie einen anschaulichen Ölfleck nachgeahmt. Der Fleck bestand aus abgelaufenem Bio-Tomatenketchup versetzt mit brauner Lebensmittelfarbe. Er war in der Nähe eines Gullis positioniert und unter dem Fleck befand sich eine schwarze Plastikfolie. Somit wurde durch die Tonnen und den Ölfleck keine längerfristige Verschmutzung ausgelöst. Die Rollen der teilnehmenden Personen waren klar verteilt. Eine Person befand sich an der Straße, ein kleines Stück vor der Einfahrt der Tankstelle und wedelte mit einer Fahne. Den ankommenden Autos bedeutete sie damit, dass sie langsamer zur Tankstelle anfahren sollten. Zwei Gruppenmitglieder kommunizierten an der Tankstelle mit den Kunden und Kundinnen, halfen ihnen beim Tanken während sie über ihre Anliegen sprachen, waren freundlich und zuvorkommend. Zusätzlich verteilten sie Flyer an all jene Personen, die welche haben wollten. Mehrere weitere Personen standen mit Bannern am Rand der Tankstelle. Außerdem gab es eine Person, die rein zur Kommunikation mit der Polizei zuständig war, sofern diese auftauchen sollte.

Stattgefunden hat die Aktion nach der Hauptverkehrszeit, wodurch zusätzlich übermäßige Behinderung durch die Aktion vermieden wurde.

Konfrontation

Die Pächterin der Tankstelle reagierte laut Unterweger sehr hysterisch auf die Aktion und rief die Polizei. Diese beschlossen, am Tatort angekommen, den Platz und somit die Aktion zu räumen. Da die Aktivistinnen und Aktivisten jedoch das Gehen verweigerten, gab es in weiterer Folge Verwaltungsstrafen und der Fall ging vors Gericht.

Aufs Detail kommt es an

Vor Gericht argumentierte man auf Seiten der AktivistInnen, dass das Recht auf friedliche Versammlung für die Aktion gegolten habe. Die Gruppe hat mit ihren Handlungen nicht in die Eigentumsrechte der Pächterin eingegriffen, da sie zu den Kunden und Kundinnen äußerst freundliche waren, niemanden fotografiert haben und niemand davon abgehalten haben an der Tankstelle zu tanken. Außerdem ist keine dauerhafte Verschmutzung passiert und durch die Person, welche den AutofahrerInnen mit der Fahne signalisierte, dass sich an der Tankstelle etwas tut und sie die Geschwindigkeit reduzieren sollten, war auch für die Sicherheit aller Beteiligten und Betroffenen gesorgt. Außerdem hat die Kontaktperson, die ausschließlich für die Kommunikation mit den Beamten und Beamtinnen zuständige war, den Stress von vornherein aus der Situation genommen und somit das Risiko auf Eskalation von Seiten der AktivistInnen und der Polizei maßgeblich verringert. Hilfreich für die Argumentation war außerdem, dass die Polizei dankenswert protokolliert hatte, dass eine Frau sagte: „Na des waren aber nette Madeln.“. Das heißt auch der Umgang der AktivistInnen mit den Personen vor Ort war ausschlaggebend für die anschließende Beurteilung des Gerichts und die Frage, ob eine Gesetzesübertretung vorliegt oder nicht.

Das Gericht entschied Zugunsten der angeklagten Personen und somit dafür, dass die Aktion weiter hätte stattfinden dürfen und die Räumung also nicht nötig gewesen wäre.

Noch besser machen?

Gefehlt hat eine Anmeldung der Aktion. Auch auf Privatgrund rät Herr Dr. Unterweger eine Mitteilung an die Behörden zu machen.  Damit ist man auf der sicheren Seite.

Wann darf die Polizei räumen?

Wenn die Polizei in einer Situation beschließt, dass die Aktion von Personen einen übermäßigen Eingriff in die Rechte anderer Personen darstellt, dann kann sie den Platz räumen lassen. Erfahrene Polizisten und Polizistinnen haben solche Situationen grundsätzlich meist gut im Griff und können den Eingriff in die Rechte anderer Personen gut einschätzen.

War das Ausmaß der Aktion an der Tankstelle verhältnismäßig?

Hier muss man zuerst überlegen, im Verhältnis zu was die Aktion steht. Die Pächterin war zwar betroffen, doch Besitz ist nur momentanes Recht, Eigentum ist absolutes Recht. Der eigentliche Eigentümer der Tankstelle war der Konzern, gegen welchen sich die Aktion auch gerichtet hat. Das Verhältnis zwischen dem Ausmaß der Aktion und dem eigentlichen Grund – den Umweltbeeinträchtigungen die der Konzern verursacht hat – war also gegeben.

Was tun wenn es zur Konfrontation kommt?

In Österreich gibt es seit 1945 eine Ausweispflicht. Wenn es zur Konfrontation mit der Polizei kommt, dann sollte man seinen Namen sagen, seine Adresse angeben und seinen Ausweis herzeigen. Ansonsten sollte man keine zusätzliche Aussage machen. Wenn man es nicht gewohnt ist in Konfrontation mit der Polizei zu geraten, dann kann es in solchen Situationen leicht passieren, dass man unüberlegte Dinge sagt. Das Statement „Ich mache keine weitere Aussage.“ ist völlig legitim.

Im Falle dessen, dass jemand aus der Gruppe keinen Ausweis mit sich führt, dann sollte eine andere Person deren/dessen Identität bestätigen: „Ich Hanelore Phantasiename habe einen Ausweis dabei und kenne diese Person. Das ist Claudia Phantasiename.“

Herr Unterwege empfiehlt außerdem, sich keinesfalls von der Polizei vom Platz zerren zu lassen, solange man selbst gehen kann, und nicht zu schreien, wenn es keinen Grund zum Schreien gibt. Dies führt lediglich zur weiteren Eskalation der Situation.

Kommt es jedoch wirklich zu Aggression oder Übergriffen von Seiten der Beamten und Beamtinnen, empfiehlt er, nicht sofort in die Konfrontation einzusteigen oder Anzeige zu erstatten. Als sinnvoller erachtet er die verbale Konfrontation bezüglich des Verhaltens der ausführenden Personen:

  • „Seid ihr euch klar darüber, was ihr hier tut?“
  • „Wenn ihr euch von uns so provozieren lasst, was tut ihr dann im wirklichen Ausnahmefall?“
  • „Wir zeigen euch nicht an, aber das ist nicht okay, was ihr hier macht!“

Die Planung ist das A und O

Wie man sieht ist die Planung tatsächlich wesentlich. Es gibt einige Punkte, die man unbedingt beachten sollte und deren Umsetzung viele Schwierigkeiten von vorn herein verhindern kann, ohne dass der Effekt einer Aktion dadurch automatisch geschmälert wird.

Für die Planung einer Aktion muss man unbedingt alle betroffenen Personen miteinbeziehen: Polizei, PächterInnen, Werkschutz, PassantInnen, KundInnen. Es ist empfehlenswert sich genaue Informationen über die betreffenden Personen zu holen.

  • Gibt es einen Werkschutz?
  • Ist dieser Werkschutz aggressiv?
  • Wer ist PächterIn?
  • Was können wir über den/die PächterIn vorab in Erfahrung bringen, damit wir wissen, auf welche Reaktion wir uns einstellen müssen?

Und außerdem …

Sehr wichtig! All diese Informationen beziehen sich auf das österreichische Recht. Kundgebungen und Aktionen im Ausland können ganz andere Dynamiken annehmen. Beispielsweise kann die Gewaltbereitschaft von Seiten der Polizei in anderen Ländern viel schneller viel höher werden. Aktionen im Ausland erfordern also zusätzliche Planung, Vorbereitung, Expertise und Erfahrung!

 

Veranstaltungstipp | Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Lecture Performance am 3. April um 18:30 in Wien: Ein Abend mit Vortrag, gespielten Szenen, Lesung, Kabarett und Musik um mehr über SEZIONIERI zu erfahren.

Sezionieri ist eine gemeinsame Aufklärungskampagne der Produktionsgewerkschaft PRO-GE im ÖGB, NGO´s und Aktivist_innen für die Rechte von Erntehefer_innen in Österreich. Die SEZONIERI Kampagne (www.sezonieri.at) verfolgt das Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntearbeiter_innen in Österreich nachhaltig zu verbessern. Einer ihrer Ausgangspunkte war der selbstorganisierte Protest von 70 Erntearbeiter_innen des größten Gemüsebauern Tirols im Oktober 2013. Seit 2014 sind Kampagnen-Mitarbeiter_innen in vier Bundesländern Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Burgendland aktiv, bereiten arbeitsrechtliche Informationen auf (BKS, Deutsch, Rumänisch, Slowenisch, Ukrainisch, Ungarisch) und teilen Info-Folder bei Feldaktionen an die Arbeiter_innen aus. Es wird auch ein Telefondienst für den Erstkontakt angeboten. Die PRO-GE unterstützt unter Wahrung der Anonymität der Anrufenden kostenlos und übernimmt im Bedarfsfall auch die rechtliche Vertretung vor Gericht.

http://www.sezonieri.at – Das Informationsportal für SaisonarbeiterInnen

Wenn du mehr über SEZIONIERI erfahren willst, so schau vorbei zur nächsten Veranstaltung am Montag, den 3. April 2017, oder wirf einen Blick auf ihre Website http://www.sezonieri.at. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

3. April 2017 – Feldforschung. Protokoll einer mageren Ausbeute

Ort: BOKU Augasse – Augasse 2-6, 1090 Vienna, Austria
Eintritt frei

Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

Text und Regie: Franz-Xaver Franz, Lia Sudermann
Mit: Lia Sudermann, Franz-Xaver Franz
Musik: Lissie Rettenwander
Recherche: Sónia Melo

Links zur Veranstaltung:

Die studentische Initiative BOKUs KriStus hat die Veranstaltung mit Unterstützung der ÖH BOKU, den Studienvertretungen AW und UBRM organisiert.

 


Informationen von SEZIONIERI über ihre Arbeit

Die österreichischen Staatsbürger_innen, die in der landwirtschaftlichen Lohnarbeit tätig sind, kann man an einer Hand abzählen. Warum das so ist, lässt sich erst verstehen, wenn man sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erntehelfer_innen ansieht. Nur wer es aufgrund des beschränkten Arbeitsmarktzugangs und/oder mangelnder Erwerbsmöglichkeiten im Herkunftsland nötig hat, lässt sich auf dieses Arbeitsverhältnis ein.

Foto: Wilfried Hanser

Erntehelfer_innen verrichten bis zu sieben Tage Woche, bis zu fünfzehn Stunden am Tag eine körperlich sehr anstrengende Arbeit für einen sehr niedrigen Lohn. Für Erntehelfer_innen gibt es ausverhandelte Kollektivverträge, die von Bundesland zu Bundesland differieren; der darin festgelegte Stundenlohn gilt gesetzlich als Mindestlohn, auch wenn nach Akkord (etwa pro gefüllter Kiste Erdbeeren) bezahlt wird. Dieser Stundenlohn überschreitet nirgendwo in Österreich 7 Euro netto und wird überdies selten voll ausbezahlt.

Zu den häufigsten Missständen zählen:

  • unbezahlte Überstunden
  • unbezahlte Sonderzuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit
  • die gesetzliche Regelung überschreitende Lohnabzüge für Kost, Logis und Arbeitswerkzeug
  • inadäquate Unterkünfte

Die Supermarktketten ordern mehrmals täglich frische Ware, die innerhalb weniger Stunden angeliefert werden muss. Der Handel drückt die Preise nach unten, folglich haben die Produzent_innen, die die Produktionskosten senken können, die Nase vorne. Im landwirtschaftlichen Sektor spielen die Lohnkosten eine entscheidende Rolle, da die Erntearbeit großteils händisch erfolgt. Ohne „billige“ ausländische Arbeiter_innen, die während der Arbeitsspitzen angestellt werden, können viele Bauern und Bäuerinnen mit diesem Wettlauf nach unten nicht mithalten. So bleiben die Arbeitsrechte der Erntehelfer_innen auf der Strecke.

Die Beschäftigten in der Landwirtschaft brauchen klare Verhältnisse und auch Informationen zur Durchsetzung ihrer Arbeits- und Menschenrechte. SEZIONIERI gibt Informationen und gleichzeitig Hilfestellung zur Rechtsdurchsetzung. (Quelle: http://www.sezionieri.at, Foto Sónia Melo)

Mit SEZONIERI wollen wir der Ausbeutung von Erntehelfer_innen in Österreich entgegenwirken, indem wir sie auf ihre grundlegenden Rechte laut Kollektivvertrag aufmerksam machen und sie im Arbeitskampf unterstützen.

Die SEZONIERI Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in Österreich ist eine gemeinsame Initiative von unabhängigen Aktivist_innen, PRO-GE – die Produktionsgewerkschaft im Österreichischen Gewerkschaftsbund, Nyéléni – Forum für Ernährungssouveränität, UNDOK – Verband zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender, MEN-VIA – Unterstützung für männliche Betroffene von Menschenhandel und LEFÖ – Bildung und Beratung für Migrantinnen.

SEZONIERI
sezonieri@gmx.at
http://www.sezonieri.at
http://www.facebook.com/sezonieri

 

 

Südwind-Themenabend „Fair(n)e Früchte“ in Wien

Obst essen ist gesund – doch wie „gesund“ ist das Obst ernten?

Wir haben uns im letzten Jahr immer wieder mit dem Thema „Faire Früchte“ verschäftigt. Im Dezember sind wir auch durch Wiens Innenstadt gezogen und haben Unterschriften für die Kampagne gesammelt (Beitrag: https://suedwindaktivistinnen.org/2016/12/11/1780/). Am 3. April wird es einen Themenabend geben und wir laden euch alle herzlich ein, vorbeizukommen und mitzudiskutieren.

Wieso sind die Früchte aus den fernsten Ländern billiger als aus Österreich?
Wieso gibt es kein Fair Trade Label für Früchte aus Europa?
Könnten wir genügend Früchte produzieren, wenn es keine „illegalen“ MigrantInnen in der Landarbeit geben würde?

  • Konrad Rehling (Südwind) berichtet von seiner aktuellen Recherche-Reise nach Haiti und der Dominikanischen Republik über die Lage der migrantischen Landarbeiterinnen.
  • Cordula Fötsch (www.sezioneri.at) erzählt über die Situation der migrantischen LandarbeiterInnen in Österreich.
  • Elke Schaupp (Fairtrade Österreich) wird die Positionen und Vorhaben zu Landarbeit und Migration darlegen.

Montag, 3. April 2017, 19:30 Uhr
Ort: Südwind, Laudongasse 40, 1080 Wien

Liebe Grüße und auf bald
die Wiener Südwind AktivistInnen

Bericht zum Themenabend Palmöl

In beinahe jedem zweiten Lebensmittel findet man es, auf einem großen Teil der Erde wird es angebaut. Sehr viele Menschen sind davon betroffen. Ob es der Lebensraum, die Arbeitswelt oder der Verzehr ist. Palmöl trifft die Erde wie ein Krater. Von der Dimension etwas galaktisch und trotzdem nicht weit verfehlt.

Es beginnt beim Kleinsten 

Wie überall wird beim schwächsten Glied begonnen. Wenn wir von Palmöl sprechen, sind das schwächste Glied die Kleinbauern. Dabei ist es wichtig die Bedeutung des Wortes zu verstehen. Unter Kleinbauern versteht man Menschen, die oft im Zuge der Familie ihr Handwerk von klein auf lernen und später dann auch zum Beruf machen. Durch dieses Erlenen eines solchen Handwerks ist meistens wenig Platz für anderes. Schule? Bildung? Worte ohne persönlichen Bezug. Die Folge dessen ist, dass ohne Bildung, der Horizont kleinkariert bleibt. Keine Weitsicht und auch keinen Einblick. Das Ergebnis kann nur sein, Gutmenschen, die arbeiten um zu leben und das tun was verlangt wird.

Der Staat bin ich

Wenn etwas groß wirkt, reicht es oftmals. Beim Thema Palmöl ist das der Fall. Das Ackerland in Süd-Ost Asien, ist ein Paradebeispiel. Große Investoren aus Riesenkonzernen machen sich beim Staat interessant und hebeln das Gesetz aus in dem sie den Gesetzgeber kaufen. Das ist nicht nur ein moralischer Handschlag mit dem Teufel, sondern auch ein Spiel mit der Existenz vieler Menschen. Und dabei geht es noch nicht einmal um das Eigentliche.

Unser tägliches Öl gib uns Palmen

Große Konzerne bedeutet große Anbauflächen. Große Flächen ziehen auch viele ArbeiterInnen mit sich. Und dazu passt dann auch das altbekannte Sprichwort: Hohe Quantität, wenig Qualität. Aus Natürlicher Vielfalt und Urwald  entsteht eine durchstrukturierte Monokultur, bei der nicht die Natur im Vordergrund steht, sondern das Geld. Unter dem Motto, „Mehr Pflanzen, mehr Geld“, wird das Konzept verfasst und Aufgaben verteilt. Wenn man so eine Aufgabenliste betrachten würde, wird man auf die Punkte Rodungen und Vertreibung nicht herumlesen können. Die Bäume verlassen ihren Ursprung und die Bewohner ihr Haus. Das alles wird mit Feuer verewigt und somit beginnt der Hexenkessel zu brodeln.

Das Spektral als Treffpunkt

Diese komplexe Angelegenheit wurde am 15.März im Spektral in Graz zum Thema gemacht. Durch eine Filmvorführung von Landraub und einer anschließender Diskussion mit dem erfahrenen Ansprechpartner David Horvath von Südwind Steiermark, wurde ein breites Spektrum geboten. Eine Sicht auf ein Thema, das die Welt verändert, die Zukunft gestaltet und jeden einzelnen betrifft. Diese Wichtigkeit wurde von vielen erkannt. Dafür ist man auch gerne zusammengerückt und hat jeden freien Stuhl genutzt. Für des Leibes Wohl sorgten einige AktivistInnen mit einer Dumpster Aktion, aber auch Food-Sharing blieb nicht ungenutzt und so wurden alle Interessierten kulinarisch bestens versorgt und haben zu dem auch noch Lebensmittel gerettet. Doppelt hält besser! Doch das war nicht das einzig positive an diesem Abend, den während der Filmpräsentation wurden auch Unterschriftenlisten für Gerechtigkeit von Keksen durchgereicht und diese sind auch zahlreich unterschrieben worden. Damit die Ausbeutung der von der Umwelt angefangen bis hin zu einem Kleinbauern nicht länger unterstützt und die Welt wieder ein Stück gerechter gemacht wird!
Insgesamt muss man ein großes Lob an alle Teilnehmer für die lange Konzentrationsausdauer aussprechen, dabei sollte man nicht vergessen wer diesen Abend möglich gemacht hat. Angefangen bei der neuen Südwind-AktivistInnenkoordinatorin Lisa Weichsler, dem erfahrenen Diskussionspartner David Horvath, so wie auch den vielen KooperationspartnerInnen, Supply Change, Grüne Akademie Steiermark, System Change not Climate Change, ÖH-Uni Graz, Greenpeace und zuletzt noch Attac Graz.

Danke für diesen sehr gelungenen Abend!

Ein letztes Fazit: „Besonders wird etwas nicht durch den Gebrauch in jedem Moment, sondern durch den Moment im Gebrauch!“

 


Für alle, die nicht dabei sein konnten, hier der Link zur Petition:
http://www.supplychainge.org/mach-mit-at1/petition-palmoel-gerechtigkeit-fuer-meine-kekse/

know your rights – Recht für AktivistInnen 2

 

Teil 2: Aktivismus und Verantwortung

Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften hat man bei Aktionen eine hohe Verantwortung. Dieser Verantwortung hat man für sich selbst, für das Team und für die Organisation der jeweiligen Aktionen und Versammlungen, welche man leitet, mitorganisiert, oder an denen man teilnimmt. Innerhalb dieses Blogbeitrags wird Verantwortung im Kontext von Aktivismus thematisiert und anhand verschiedener Beispiele näher beleuchtet.

Auch dieser zweite Teil der Blogreihe „know your rights – Recht für AktivistInnen“ stützt sich auf den Audio-Mitschnitt des Vortrags „Recht auf AktivistInnen“ mit dem Rechtsanwalt Dr. Josef Unterweger, welcher 2015 in Linz stattgefunden hat. Organisiert wurde der Vortrag von Südwind OÖ und der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz.

Für sich selbst

Jede/r Aktivist/in ist dafür verantwortlich zu überprüfen ob Inhalt, Thema und Grund für eine Aktion oder Versammlung für sie oder ihn wichtig genug ist, um sich dafür einzusetzen. Kann man die Botschaft der Aktion auch wirklich vertreten? Kann man das was man tut auch wirklich argumentieren? Sehr wichtig ist es hierbei Hintergrundinformationen über die Veranstaltung zu haben, an der man teilnimmt.

Für das Team

Vor, während und nach einer Aktion muss man prüfen was für welches Teammitglied auch wirklich passt und angemessen ist. Wenn sich jemand beispielsweise am Aktionstag schlecht fühlt, dann sollen die ursprünglich aufgetragenen Aufgaben dieser Person nicht wie geplant einfach durchgezogen werden. Gesundheitliche Grenzen nicht überschreiten! Wichtig ist auch Ehrlichkeit gegenüber dem Team. Außerdem muss jede/r für sich selbst zusätzlich überprüfen: bin ich mit diesem Team einverstanden und kann ich mit diesem Team arbeiten?

Für die Organisation

Teilnehmer und Teilnehmerinnen müssen darüber aufgeklärt werden, was innerhalb der Aktion getan wird und was nicht. Außerdem müssen die Aktivisten und Aktivistinnen wissen, was sie tun müssen, wenn sie bei der Aktion mitmachen bzw. bei der Demonstration mitgehen wollen. Jede Person muss für sich entscheiden können, ob sie sich mit den Organisationszielen identifizieren kann und diese mittragen möchte.

Die Planung einer Versammlung ist zentral für ihre Wirksamkeit und den Schutz aller TeilnehmerInnen und betroffenen Personen:

  • Wie komme ich hin, wie komme ich weg vom Durchführungsort?
  • Was mache ich dort, was machen die anderen?
  • Was sage ich, wenn ein/e Reporter/in kommt und fragt was ich hier mache?
  • Brauchen wird Ordner?
  • Brauchen wir ärztliches Personal?
  • Welche Konsequenzen kommen mit der Wahl unseres Durchführungsortes? Ist ein weniger prominenter Platz auch denkbar?
  • Werden wir wichtige Verkehrsstraßen blockieren? Müssen wir die Versammlung drei Tage früher melden?
  • Stehen Zweck bzw. Grund der Veranstaltung und die Ausführung in einem vertretbaren Verhältnis?
  • Haben wir alle nötigen Rollen bzw. Aufgaben verteilt?
  • Werden wir bei einer Räumungsaufforderung den Platz räumen oder nicht?
  • Rufen unsere Slogans zur Gewalt auf oder findet alles im Rahmen einer erlaubten, friedlichen Versammlung statt?

Eine gute und gewissenhafte Planung macht Verantwortlichkeiten deutlich und sichert ausführende, sowie anderwertig betroffene Personen ab.

„Spontan ist der Untergang“ (J. Unterweger)

Nicht empfehlenswert sind jegliche Aussagen, Aktionen oder Demonstrationen, welche spontan passieren. Spontanität lässt immer eine genaue und überdachte Planung außen vor, was in vielen Fällen zu Problemen und mitunter auch zum Misslingen der Aktion führen kann.

Die Anmeldung einer Versammlung

Wenn sich mehr als zwei Personen zu einem bestimmten Zweck zusammenfinden und dieser bestimmte Zweck eine Meinungskundgebung beinhaltet, dann spricht man von einer Versammlung.

Versammlungen sollten angemeldet werden. Diese Anmeldung ist in Wahrheit eine Mitteilung an die Behörden. Grundsätzlich kann die Versammlung untersagt werden, dies muss jedoch begründet sein und sehr schnell passieren. Wenn man für die Versammlung einen prominenten Ort wählt, dann kann es sein, dass man erklären muss warum man die Versammlung dort abhalten möchte.

Die Mitteilung an die Behörde geht an das örtlich zuständige Magistrat bzw. die Bezirkshauptmannschaft. Hier muss man hinzufügen, dass Bezirksverwaltungsbehörden oft nicht viel Erfahrung mit dem Prozedere der Versammlungsanmeldung haben. Daher empfielt Herr Unterweger besser etwas Nachsicht walten lassen, als schnell Konfrontation zu suchen! Durch die Mitteilung werden die Behörden dazu aufgefordert die Versammlung zu schützen. Nach einer Versammlungsanmeldung ist es demnach die Pflicht der Polizei, der Versammlung entsprechenden Schutz zu geben. Wichtig ist es außerdem zu bedenken welches Ausmaß die eigene Versammlung annimmt. Wenn man öffentliche Straßen für die Demonstration bzw. Versammlung nutzen möchte, dann sollte die Anmeldung drei Tage im Voraus an die Behörden gehen, damit diese entsprechende Vorkehrungen (z.B. Verkehrsregelungen, Umleitungen…) treffen können.

Bei der Polizei selbst muss die Versammlung nicht angemeldet werden.

Die Verantwortung der/des Versammlungsleiters/in

Die leitende Person hat während einer Versammlung das Recht und die Pflicht die Versammlung zu beginnen, zu leiten und zu beenden. Möglich (aber nicht verpflichtend) ist auch ein Kontakt mit den entsprechenden Behörden, damit Missverständnisse und Ungereimtheiten jederzeit kommuniziert und ausgeräumt werden können. Bei größeren Versammlungen ist es sinnvoll unabhängig von der Versammlungsleitung eine Kontaktperson zu installieren, welche den Kontakt zur Polizei während der Veranstaltung pflegt und dies als Hauptaufgabe übernimmt.

Wenn die Leitung der Versammlung diese für beendet erkläre und eine kleine Gruppe dennoch weiter macht, dann hat das mit der Versammlung nichts mehr zu tun und die Versammlungsleitung ist nicht verantwortlich für die weiteren Handlungen der TeilnehmerInnen.

Gegenseitige, rechtliche Verantwortlichkeiten

Hat man als TeilnehmerIn einer Demonstration Verantwortung darüber, was eine andere Person bei der Veranstaltung macht? Hat man als LeiterIn einer Versammlung Verantwortung darüber, was TeilnehmerInnen machen?

Nach österreichischem Recht hat man für einen Schaden nur dann zu haften, wenn man einen Schaden rechtswidrig verschuldet und verursacht hat. All diese drei Komponenten müssen zutreffen. Rechtswidrig sind alle Sachen, die gegen das Gesetz verstoßen (z.B. Beschmierungen auf Wänden). Etwas zu verschulden heißt, dass man es besser hätte wissen müssen, etwas besser hätte machen können, und es aber nicht getan hat. Um einen Schaden verursacht zu haben, muss man aktiv etwas tun. Entweder eine Aktion, oder aber auch eine Unterlassungshandlung ausführen. Als Unterlassungshandlung zählt unter anderem unterlassene Hilfeleistung. Man ist also nicht verantwortlich für die Taten andere, außer man hat im Kontext dieser drei Komponenten der Rechtsverantwortung mitgewirkt: rechtswidrig, verschuldet, verursacht.

Kurz: Verantwortlich ist man in Österreich für das was man selbst tut, was man selbst veranlasst und was man selbst verursacht. Und nicht für das was andere tun, veranlassen oder verursachen. Wenn TeilnehmerInnen einer Versammlung eine Fassade besprühen, dann haften der/die VersammlungsleiterIn und andere TeilnehmerInnen nicht dafür.

Wenn sich TeilnehmerInnen einer Versammlung oder Aktion jedoch unangemessen oder strafbar verhalten, dann wird auf jeden Fall angeraten sich einerseits von dieser Gruppe zu distanzieren, und sie andererseits von der weiteren Teilnahme an der Versammlung abzuhalten. Das heißt, dass man einerseits den anwesenden Polizisten und Polizistinnen mitteilen sollte, dass die jeweiligen Personen nicht im Sinne der Versammlung handeln und weiter, dass man selbst die Gruppe auffordert zu gehen, oder die Polizei bittet, die betreffenden Personen von der Teilnahme an der Versammlung abzuhalten.

 

 

 

 

 

 

Ein unmoralisches Angebot…

Achtung, satirischer Inhalt!

MitarbeiterInnen für innovatives Start-up in Ernährungswirtschaft gesucht!

Wer wir sind: 
Wir, ein junges Team von StudienabgängerInnen der Wirtschaftswissenschaften aus verschiedenen Ländern Europas und den USA, wollen etwas verändern! Wir wollen nicht länger zusehen, wie südamerikanische Kleinbauern den Profit einheimsen. Auch wir wollen Menschen aus unseren Breitengraden die Möglichkeit geben, ein Teil der Bananenindustrie zu werden. Wir suchen Menschen, die bereit sind, ihr eigenes Leben aufzugeben, um ein neues Leben dort zu starten, wo der ewige Sommer Realität ist.

Wir bieten:
-eine sinnvolle Beschäftigung für Menschen mit grünem Daumen
-überdurchschnittlich hohe Entlohnung im Vergleich zu sonst üblichen Tarifen innerhalb der Bananenindustrie. Wir zahlen 6% des Gesamtpreises einer Banane an Sie!
-Anstellungsmöglichkeiten für Ihre Kinder (so können sie bereits in frühen Jahren Joberfahrung gewinnen, das verschafft Arbeitsmarktvorteile!)
-selbstbestimmtes Arbeiten, wir bestimmen die Menge und den Preis, Sie den Rest!
-Datenschutz und Geheimhaltung wird bei uns ganz groß geschrieben: sie müssen nichts über ihr Betriebsgeheimnis preisgeben, das interessiert uns nicht, wir vertrauen Ihnen
-Betriebsmittel wie Pflanzenschutzmittel und Unkrautbekämpfungsmittel zu besonders günstigen Preisen
-Sie werden schwanger? Kein Problem, bei uns müssen Sie nie wieder arbeiten
-wir übernehmen den Verkauf im Lebensmitteleinzelhandel für Sie sehr gerne!
-keine Lust sich mit den Kollegen auseinander zusetzen,ständige BetriebsrätInnensitzungen rauben Ihnen den letzten Nerv..? Kein Problem, denn wir  fördern Einzelkämpfer ganz besonders
– wir halten Ihnen den Rücken frei, Sie müssen sich nicht mit der Umweltpolizei oder MenschenrechtsaktivistInnen abgeben

Sie bieten
-einen gesundheitlich einwandfreien Zustand
-die Bereitschaft, sich stets unter vollem Einsatz der eigenen Gesundheit für ein gutes und makelloses Wachstum der Banane einzusetzen
-wenn möglich einen eigenen LKW und eigene landwirtschaftliche Fläche in Ecuador, Costa Rica, oder Kolumbien
-Verschwiegenheit. Wir wollen doch unsere guten Geschäftsbeziehung nicht beeinträchtigen.

Bevorzugt werden BewerberInnen mit Migrationshintergrund und Mütter mit Kindern
Bewerbungsunterlagen bitte per Mail an: total_bananas@corporation.com
Oder per Post:
Industrial way 1
Georgetown -KY1-1100
Cayman Islands- UK


Natürlich ist dieses Jobangebot nicht echt. Natürlich sind gewisse Forderungen überzeichnet. Dennoch entspricht vieles, wenn die überspitzte Formulierung und die satirischen „Effekte“ ausgeblendet werden, leider der Realität.

Damit solche Jobanzeigen nicht Realität werden, muss sich einiges an den Handelspraktiken sowie den Produktionsbedingungen ändern. Was du dazu beitragen kannst? Informiere dich und kaufe fair :)

Infos gibt es hier:
https://www.suedwind.at/handeln/kampagnen/make-fruit-fair/
http://makefruitfair.org/de/

 

know your rights – Recht für AktivistInnen

Freiheit stirbt mit Sicherheit. So viel Wahrheit in dieser Gegenüberstellung der zwei Grundrechte „Freiheit“ und „Sicherheit“ auch liegen mag – für Aktivisten und Aktivistinnen ist es wichtig sich im Rahmen ihrer Aktionen abzusichern: physisch, psychisch und nicht zuletzt rechtlich. Einerseits weil man für gemeinnütziges Engagement nicht persönlich zahlen soll, andererseits weil man die Welt besser beeinflussen kann, wenn man nicht mit Strafverfahren oder hohen Verwaltungsstrafen zu kämpfen hat. Auch der Aktivismus bewegt sich im Rechtssystem des jeweiligen Staates und kann sich diesem nicht völlig entziehen.

Um die Spielregeln des Rechtsstaates einhalten zu können, um seine eigenen Rechte und Pflichten verteidigen und wahrnehmen zu können, muss man sie vorher jedoch erst einmal kennen.

Vor knapp einem Jahr organisierte Südwind OÖ genau aus diesem Grund gemeinsam mit der Fairtrade Arbeitsgruppe Linz einen Workshop mit dem Rechtsanwalt Herrn Dr. Unterweger. Die wichtigsten Punkte dieses Workshops haben wir nun für euch in einer kleinen Blogreihe zum Thema „know your rights – Recht für AktivistInnen“ verschriftlicht. Gestartet wird heute mit Teil 1, als eine kleine Einführung ins Thema.

 

Teil 1: HUMAN RIGHTS … oder warum wir wegen Kinderarbeit bei Nestle nicht die Hofburg besetzen sollten.

 

Menschenrechte

Unser Rechtssystem baut auf den Menschenrechten auf. Alle Gesetze im Verfassungsrang, alle einfache Gesetze, jegliches Verwaltungshandeln, alle Handlungen der Behörden und Gerichte bauen auf den Menschenrechten auf. Widersprechen Gesetze oder offizielle Verwaltungshandlungen den Menschenrechten, dann sind nicht die Menschenrechte falsch, sondern die Gesetze und Handlungen die mit ihnen in Widerspruch stehen.

Artikel 1: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 12: Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. […]

Artikel 20/1: Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

Artikel 21/1: Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

Alle Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte findet ihr hier: http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Kollidieren zwei Menschenrechte (z.B. das Recht auf Privatheit einer Person des öffentlichen Lebens mit dem Recht auf Meinungsäußerung der medialen Berichterstattung oder Einzelpersonen) dann wird das Recht des/der einen mit dem Recht des/der anderen abgewogen. Im Streitfall entscheiden Gerichte in wie weit der Eingriff eines Rechts in ein anderes Recht zulässig und legitimiert ist. Die Interessen der einen Seite werden mit den Interessen der anderen Seite abgewogen.

Aktion und Grundrechte im Verhältnis

Je mehr man in die Rechte einer anderen Person oder Organisation eingreift, desto größer müssen die Gründe dafür sein. Ort und Ausmaß der Aktion muss in einem gerechtfertigten Verhältnis zum Gegenstand der Demonstration stehen. Der Eingriff in die Rechte der anderen sollte immer symbolisch sein und keinesfalls größer als der Auslöser der Aktion.

Beispiel 1:

Aktivisten und Aktivistinnen blockieren aufgrund einer Demonstration gegen den Bau der Linzer Umfahrung eine Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt. Ist das gerechtfertigt bzw. verhältnismäßig? Ja. Denn die Linzer Umfahrung würde bzw. wird den Verkehr und die Gesundheit der Linzer und Linzerinnen über einen großen Zeitraum (Jahre) hinweg maßgeblich beeinflussen.

Beispiel 2:

Aktivisten und Aktivistinnen blockieren aufgrund einer neuen, unpassenden Einbahnregelung einer Nebenstraße in einem Linzer Nebenbezirk eine Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt. Ist das gerechtfertigt bzw. verhältnismäßig? Nein. Die Auswirkung steht nicht im Verhältnis zum Eingriff.

Auch inhaltlich soll der Ort zum Thema der Aktion passen. Protestiert man beispielsweise gegen Kinderarbeit in den Produktionsstätten der Firma Nestle, dann sollte dieser Protest auch in deren Dunstkreis stattfinden. Eine Aktion gegen Nestle vor der Oberösterreichischen Landesregierung wäre hier den Ort betreffend unverhältnismäßig, eine Aktion vor einem Nestle Geschäft verhältnismäßig.

 

Soviel zu einem ersten Einblick in die rechtlichen Hintergründ des Aktivismus. Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Verantwortung & Aktivismus“.

 

 

ÜRAT 2017 in Vöcklabruck – gegessen wird um 18:00 Uhr!

Meine erste wirkliche Berührung mit den Südwind AktivistInnen fand gleich sehr intensiv am heurigen ÜRAT (Überregionalen AktivistInnen Treffen) in Vöcklabruck statt. Über eine Freundin habe ich von dem Wochenende erfahren und wollte es mir nicht entgehen lassen. Am Programm standen die Aktionswerkstatt, Vernetzung und Erfahrungsaustausch, ein fundierter Input zu der Make Fruits Fair Kampagne von Südwind und ein Reisebericht zum Thema Palmöl.

Freitag zu Mittag kamen wir im Seminarhaus an und aßen zugleich alle gemeinsam erst einmal Mittag. Sehr schnell wurde uns bewusst, dass die Essenszeiten für die Angestellten sehr sehr wichtig waren und sehr sehr genau eingehalten werden mussten – eine irritierendes und doch verbindendes Nebenthema, das uns die nächsten zwei Tage begleiten sollte. Wichtiger als die Essenszeiten, obgleich auch die Pausen und die tollen Gespräche am Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch für uns eine Bereicherung waren, war uns als ÜRAT TeilnehmerInnen jedoch der Inhalt des Treffens an sich. Am Freitag starteten wir gleich noch mit dem Kennenlernen durch, bekamen einen Einblick in die Machenschaften der AktivistInnengruppen in Wien, der Steiermark und Oberösterreich und Vertieften uns in unseren eigenen Erfahrungen mit dem Südwind Aktivismus. Die TeilnehmerInnengruppe war ein bunter Haufen aus langjährigen AktivistInnen, hauptamtlichen Südwind Angestellten, Neu-AktivistInnen und Interessierten. Jede/r war willkommen und jede/r brachte seinen ganz besonderen Input für das arbeitsreiche Wochenende mit.

In den folgenden zwei Tagen (Samstag und Sonntag) wurde getüftelt wie man neue Leute für Aktivismus begeistern kann, es wurden Aktionsthemen gesucht die uns fesseln, Aktionen geplant, Planungen ausgearbeitet, es wurde über Faire Früchte und Fair Trade diskutiert, Palmöl durch die verbale Presse genommen, es wurde gelacht und gequatscht, Kaffee getrunken und – nicht zu vergessen – um 18 Uhr wurde gegessen! (Außerdem wurden Kärtchen aussortiert … aber das nur so am Rande). Kurz gesagt, wir waren produktiv, tauschten uns aus, bereicherten uns gegenseitig und lernten dazu.

Die Abende verbrachten wir in einer angenehmen Runde miteinander, für den Samstag reservierten wir uns einen Tisch im Ort, um gemeinsam, abseits des Arbeitsklima, miteinander zu feiern.

Es war mein erstes Wochenende, an dem ich mich so richtig mit der Arbeit und den Aktionen der Südwind AktivistInnen auseinandergesetzt habe und ich denke, es hätte nicht besser sein können. Abgesehen von den Essenszeiten, wofür von uns keiner was konnte, waren die knappen drei Tage super durchgeplant, sehr offen gestalten, demokratisch umgesetzt, frei verlebt. Und der Spaß kam nicht zu kurz! Danke an dieser Stelle auch an David, der mit seiner scheinbar unerschütterlichen Ruhe und strukturierten Gelassenheit  für uns alle einen Rahmen geschaffen und organisiert hat, in dem das heurige ÜRAT zum Erfolg für uns alle werden konnte.